Der ehemalige Nationaltorhüter Oliver Reck war gerade zum ersten Mal zum Cheftrainer befördert worden, doch er redete bereits wie ein alter Hase.

Erste Chance für Reck

"Traue mir das hier alles zu"

sid
09. November 2011, 15:09 Uhr

Der ehemalige Nationaltorhüter Oliver Reck war gerade zum ersten Mal zum Cheftrainer befördert worden, doch er redete bereits wie ein alter Hase.

"Ich muss die Mannschaft aus dem Tal der Tränen herausführen", sagte der ehemalige Fußball-Nationaltorwart am Mittwoch bei seiner Vorstellung als Dauerlösung beim MSV Duisburg: "Ich habe die Probleme erkannt und will sie ausbessern."

Der 46-Jährige, der am Abend zuvor überraschend einen Vertrag bis zum Saisonende erhalten hatte, will seine erste echte Chance als Chefcoach im Profifußball nutzen. "Ich traue mir das hier alles zu", sagte Reck, immerhin schon seit 2004 als Torwart- und Co-Trainer im Geschäft, selbstbewusst.

"Ich muss Punkte einfahren."

Doch der einstige "Pannen-Olli" weiß auch: "Ich muss Punkte einfahren." Das ist ihm als Interimstrainer nach dem Rauswurf von Milan Sasic nur in sehr bescheidenem Rahmen gelungen. Aus zwei Spielen holte er nur einen Zähler: Dem 0:3 gegen 1860 München folgte ein 2:2 bei Alemannia Aachen.

Beim Tabellen-16. will der ehemalige Keeper von Kickers Offenbach, Werder Bremen und Schalke 04 den Klassenerhalt mit viel Kommunikation schaffen. "Ich rede viel mit meinen Spielern", berichtete er, "man muss sich mit ihnen befassen, denn sie sind das wichtigste Gut des Vereins."

"Ich war nie ein ganz normaler Torwart"

Dass er 21 Jahre lang den Profifußball aus der Perspektive des Torhüters sah, sieht Reck nicht als Nachteil für seine künftige Arbeit. "Ich war nie ein ganz normaler Torwart, ich habe in der Jugend immer gerne draußen gespielt und schon immer so gedacht wie ein Feldspieler", sagte er, "diese Erfahrung nehme ich mit."

In Duisburg bekommt Reck erstmals die Chance, sich über einen längeren Zeitraum als Cheftrainer zu bewähren. Bislang war er lediglich für das eine oder andere Intermezzo aus der zweiten Reihe nach vorne gerückt. Bei Schalke 04, wo er seine Spielerkarriere ausklingen ließ, saß er am 12. Dezember 2005 für ein Spiel als Chef auf der Trainerbank - nach der Trennung von Ralf Rangnick beim 0:2 in Stuttgart. Anschließend übernahm Mirko Slomka, zuvor ebenfalls Rangnicks Assistent, Reck wurde wieder Torwarttrainer.

Am 26. März 2009 sprang er erneut ein, als Fred Rutten bei den Königsblauen beurlaubt worden war. Zusammen mit Mike Büskens und Youri Mulder trainierte er bis zum Saisonende die Schalker, als Kopf des Trios wurde aber in erster Linie Büskens wahrgenommen, der inzwischen beim Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth seine Qualitäten als Cheftrainer unter Beweis gestellt hat. Als Felix Magath mit seinem großen Trainerstab auf Schalke die Führung übernahm, war Reck nicht mehr gefragt.

Beim MSV übernahm der Ex-Bremer, der seinem Spitznamen "Pannen-Olli" zum Trotz zwei Meistertitel, vier DFB-Pokal-Siege und den Europapokal-Triumph 1992 feierte, zu Saisonbeginn wieder den Posten des Torwarttrainers. Nach dem Rauswurf von Milan Sasic am 28. Oktober sprang er zunächst als Interimscoach ein, ehe ihn der MSV am Dienstagabend dauerhaft beförderte.

Autor: sid

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