Abpfiff in Speldorf. Plötzlich kochen die Emotionen über. VfB-Antreiber Bora Karadag, angeheizt von seinem Bruder Ufuk, geht auf Schermbeck Mirko Urban los.

Speldorf - SVS 2:2

"Der hat einen Nagel im Kopf"

05. November 2011, 19:12 Uhr

Abpfiff in Speldorf. Plötzlich kochen die Emotionen über. VfB-Antreiber Bora Karadag, angeheizt von seinem Bruder Ufuk, geht auf Schermbeck Mirko Urban los.

Rudelbildung, böse Beschimpfungen und wüstes Gerangel waren die Folge. Nur mit Mühe können Speldorfs Manager Ingo Pickenäcker und Marketingchef Jöran Steinsiek die Streithähne auseinander bringen. „Er ist ein guter Fußballer, hat aber einen Nagel im Kopf“, schimpfte Urban über Karadag. „Schön das er mich kennt und mir ein Kompliment macht“, konterte der Speldorfer. „Ich kannte ihn bis zur 86. Minute gar nicht.“
[infobox-right]VfB Speldorf: Gunkel – Akyildiz, Leven, Flöth, Hupperts (46. Ademovic) – Schütze, Hinz – Karadag, Altin, Acikgöz – Yahkem (46. Beric).
SV Schermbeck: Schneider – Jansen, Lupitu, Altenbeck, Bönighausen – T. Urban – Müller (46.Einhaus), M. Urban, Klimczok – Ersoy, Ouro-Akpo.
SR: David Henning (Gelsenkirchen).
Tore: 0:1 Klimczok (53.), 1:1 Karadag (71.), 1:2 Ouro-Akpo (81.), 2:2 Ademovic (87.).
Zuschauer: 200.[/infobox]
Was war passiert? In der 86. Minute führte der SVS mit 2:1. Die Hausherren drängten nach vorne, verloren die Kugel und Urban setzte zum Konter an. Karadag zog die Notbremse, überrannte den flinken „Zehner“ an der Mittellinie, doch Schiedsrichter David Henning aus Gelsenkirchen, der einen rabenschwarzen Tag erwischte, ließ weiterspielen. Karadag nahm sofort das Leder, stürmte nach vorne, hatte aber die Rechnung ohne Mirkos Bruder Tobias gemacht. Der „rächte“ sich mit einer unnötigen Attacke am „Übeltäter“. Freistoß VfB. Die Hereingabe landete bei Alen Ademovic, der mit einem sehenswerten Schuss den 2:2-Ausgleich für die Grün-Weißen erzielte (87.). „Wir sollten uns lieber einmal auf das Wesentliche konzentrieren und uns nicht von Gefühlen, dem Schiri oder den Zuschauern aus dem Konzept bringen lassen“, ärgerte sich Schermbeck Coach Martin Stroetzel über das Revanchefoul.

Der fünfte Dreier des SVS in Serie wäre sonst nämlich möglich, aufgrund der ersten Hälfte aber unverdient gewesen. Denn Schermbeck hatte gegen die stark aufspielenden Grün-Weißen in Durchgang eins keine Chance. Nur weil der VfB beim Abschluss zu verspielt und zu unerfahren war, ging es torlos in die Kabine. „Wir hätten in den ersten 45 Minuten drei Tore erzielen müssen“, ärgerte sich Speldorfs Coach Oliver Röder über die leichtfertig vergebenen Chancen von Salih Altin (23.), Karadag (28.) sowie Eric Yahkem (30.). „Wir kommen mit vier Siegen in Folge nach Speldorf und verstecken uns. Dafür fehlen mir die Worte“, hat Stroetzel in der Pause dann aber mit einer lautstarken Andacht die richtigen gefunden.

Denn Schermbeck kam wie verwandelt aus der Kabine, in der die Speldorfer gedanklich noch waren. Nassirou Ouro-Akpo, Seyit Ersoy im Nachschuss (46.), Marek Klimczok (49.) und erneut Ersoy (50.) hätten treffen müssen. In der 53. Minute wurde die Speldorfer Schlafmützigkeit dann bestraft. Klimczok besorgte per Freistoß das 1:0.

Der VfB wachte nun auf, konnte aber nicht mehr sein sehenswertes Kombinationsspiel aus Halbzeit eins an den Tag legen. Jetzt regierte nur noch Kampf. Bis zur 71.Minute. Karadag und Altin hebelten mit einem feinen Doppelpass die Defensive der Gäste aus und Karadag besorgte den 1:1-Ausgleich.

Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem Ouro-Akpo in der 81. Minute noch das 2:1 für Schermbeck erzielte. Doch dann kamen die besagten Schlussminuten und am Ende mussten sich beide Teams nach einem emotionsreichen Gefecht mit einem Remis zufrieden geben.

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