Die deutsche Nationalmannschaft ist am Mittwochabend nicht über ein 2:2 (1:1)-Remis gegen Russland hinausgekommen. Bastian Schweinsteiger (30., 69.) vom FC Bayern München erzielte beide Tore für die DFB-Auswahl.

Deutschland und Russland trennen sich 2:2

08. Juni 2005, 22:55 Uhr

Die deutsche Nationalmannschaft ist am Mittwochabend nicht über ein 2:2 (1:1)-Remis gegen Russland hinausgekommen. Bastian Schweinsteiger (30., 69.) vom FC Bayern München erzielte beide Tore für die DFB-Auswahl.

Trotz eines Doppelpacks von Jungstar Bastian Schweinsteiger hat die deutsche Nationalmannschaft bei der Generalprobe für den Konföderationen-Pokal im eigenen Land das erhoffte Erfolgserlebnis verpasst. Das Team von Bundestrainer Jürgen Klinsmann kam in Mönchengladbach gegen Russland nicht über ein 2:2 (1:1) hinaus, obwohl der 20 Jahre alte Mittelfeldspieler von Double-Sieger Bayern München mit seinen ersten beiden Länderspieltreffern die Zeichen schon auf Sieg gestellt hatte. Doch Alexander Kerschakow verhinderte mit seinem Treffer in der Nachspielzeit den deutschen Sieg.

Klinsmann: "Kombinationsspiel sehr schön anzuschauen"

"Wir hatten uns natürlich einen Sieg vorgenommen, damit wir mit einem Erfolgserlebnis in den Confed-Cup gehen können. Trotz des blöden Gegentores haben wir genügend Selbstvertrauen gesammelt", meinte Schweinsteiger. "Wir haben ganz gut gespielt, aber kurz vor Schluss darf man nicht in so einen dummen Konter laufen. Das darf einfach nicht passieren", sagte Torwart Oliver Kahn. Klinsmann empfand den späten Ausgleich nur als Schönheitsfehler und war mit dem Spiel seines Teams über weite Strecken zufrieden: "Das Kombinationsspiel war zum Teil sehr schön anzuschauen. Natürlich fehlte in einigen Situationen ein bisschen die Abstimmung. Bastian Schweinsteiger ist in einem Entwicklungs- und Lernprozess, der sehr spannend ist."

Doppelpack von Schweinsteiger

Nach dem Rückstand durch Alexander Anjukow (26.) drehte "Schweini" acht Tage vor dem Auftaktspiel des WM-Testlaufs gegen Australien in Frankfurt und 366 Tage vor dem Eröffnungsspiel der WM 2006 in München mit seinen Toren (30., 69.) zunächst das Spiel. Der zweifache Torschütze wurde in der 84. Minute unter dem tosendem Applaus der 46.228 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park gegen Kevin Kuranyi ausgewechselt.

Mit seiner überragenden Leistung im ersten Länderspiel der 105-jährigen Geschichte des Deutschen Fußball-Bundes in Mönchengladbach dürfte sich Schweinsteiger endgültig ins Team gespielt haben. Seine Ambitionen auf einen Stammplatz beim Konföderationen-Pokal untermauerte auch Lukas Podolski. Der Kölner Zweitliga-Torschützenkönig hat in der Form beste Aussichten auf den zweiten Sturmplatz neben Kuranyi, da der eigentlich gesetzte Bremer Miroslav Klose verletzt ausfällt. In dem 21 Jahre alten Schalker und künftigen Wolfsburger Mike Hanke feierte ab der 62. Minute zudem ein weiterer junger Stürmer als neunter Spieler unter Klinsmann sein Debüt in der Nationalelf.

Trotz insgesamt guter Leistung offenbarte der Vize-Weltmeister aber noch einige Schwächen, vor allem bei Standardsituationen sowie in der Defensive, die Klinsmann im elften Spiel unter seiner Regie zum elften Mal umformieren musste. Im Mittelfeld konnte Michael Ballack nicht an seine eindrucksvolle Leistung anknüpfen, die er am vergangenen Samstag beim 4:1-Sieg in Nordirland gezeigt hatte.

Der Kapitän agierte wie der erneut erst nach der Halbzeit eingewechselte Sebastian Deisler bemüht, aber insgesamt glücklos und hatte diesmal Probleme, das Spiel an sich zu reißen. Besonders blass blieb im Mittelfeld Bernd Schneider. Torsten Frings zeigte sich dagegen als "Abräumer" im Mittelfeld gegenüber dem Nordirland-Spiel stark verbessert.

Neben Schweinsteiger und Podolski hatte Klinsmann drei weitere Spieler gegenüber dem 4:1 am Samstag in Nordirland in die Anfangsformation beordert. Oliver Kahn stand wie abgesprochen wieder für Jens Lehmann im Tor und wird auch am kommenden Mittwoch bei der Partie in Frankfurt gegen Australien beginnen. Andreas Hinkel und Arne Friedrich ersetzten Patrick Owomoyela und den nach seinem Platzverweis von Belfast für ein Spiel gesperrten Innenverteidiger Robert Huth.

DFB-Elf zunächst mit Mühe

Im ersten Durchgang tat sich das DFB-Team gegen die dicht gestaffelte Defensive der Gäste sehr schwer und kam nur durch Einzelaktionen des enorm lauffreudigen Schweinsteigers sowie zwei Fernschüsse von Podolski (14./17.) zu gefährlichen Aktionen. Dennoch war die Führung der Gäste überraschend. Anjukow profitierte vom schlechten Stellungsspiel von Friedrich und Thomas Hitzlsperger und überwand Kahn mit einem Beinschuss. Wie in Nordirland schlug das DFB-Team aber bereits vier Minuten später zurück, als Hinkel auf der rechten Seite endlich einmal die sich bietenden Freiräume nutzte und Podolski mustergültig auf Schweinsteiger ablegte.

Nach dem Wechsel blieb Deutschland überlegen, erspielte sich aber nur wenige gute Torgelegenheiten. Nachdem Schweinsteiger nach schöner Einzelaktion erfolgreich war, verpasste Ballack elf Minuten vor dem Ende die mögliche Vorentscheidung. Während sich Schweinsteiger, Podolski und Per Mertesacker als Stabilisator der Abwehr die Bestnoten im DFB-Team verdienten, überzeugten bei den Gästen vor allem Sergej Semak und Dimitri Sennikow.

Autor:

Kommentieren