Beim Länderspiel gegen Südafrika am Mittwoch möchte Jürgen Klinsmann die wacklige Defensive mit jungen Spielern verstärken. So kündigte der Bundestrainer an, Lukas Sinkiewicz und Marcell Jansen von Beginn an einzusetzen.

"Kinderriegel" soll DFB-Abwehr stabilisieren

06. September 2005, 16:23 Uhr

Beim Länderspiel gegen Südafrika am Mittwoch möchte Jürgen Klinsmann die wacklige Defensive mit jungen Spielern verstärken. So kündigte der Bundestrainer an, Lukas Sinkiewicz und Marcell Jansen von Beginn an einzusetzen.

Nach dem Test von insgesamt 15 Abwehr-Kandidaten setzt Bundestrainer Jürgen Klinsmann gegen Südafrika nun auf einen "Kinderriegel", um die wacklige Defensive zu stabilisieren. Vor dem Länderspiel am Mittwoch (20.30 Uhr/live in der ARD) in Bremen kündigte der Bundestrainer an, dass der 19 Jahre alte Lukas Sinkiewicz vom 1. FC Köln und der gleichaltrige Gladbacher Marcell Jansen erstmals von Beginn an spielen werden. Dazu kommen Per Mertesacker (20) und Arne Friedrich (26) - ergibt eine deutsche Viererkette mit gerade einmal 21 Jahren im Altersdurchschnitt.

Nun also der Versuch mit der Jugend, nachdem in den beiden letzten Länderspielen gegen die Niederlande (2:2) und die Slowakei (0:2) auch Routinier Christian Wörns (33) der Verteidigung nicht die gewünschte Stabilität geben konnte. "Ich bin überzeugt, dass Per Mertesacker und Lukas Sinkiewicz in der Innenverteidigung gut spielen werden", meinte Klinsmann-Assistent Joachim Löw. Auch Jansen hatte nach seiner Einwechslung zur Pause in Bratislava auf der linken Seite "einige schöne Angriffe eingeleitet". Friedrich war in der Slowakei wegen einer Magenverstimmung nicht dabei.

Auf der Suche nach Konturen

Die erneuten Umstellungen gegen Südafrika zeigen jedoch, dass Klinsmann neun Monate vor der WM 2006 gerade in der Abwehr, in früheren Zeiten des Deutschen liebstes Kind, noch immer auf der Suche nach Konturen ist. "Natürlich kann man darüber diskutieren, ob sich die Abwehr einspielen soll. Aber dafür muss man erst mal wissen, welche Abwehr", verteidigte der Bundestrainer schon nach dem Slowakei-Spiel seinen bisherigen Zickzack-Kurs.

In den 18 Länderspielen unter Klinsmann wurden alleine 15 Kandidaten in der Abwehrkette getestet, die sich am Ende um sechs oder sieben WM-Tickets streiten. Lediglich Thomas Linke, der zum Start der Klinsmann-Ära in Österreich ausgeholfen hatte, steht nicht mehr zur Disposition. In dem Dortmunder Christoph Metzelder, dem Schalker Christian Pander oder dem Leverkusener Jens Nowotny befinden sich jedoch noch drei Profis nach gravierenden Verletzungen im Wartestand.

Lahm als großer Hoffnungsträger

Besondere Hoffnungen setzt Klinsmann auf der linken Abwehrseite auf die Rückkehr des derzeit verletzten Münchners Philipp Lahm. "Lahm ist, wenn er fit ist, normalerweise gesetzt. Aber wir müssen erst mal abwarten, wie er nach seiner langen Verletzungspause in Tritt kommt", sagte Löw.

Gerade auf "Linkaußen" sind die Probleme eklatant. Weder der Stuttgarter Thomas Hitzlsperger, erst recht nicht der Leverkusener Bernd Schneider konnten als "Aushilfen" auf dieser Position überzeugen. Dies könnte eine Chance für Jansen sein, der gegen die Slowakei nach der Pause sein Debüt feierte. "Ich will hier erst mal lernen. Natürlich wäre es ein Traum, bei der WM dabei zu sein", sagt der Youngster.

Klinsmann will weiter rotieren

Jansen muss sich aber wie die meisten seiner Konkurrenten in den kommenden Wochen empfehlen. "Solange es keine qualitativen Unterschiede gibt, wird weiter rotiert", kündigte Klinsmann an. Man wisse genau, wann die Experimentierphase beendet sein werde, "damit sich die Grundformation besser einspielen kann", meinte Löw. Nur wann das soweit sein wird, wollte er nicht verraten. Geht es nach Mertesacker so schnell wie möglich, "denn es wäre schon wichtig, wenn sich die Abwehr einspielen könnte. Das sieht man auch in den Vereinen".

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