Die deutschen Fußball-Frauen zeigen sich knapp eine Woche vor WM-Beginn in guter Form. Im letzten Testspiel auf heimischem Boden schlugen die amtierenden Europameisterinnen England mit 4:0.

DFB-Frauen schlagen England bei WM-Generalprobe

ar
12. September 2003, 10:04 Uhr

Die deutschen Fußball-Frauen zeigen sich knapp eine Woche vor WM-Beginn in guter Form. Im letzten Testspiel auf heimischem Boden schlugen die amtierenden Europameisterinnen England mit 4:0.

Im letzten Testspiel vor WM-Beginn haben die deutschen Fußball-Frauen eine gelungene Generalprobe gefeiert. Die Europameisterinnen gewannen eine Woche vor dem WM-Start in den USA gegen England in Darmstadt mit 4:0 (3:0) und gehen somit gestärkt in das Auftaktmatch gegen Kanada am 20. September in Columbus im US-Bundesstaat Ohio. Durch den Erfolg behielt die Elf von DFB-Trainerin Tina Theune-Meyer zudem auch im 14. Aufeinandertreffen mit den Frauen aus dem Fußball-Mutterland ihre weiße Weste.

"Die Mannschaft hat toll nach vorne gespielt, viele Ideen entwickelt, und mit Phantasie agiert. Das Spiel hat gezeigt: Wir sind da!", erklärte Theune-Meyer.

Vor 5870 Zuschauern im Darmstädter Stadion Böllenfalltor sorgte Star-Stürmerin Birgit Prinz bereits früh für die Entscheidung zu Gunsten der Gastgeber. In ihrem 104. Länderspiel erzielte die "Fußballerin des Jahres" mit ihren Nationalmannschaftstreffern 54 und 55 die 2:0-Führung (8./16.), bevor ihre Vereinskollegin Renate Lingor vom deutschen Meister und Pokalsieger 1. FFC Frankfurt noch vor der Pause per Handelfmeter auf 3:0 (35.) erhöhte. Für den Endstand sorgte nach dem Seitenwechsel Spielführerin Bettina Wiegmann vom FFC Brauweiler-Pulheim mit einem Kopfball aus kurzer Distanz (73.).

Theune-Meyer setzte auf Stammformation

Die Trainerin setzte im letzten Test vor WM-Beginn auf ihre Stammformation. Im Blickpunkt standen am Donnerstag vor allem die beiden Rückkehrerinnen Steffi Jones (1. FFC Frankfurt), die zudem ihr 75. Länderspiel absolvierte, und Maren Meinert, die ihre Klubkarriere als beste Spielerin der US-Profiliga Wusa bereits beendet hat und nur noch für die WM die Fußballschuhe schnürt. Beide belebten das Spiel des fünfmaligen Europameisters im Mittelfeld.

Während Jones als Abräumerin vor der Abwehr fungierte, trieb Meinert, die mit ihrem US-Team Boston Breakers vor wenigen Wochen knapp am Einzug in das Meisterschaftsfinale gescheitert war, das Spiel der Deutschen mit einigen sehenswerten Aktionen über die starke linke Seite an. "Man hat gesehen, dass wir durch Maren Meinert mit viel mehr Power ins Spiel gehen können. Steffi Jones hatte noch ein paar Probleme", sagte Theune-Meyer zum Comeback der beiden Schlüsselspielerinnen.

Allerdings muss die DFB-Elf bei der in der kommenden Woche beginnenden Weltmeisterschaft mit mehr Gegenwehr rechnen, als das gegen die Engländerinnen der Fall war. Zwar zeigten die Insel-Kickerinnen, die in der WM-Qualifikation erst in den Play-offs an Frankreich gescheitert waren, zeitweise gute Ansätze, doch gegen die kompakte Defensive um Kerstin Stegemann (Heike Rheine) gab es für den überforderten Gegner kein Durchkommen.

Autor: ar

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