Kurioses Derby am Frintroper Wasserturm. Trotz einer Gelb-Roten Karte für Spielertrainer Jörg Lipinski, gewann die SG Schönebeck mit 2:1 bei Adler Frintrop.

BL NR kompakt

Lipinski sieht Rot und gewinnt

Martin Herms
07. November 2011, 18:48 Uhr

Kurioses Derby am Frintroper Wasserturm. Trotz einer Gelb-Roten Karte für Spielertrainer Jörg Lipinski, gewann die SG Schönebeck mit 2:1 bei Adler Frintrop.

Bezirksliga 3

So langsam wird es richtig bitter für den SC Steele 03/20. Der Klub, der mit einem neuformierten Team und großen Ambitionen in die Spielzeit gegangen war, muss spätestens seit dem vergangenen Wochenende seine Ziele neu definieren. Beim SC Werden-Heidhausen kassierten die Steelenser eine empfindliche 1:5-Klatsche und bleiben damit weiter im unteren Mittelfeld der Tabelle.

Dreierpack von Jason Munsch

Ganz anders sieht die Welt dagegen beim Gegner aus Heidhausen aus. Die Elf von Trainer Danny Konietzko festigte dank der Gala-Vorstellung im Derby den dritten Tabellenplatz. Dabei haben die Werdener aktuell mit großen Verletzungssorgen zu kämpfen: "Unser Mittelfeldregisseur Rene Sperling hat sich einen Mittelfußbruch zugezogen und wird uns lange fehlen. Die Voraussetzungen vor der Partie waren demnach alles andere als gut", berichtet Konietzko, der seinen Schützlingen eine "grandiose Leistung" attestiert: "In Sachen Kampf und Leidenschaft war das ein toller Auftritt. Wir haben in den richtigen Momenten die Tore erzielt." Konietzko konnte sich vor allem auf seinen Torjäger Jason Munsch verlassen, der die Gäste mit einem Dreierpack fast im Alleingang bezwang.

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Unangefochten an der Tabellenspitze bleibt derweil der Mülheimer SV. Der souveräne Spitzenreiter hatte beim TuS Holsterhausen deutlich mehr Mühe als erwartet und zitterte sich dank eines Doppelschlags in der Schlussphase zu einem 2:1-Auswärtserfolg. Trainer Ralf Zils wusste bereits im Vorfeld, dass das Gastspiel am Klinikum kein Spaziergang werden würde: "Holsterhausen hat eine sehr robuste Mannschaft, die besonders auf dem kleinen Ascheplatz nur schwer zu schlagen ist. Mein Team hat sich für das unermüdliche Anrennen in Durchgang zwei selbst belohnt und ging nicht unverdient als Sieger vom Feld", konstatierte Zils.

Bezirksliga 6

Landesliga-Absteiger SG Schönebeck hat für eine faustdicke Überraschung gesorgt und die Krise der DJK Adler Frintrop weiter verschärft. Das Team von der Ardelhütte gewann mit 2:1 und verschaffte sich ein wenig Luft im Abstiegskampf. Dabei hatte Adler zur Halbzeit alle Trümpfe in der Hand. Ex-Profi Jörg Lipinski, der seit vergangener Woche wieder als Spielertrainer aktiv ist, sah auf dem Weg in die Kabine die Gelb-Rote Karte. In Unterzahl erzielte Schönebeck in der 69. Minute den Siegtreffer. Lipinski selbst konnte seinen Platzverweis überhaupt nicht nachvollziehen: "Auf dem Weg in die Kabine habe ich den Schiedsrichter in Ruhe auf eine Spielsituation angesprochen. Scheinbar wollte er nicht diskutieren und zog sofort die Gelbe Karte. In dem Moment hatte er wohl vergessen, dass ich schon mit Gelb vorbelastet war, sonst hätte er so sicher nicht entschieden. Erst mit Verzögerung zog er dann die Rote Karte", beschreibt "Lipi" den kuriosen Feldverweis in der Halbzeitpause.

Jetzt-erst-Recht-Mentalität nach dem Platzverweis

Seine Mannschaft ließ sich davon nicht schockieren und kam mit der notwendigen Einstellung aus der Kabine: "Die Truppe hat sich in der Pause aufgerafft und eine Jetzt-erst-Recht-Mentalität an den Tag gelegt. Der zweite Durchgang war in puncto Leidenschaft und Einsatz ganz stark. Das sollte Auftrieb geben", hofft Lipinski.

Haarzopf übernimmt die Tabellenführung

Die Überraschungsmannschaft der Liga bleibt der SuS Haarzopf. Dem Team von Coach David Zundler reichte im Spitzenduell gegen Union Frintrop ein torloses Unentschieden, um die Tabellenführung dank des Patzers von Sterkrade-Nord (2:3 im Derby bei Sterkrade 06/07) zu übernehmen. Zundler sah eine "gerechte" Punkteteilung: "Das Resultat geht absolut in Ordnung. Union war stets gefährlich, sodass wir über die gesamten 90 Minuten auf der Hut sein mussten. Leider hat sich mein Kapitän Marcel Kobiela schwerer verletzt und wird uns einige Wochen fehlen", berichtet Zundler. Der erste Verdacht auf Schien- und Wadenbeinbruch bestätigte sich glücklicherweise nicht. Kobiela erlitt "nur" eine schwere Prellung und einige Faserrisse.

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Einen wichtigen Heimsieg konnte Aufsteiger TuS Essen-West 81 einfahren. Die Schützlinge von Coach Oliver Vössing behielten an der Keplerstraße mit 3:1 die Oberhand und schafften den Sprung ins gesicherte Mittelfeld. Garant für den Erfolg war einmal mehr Kapitän Björn Matzel. Der Routinier erzielte seine Saisontreffer zehn und elf. "Dafür ist Björn eben da. Seine Tore sind für uns lebenswichtig", lobt Frank Isert, Sportlicher Leiter der Westler, den ehemaligen Verbandsliga-Spieler. Dennoch sei es ein überzeugendes Spiel der gesamten Mannschaft gewesen: "Björn hat weitestgehend von den starken Zuspielen seiner Kollegen profitiert. Es war eine gute Vorstellung, der Sieg geht absolut in Ordnung", findet Isert.

Bezirksliga 8

Irgendwann musste es auch mal den VfB Bottrop erwischen. Am 12. Spieltag gab es für den souveränen Tabellenführer den ersten Punktverlust der laufenden Saison. Nachdem die Elf von Trainer Mevlüt Ata gegen die Spvgg Meiderich noch mit einem blauen Auge davon gekommen war, reichte es bei der Spvgg 08/29 Friedrichsfeld nur zu einem 1:1. Ein erster Schönheitsfleck, den Benedikt Mies, 1. Vorsitzender der Bottroper, völlig entspannt hinnimmt: "Es musste ja mal passieren. Das ist allerdings kein Beinbruch, denn in Friedrichsfeld werden sicher noch mehrere Mannschaften stolpern. Wir hatten nicht unseren besten Tag. Deshalb kann ich mit einem Remis gegen ein kampf - und spielstarkes Team gut leben", urteilt Mies, der ein Sonderlob für seinen Trainer parat hatte: "Er ist ein sehr ehrgeiziger Coach, ein Perfektionist. Bei ihm hat niemand einen Bonus. Alle werden nur nach Leistung beurteilt."

Hilal Duisburg bleibt ungeschlagen

Die Sportfreunde Königshardt nutzten die Gunst der Stunde und verkürzten dank des 1:0-Erfolgs über den TV Voerde den Rückstand auf fünf Zähler. Der Tabellendritte, HSV Hilal Duisburg, feierte beim 6:0-Sieg über Viktoria Wehofen ein echtes Schützenfest und bleibt damit auch im zwölften Spiel ungeschlagen.

Autor: Martin Herms

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