Als Thomas Schlieter nach vier Jahren bei RWO im letzten Sommer zum hoch ambitionierten Wuppertaler SV wechselte, wollte er einen erfolgreichen Neuanfang starten.

WSV: Schlieter

"Müssen den Wagen einfahren"

Krystian Wozniak
12. November 2011, 10:37 Uhr

Als Thomas Schlieter nach vier Jahren bei RWO im letzten Sommer zum hoch ambitionierten Wuppertaler SV wechselte, wollte er einen erfolgreichen Neuanfang starten.

Mit RWO ging es für den gebürtigen Duisburger jahrelang in der 2. Liga gegen den Abstieg. Mit dem WSV wollte der populäre „Air“ Schlieter endlich mal wieder um den Aufstieg spielen. Doch nach nur 13 Spieltagen muss der 30-jährige Innenverteidiger, der neben Torjäger Christian Knappmann der konstanteste Wuppertaler ist, einsehen, dass das angepeilte Saisonziel frühzeitig ad acta gelegt werden muss.

RevierSport unterhielt sich mit Schlieter über die Gründe für das miserable bisherige Abschneiden, den Trainerwechsel und das Wuppertaler Umfeld.

Thomas Schlieter, hätten Sie es vor der Saison für möglich gehalten, dass der WSV nach 13 Spielen 14 Punkte auf dem Konto hat?
Ganz klar: Nein, niemals! Das ganze Konzept und die Verpflichtungen haben sich so gut angehört, dass ich fest davon überzeugt war, dass wir ganz oben mitmischen werden. Das wir nach 13 Spielen 18 Punkte hinter dem Spitzenreiter liegen, ist einfach nur katastrophal. Ich bin unglaublich enttäuscht.

Wie erklären Sie sich diesen Saisonverlauf?
Das ist schwer zu sagen. Sicherlich wiegt der Ausfall von Dennis Brinkmann, der eine zentrale Rolle einnehmen sollte, sehr schwer. Vielleicht haben sich einige auch von den Namen der Zugänge blenden lassen. Wir waren lange Zeit keine Mannschaft, so langsam entwickelt sich erst ein Team. Viele gestandene Spieler hatten Probleme sich in der Hierarchie unterzuordnen. Doch die Stimmung in der Mannschaft ist seit der Übernahme von Hans-Günter Bruns gut.

Trotzdem wird die Bilanz auch unter Bruns nicht besser. Aus fünf Spielen hat die Mannschaft gerade einmal sieben Punkte geholt. Ist die Saison bereits abgehakt?
Die Serie ist eigentlich zu Ende. Wir können weder absteigen, noch aufsteigen. Für uns gilt es nun, wie in der Formel eins: wir müssen den Wagen für die kommende Saison einfahren. Der Trainer wird genau hinschauen, mit wem er auch 2011/2012 zusammenarbeiten will und wer gehen muss.

Mal vom Sportlichen abgesehen. Was hat Sie in Wuppertal noch überrascht?
Das Umfeld ist unglaublich kritisch. Wenn wir zwei Mal am Tag trainieren, dann meckern die Leute auch. Wenn wir im Training einen starken Probekeeper zu Gast haben, dann wird über seine Vergangenheit gemeckert. Es ist hier sehr schwer, es den Leuten recht zu machen. Vielleicht gelingt es uns ja im zweiten Jahr.

Autor: Krystian Wozniak

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