Die Pause für die SG Essen-Schönebeck war offensichtlich mindestens eine Woche zu lang. Das 1:1 gegen den Hamburger SV war wahrlich kein fußballerischer Hochgenuss.

1:1 gegen den HSV

Spielpause tat der SGS Essen nicht gut

Desirée Kraczyk
06. November 2011, 19:03 Uhr

Die Pause für die SG Essen-Schönebeck war offensichtlich mindestens eine Woche zu lang. Das 1:1 gegen den Hamburger SV war wahrlich kein fußballerischer Hochgenuss.

„Wir hatten Probleme, den Rhythmus zu finden“, merkte SGS-Trainer Markus Högner später an, während Gästecoach Achim Feifel „bei beiden Mannschaften Hochs und Tiefs“ gesehen hatte und von einem „gerechten Unentschieden“ sprach.

Die Essenerinnen hatten ihren Tiefpunkt in der Anfangsphase der Partie zu überstehen, denn da wollte nicht viel zusammenlaufen. Sarah Freutel erstmals in dieser Saison das Vertrauen in der Startelf zu geben erwies sich als Fehler. Das Duo Ina Mester, die ebenso schon deutlich bessere Spiele abgeliefert hat, und Freutel wollte gar nicht harmonieren. Folgerichtig war auch die Auswechslung von Freutel in der Halbzeitpause. „Caroline Hamann hat dann eine spielerische Linie reingebracht“, musste auch Högner eingestehen.

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Die Essenerinnen leisteten sich darüber hinaus allerdings auch viele Ballverluste im Mittelfeld, dazu gesellten sich unnötige Rückpässe und unpräzise Flanken. Zu vielen Tormöglichkeiten kam die Högner-Elf auch erst gar nicht, weil häufig zu langsam umgeschaltet wurde. Unverständlich auch, warum die Ex-Potsdamerin Jessica Wich immer wieder völlig freistehend zum Torschuss kam. [infobox-right]SGS Essen: Holl - Mester, da Silva Costa, Martini, Dörpinghaus - Bade, Klasen (60. Oliveira Leite) - Freutel (46. C. Hamann), M. Hoffmann, Dallmann - C. Hartmann (80. Wolf).
Hamburger SV: B. Weech - Hepfer, Meiforth, Haye, Simon - Bagehorn (59. Schoknecht), Ewers (81. Brenner), Saländer, J. Wich - Timmermann (87. Brüggemann), Kameraj.
Schiedsrichterin: Rafalski (Bad Zwesten).
Tore: 1:0 Dörpinghaus (52.), 1:1 Timmermann (67.).
Zuschauer: 989.
Gelbe Karte: - Meiforth.
[/infobox]SGS-Torfrau Ursula Holl hatte zumindest in der ersten Halbzeit mehr Spielanteile als HSV-Keeperin Bianca Weech. Die größte Chance aus Sicht des Heimteams vergab Charline Hartmann in der 17. Minute, als sie alleine auf die herausgeeilte Weech zurannte, sie dann aber anschoss, anstatt über sie hinweg zu lupfen. – ihre Abgezocktheit aus früheren SGS-Zeiten hat Hartmann noch nicht zurückgewonnen.

So war es nicht verwunderlich, dass eine Standardsituation her musste. Und wer kann die bei der SGS Essen besser ausführen als Sabrina Dörpinghaus! Die Linksverteidigerin zog ihren Nutzen aus der schlecht gestellten Mauer der Gäste aus der Hansestadt und traf ins untere Eck (52.). „Bei so einer Situationen müssen fünf Verteidigerinnen stehen. Das war ein Riesenfehler und ein Geschenk von uns“, monierte Feifel, der sich aber nur 15 Minuten später über den Ausgleich seiner Mannschaft freuen konnte. Ursula Holl konnte zunächst noch abwehren, beim Nachschuss von Maike Timmermann war die Ex-Nationaltorhüterin aber geschlagen.

Högner setzte kurz vor Schluss noch einmal auf eine neue Offensivkraft und tatsächlich hatte Isabelle Wolf, die gegen den FCR Duisburg als Joker erfolgreich war, kurz nach ihrer Einwechslung noch eine gute Möglichkeit. Die 16-Jährige schoss aber knapp am Pfosten vorbei (86.).

„Wir haben zu einfache Fehler gemacht und dann sind auch noch die gestandenen Spielerinnen nervös geworden. Gegen Bayer Leverkusen müssen wir nun unseren Rhythmus wiederfinden“, betonte Högner. Ihren fünften Tabellenplatz haben die Essenerinnen aber auch mit dem 1:1 verteidigt.

Autor: Desirée Kraczyk

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