Wenn es nach der Meinung von Bundestrainer Jürgen Klinsmann ginge, dann sollten Europacup-Partien und Länderspiele in Zukunft früher angepfiffen werden. Damit sollen mehr Jugendliche als Zielgruppe gewonnen werden.

Klinsmann kritisiert späte Anstoßzeiten

01. Juni 2005, 12:53 Uhr

Wenn es nach der Meinung von Bundestrainer Jürgen Klinsmann ginge, dann sollten Europacup-Partien und Länderspiele in Zukunft früher angepfiffen werden. Damit sollen mehr Jugendliche als Zielgruppe gewonnen werden.

Die späte Anstoßzeit des Spiels der deutschen Nationalmannschaft gegen Bayern München hat Bundestrainer Jürgen Klinsmann nachdenklich gemacht. Der ehemalige Münchner übte allgemeine Kritik an den späten Anstoßzeiten. "Für mich ist das sehr unglücklich und ungeschickt. Unsere Zielgruppe sind vor allem Kinder und Jugendliche, die wir für den Fußball bei so einem Event begeistern wollen. Das ist unsere Zukunft. Die gehören ins Stadion oder vor den Fernseher", sagte Klinsmann.

20.45 Uhr-Termin ausgereitzt

Die Partie in der neuen Münchner WM-Arena hatte nach einem knapp einstündigen Show-Programm erst um 21.20 Uhr begonnen. Viel zu spät, wie auch Bayern-Coach Felix Magath findet: "Das ist aus sportlicher Sicht und auch für die Kinder und Jugendlichen nicht glücklich." Der 20.45-Uhr-Termin der Champions League sei schon "ausgereizt", so Klinsmann: "Wir von der sportlichen Leitung der Nationalmannschaft wollen, dass Länderspiele früher angesetzt werden."

Allerdings wird auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) in Zukunft weiterhin den Wünschen der TV-Anstalten Rechnung tragen müssen. Die kommenden Länderspiele am 4. Juni in Nordirland und am 8. Juni gegen Russland beginnen um 20.30 bzw. 20.45 Uhr. Auch beim Confederations Cup spielt die DFB-Auswahl am 15. Juni im ersten Gruppenspiel gegen Australien erst um 21.00 Uhr und gegen Argentinien am 21. Juni um 20.45 Uhr. Lediglich die Partie am 18. Juni gegen Tunesien findet bereits um 18.00 Uhr statt.

Schon beim DFB-Pokalfinale am vergangenen Samstag zwischen Bayern München und Schalke 04 (2:1) hatte es Diskussionen um die späte Anstoßzeit (20.45 Uhr) gegeben. Der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger hatte in diesem Fall zumindest angekündigt, zu prüfen, "ob die späte Anstoßzeit tatsächlich die beste für den Fußball ist. Nicht allein die Kinder vor dem TV sind davon betroffen. Es geht auch etwas Stimmung verloren für die Fans, die hinterher friedlich ihr Pokalfest in der Berliner Innenstadt feierten."Bei der Weltmeisterschaft 2006 (9. Juni bis 9. Juli) in Deutschland werden die Vorrundenspiele um 15.00, 18.00 und 21.00 Uhr angepfiffen.

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