Der als exzentrisch verschriene Vereinsboss vom AC Perugia, Luciono Gaucci, hat einem Schiedsrichter Manipulation unterstellt. Auch der FC Bologna beschwerte sich über eine angebliche Benachteilung der

Perugias Klubchef pfeift die Schiedsrichter an

er
24. November 2003, 13:11 Uhr

Der als exzentrisch verschriene Vereinsboss vom AC Perugia, Luciono Gaucci, hat einem Schiedsrichter Manipulation unterstellt. Auch der FC Bologna beschwerte sich über eine angebliche Benachteilung der "Kleinen".

Wer dachte, allein die deutschen Schiedsrichter müssten Kritik erdulden, muss nur über die Alpen schauen. In Italien müssen sich die Unparteiischen sogar Vorwürfe der bewussten Manipulation gefallen lassen. Der exzentrische Klubchef des italienischen Fußball-Serie-A-Klubs AC Perugia, Luciano Gaucci, protestierte heftig gegen Referee Cosimo Bolognino, den er beschuldigte, das Spiel von Lazio Rom gegen Perugia (3:1) zu Gunsten des römischen Klubs manipuliert zu haben.

Fehltritte und Handgreiflichkeiten

In dem Match gab es gleich sechs Platzverweise - darunter auch für Perugia-Coach Serse Cosmi. Am Rande der Begegnung kam es zu Handgreiflichkeiten zwischen Anhängern beider Klubs. Auch eine Schlägerei zwischen dem Lazio-Stürmer Bernardo Corradi und dem Perugia-Geschäftsführer Alessandro Gaucci konnte gerade noch vermieden werden. Zu Spannungen kam es außerdem zwischen dem Lazio-Spieler Simone Inzaghi und Cosmi. "Man will uns in die Serie B verbannen. Die Schiedsrichter entscheiden fast grundsätzlich gegen uns", protestierte Gaucci. Die Platzverweise gegen seine Spieler seien ungerechtfertigt gewesen.

Mit Perugia solidarisch erklärte sich Bologna-Trainer Carlo Mazzone. "Ich begreife Gauccis Wut. Ich habe Ähnliches während des letzten Spiels Lazio-Bologna erlebt, als Bolognino Schiedsrichter war. Ich werde diesem Referee niemals mehr die Hand schütteln", sagte Mazzone.

Juve wehrt sich gegen die Vorwürfe

Die Polemik um die Schiedsrichter, die angeblich die großen Traditionsvereine auf Kosten der kleineren Klubs begünstigen sollen, betrifft auch Juventus Turin. Der Rekordmeister habe das Spiel gegen FC Modena nur dank der Hilfe des Unparteiischen Marco Gabriele 2:0 gewonnen, hieß es. Wegen seiner Fehler wurde Gabriele vom Schiedsrichter-Koordinator Pierluigi Pairetto suspendiert. "Jetzt reicht es. Es stimmt nicht, dass Juventus von den Schiedsrichtern begünstigt wird. Ich kann nicht mehr dulden, dass uns dies stets vorgeworfen wird", meinte "Juve"-Sportdirektor Luciano Moggi. Der Vizepräsident von Modena Doriano Tosi sieht die Lage anders. Er begrüßte Gabrieles Suspendierung. "Wir fühlen uns Opfer dieser Schiedsrichter. Gabrieles Entscheidungen grenzten an Provokation", so Tosi.

Autor: er

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