Die deutsche Nationalmannschaft hat einen knappen 1:0 (0:0)-Länderspielerfolg über China gefeiert. In Hamburg sorgte Torsten Frings (51.) mit einem Foulelfmeter für das

Deutschland feiert knappen Erfolg gegen China

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12. Oktober 2005, 23:26 Uhr

Die deutsche Nationalmannschaft hat einen knappen 1:0 (0:0)-Länderspielerfolg über China gefeiert. In Hamburg sorgte Torsten Frings (51.) mit einem Foulelfmeter für das "Goldene Tor" der DFB-Elf.

Ein Elfmetertor und nur 20 ansprechende Minuten haben die deutsche Nationalmannschaft acht Monate vor dem WM-Start im eigenen Land vor einem weiteren herben Rückschlag bewahrt. Vier Tage nach dem blamablen 1:2 in der Türkei sicherte Torsten Frings mit seinem verwandelten Strafstoß in der 51. Minute der Elf von Bundestrainer Jürgen Klinsmann in Hamburg gegen China einen 1:0 (0:0)-Sieg. Dabei gewann das DFB-Team zumindest in der Anfangsphase nach der Pause wieder etwas den Kredit der Fans zurück, die vor der Pause nach einer erneut schwachen Vorstellung ohne Pepp und Esprit nur noch Hohn und Spott für die deutschen Stars übrig hatten.

Am Ende gab es aber beim zweiten Sieg in der WM-Saison zwei weitere positive Aspekte, obwohl der erhoffte Befreiungsschlag ausblieb: Das deutsche Team kassierte erstmals seit sieben Spielen (3:0 beim Confed-Cup gegen Tunesien) kein Gegentor, und der Dortmunder Christoph Metzelder gab nach 32 Monaten ein starkes Comeback im DFB-Team.

"Es war klar, dass dieses Spiel heikel wird. Wenn man gegen so ein Bollwerk antritt, muss man schneller in die Spitzen spielen. Das ist uns nicht gelungen, obwohl die Mannschaft sich sehr bemüht hat. Das Spiel ist ein Paradebeispiel für das, was bei der WM auf uns zukommt. Auch im nächsten Jahr werden wir in der Vorrunde gegen Gegner spielen, die sich nur hinten reinstellen, analysierte Bundestrainer Jürgen Klinsmann die Partie.

Die deutsche Mannschaft hatte zwar vor 48.734 Zuschauern mit mehr Engagement als am Samstag in Istanbul begonnen, doch die Kreativabteilung tat sich gegen die "chinesische Mauer" sehr schwer. Die Gäste zogen sich bei Ballbesitz der Deutschen mit neun Feldspielern weit in die eigene Hälfte zurück und ließen dem deutschen Sturm kaum Platz zur Entfaltung.

"Wir haben es nicht geschafft, die Chinesen so richtig unter Druck zu setzen. Es fehlte die Kreativität. Negativ an der ersten Halbzeit war, dass wir dem Gegner Chancen zugelassen haben. Die Mannschaft hat heute mehr Engagement gezeigt und ein höheres Tempo aufgenommen. Die Bereitschaft war deutlich zu sehen, aber die Spieler sind doch etwas verunsichert. Ich bin froh für Oliver Kahn, dass er endlich mal zu Null spielen konnte. Die Mannschaft hat nach der guten Leistung beim Confederations Cup wohl angefangen, nachzudenken und setzt sich jetzt selbst zu sehr unter Druck", meinte DFB-Teammanager Oliver BIerhoff nach dem Spiel.

Die besten Chancen der ersten Hälfte hatten die Chinesen. Zunächst verfehlte Xie Hui frei vor Torhüter Oliver Kahn knapp das Gehäuse (44.), dann zwang Lihai Sun den erneut sicheren Bayern-Keeper zu einer Glanzparade (45.). Danach verabschiedeten die Zuschauer die deutsche Elf mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Kabine.

Klinsmann hatte im letzten Heimspiel in diesem Jahr kurzfristig improvisieren müssen. Wegen den Nachwirkungen einer Grippe musste Miroslav Klose, der bereits am vergangenen Samstag in der Türkei gefehlt hatte, ebenso wie Kapitän Michael Ballack auf seine Teilnahme verzichten. Für Klose, der eigentlich gegen die Mannschaft aus dem Reich der Mitte von Beginn an spielen sollte und damit zu seinem 50. Länderspiel-Einsatz gekommen wäre, rückte der Gladbacher Oliver Neuville neben dem Kölner Lukas Podolski in den deutschen Angriff. Erwartungsgemäß musste auch der Gladbacher Marcell Jansen wegen einer Wadenverletzung passen. Für ihn spielte Schweinsteiger in der linken Seite der Viererkette.

Nach der Pause brachte Klinsmann Robert Huth für Mertesacker, und die deutsche Elf kam im letzten Heimspiel des Jahres wie verwandelt aus der Kabine. Plötzlich war mehr Zug im Spiel, vor allem Tim Borowski füllte die Ballack-Rolle besser aus. Der Bremer gab auch den Pass zu Bernd Schneider, der dann von Weifang Li elfmeterreif gefoult wurde. Frings hatte bei seinem Strafstoß allerdings Glück, Leilei Li kam mit seinen Fingern noch an den Ball. Deisler per Freistoß (57.) und Kuranyi aus kurzer Distanz vergaben weitere Chancen. Für die Chinesen verpasste Dong Fangzhuo mit seinem Kopfball vor den Außenpfosten den Ausgleich nur knapp.

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