Mit Beginn der Rückrunde startet für Bundestrainer Jürgen Klinsmann auch die heiße Vorbereitungsphase auf die WM im Sommer im eigenen Land.

Klinsmann: "Spieler müssen WM-Bereitschaft zeigen"

20. Januar 2006, 12:13 Uhr

Mit Beginn der Rückrunde startet für Bundestrainer Jürgen Klinsmann auch die heiße Vorbereitungsphase auf die WM im Sommer im eigenen Land. "Jeder muss zeigen, dass er auf dieses Ziel hinarbeitet" fordert der 41-Jährige.

Viel Zeit, die Sonne und angenehme 20 Grad zu genießen, hat Jürgen Klinsmann in seiner Wahlheimat Kalifornien derzeit kaum. Knapp fünf Monate vor Beginn der Weltmeisterschaft dreht sich beim Bundestrainer fast alles um das Großereignis, in das die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am 9. Juni mit dem Eröffnungsspiel gegen Costa Rica in München startet.

"Es ist klar, dass man angesichts der Aufgabenfülle permanent an diese WM denkt. Ich freue mich heute schon darauf, weil ich sehe, welch große Chance sie bietet: für Deutschland, den deutschen Fußball und für jeden einzelnen Spieler", sagte Jürgen Klinsmann im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Entsprechend nimmt der 41-Jährige die Nationalspieler vor dem Auftakt in die Bundesliga-Rückrunde am 27. Januar auch in die Pflicht. "Ich erwarte von jedem, dass er zeigt, dass er unbedingt bei der WM dabei sein will und dass er alles dafür tut, um bei der WM in Topform zu sein. Sicher kann es auch mal schwächere Spiele geben in diesem halben Jahr - aber wichtig ist die Einstellung. Jeder muss zeigen, dass er auf dieses Ziel hinarbeitet", erklärte der Bundestrainer.

DFB-Team trifft sich Ende Januar in Düsseldorf

Dies wird er seinen WM-Kandidaten bei einem zweitägigen Treffen am 30. und 31. Januar in Düsseldorf noch einmal eindringlich vor Augen führen: "Wir treffen uns zum ersten Mal im WM-Jahr und es wird eine Art Einstimmung auf die WM geben." Zudem sind neben einem Regenerationstraining einige Marketing-Maßnahmen und PR-Aufnahmen geplant, "damit wir uns bei den restlichen Terminen vor der WM auf die sportliche Vorbereitung konzentrieren können".

Zuvor steht für Klinsmann selbst jedoch ein Termin auf dem Programm, der ausnahmsweise nichts mit der WM (9. Juni bis 9. Juli) zu tun hat. Am kommenden Freitag (27. Januar) wohnt der Bundestrainer im schweizerischen Montreux der Auslosung der Qualifikationsgruppen für die Europameisterschaft 2008 bei. Dass Deutschland durch die Zurückstufung in Lostopf zwei bei der EM-Qualifikation eine böse Überraschung erleben und bei der Euro 2008 in Österreich und der Schweiz nur Zuschauer sein könnte, erwartet Klinsmann nicht: "Wir sind auf einem guten Weg, haben großes sportliches Potenzial in unserer Nationalmannschaft. Es wird nicht einfach - aber ich mache mir keine Sorgen."

Sorge um Aufhebung der Ausländer-Regel

Da bereitet dem früheren DFB-Kapitän schon eher die geplante Ausländerregelung in der Bundesliga Sorge. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat ab der kommenden Saison die Beschränkung aufgehoben, ohne dabei jedoch eine Kader-Obergrenze festzulegen. Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff hatte dies als "Witz" bezeichnet. Auch Klinsmann spricht sich für eine Korrektur aus, ist aber ohnehin optimistisch, dass es dazu kommen wird: "Ich denke, dass an dieser Regelung noch weiter gearbeitet wird und noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. Die Liga gibt sich viel Mühe, die Interessen aller Seiten zu berücksichtigen. Um die Nationalmannschaft und die Entwicklung deutscher Spieler zu stärken, bedarf es einfach einer besseren Lösung."

Mit Blick auf die Bundesliga erwartet der Bundestrainer keinen Alleingang von Bayern München, "auch wenn es momentan eher danach aussieht". Bremen habe "eine starke Mannschaft, der Hamburger SV ist auf einem guten Weg, Schalke wird in der Rückrunde sicherlich mehr Punkte holen als in der Hinrunde - ich freue mich auf die Bundesliga" - und natürlich auf die WM in Deutschland.

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