Nach der 1:3-Pleite in Südkorea gibt Jürgen Klinsmann unverhohlen zu, dass ihn seine erste Niederlage als Nationalcoach schmerzt. Dennoch betont Klinsmann aus der Schlappe sehr wohl auch

Klinsmann gleichzeitig "enttäuscht und zufrieden"

19. Dezember 2004, 19:30 Uhr

Nach der 1:3-Pleite in Südkorea gibt Jürgen Klinsmann unverhohlen zu, dass ihn seine erste Niederlage als Nationalcoach schmerzt. Dennoch betont Klinsmann aus der Schlappe sehr wohl auch "lernen zu können".

Die erste Nationalmannschafts-Niederlage unter Jürgen Klinsmann bringt den Bundestrainer in Erklärungsnot. Nach dem 1:3 in Südkorea am Sonntag bekräftigt der Schwabe aber, dass "uns die Niederlage nicht aus der Bahn wirft".

Frage: "Jürgen Klinsmann, im sechsten Spiel unter Ihrer Regie gab es die erste Niederlage. Wie groß ist die Enttäuschung."

Jürgen Klinsmann: "Im ersten Moment ist man sicherlich ein bisschen enttäuscht, denn keiner verliert gerne. Dennoch bin ich mit dem Auftritt meiner Mannschaft sehr zufrieden. Denn wir waren von Beginn an tonangebend und haben sehr engagiert gespielt. Die Koreaner haben für eine Heimmannschaft ungewohnt defensiv agiert und es gab einige Schlüsselszenen, wie die elfmeterreife Situation gegen Ballack oder der vergebene Elfmeter. Diese Niederlage tut uns aber keinen Abbruch und wirft uns nicht aus der Bahn. Denn vom Engagement und der Spielweise her gibt es nichts auszusetzen. Wir müssen es halt schlucken, dass wir ausgekontert wurden."

Frage: "Was können Sie und die Mannschaft denn aus dieser Niederlage lernen?"

Klinsmann: "Grundsätzlich gehen wir mit der Niederlage genauso um wie mit einem Sieg, aus dem wir ebenfalls lernen können. Die Reise steht unter dem Aspekt der Weiterentwicklung. Dazu gehört auch eine Niederlage, wo wir sehen können, wie die Mannschaft darauf reagiert. Es ist wichtig, dass die Mannschaft während des ganzen Spiels gepowered hat. Zudem ist es gut von außen zu sehen, dass trotz des Konkurrenzkampfes für die WM 2006 ein sehr respektvoller Umgang miteinander herrscht."

Frage: "Arne Friedrich war im ersten Spiel unter ihnen an allen drei Gegentoren beteiligt. Wie bewerten Sie seine Leistung?"

Klinsmann: "Er hat dennoch seinen Job gut gemacht. Wichtig ist, dass er wieder dabei ist, auch wenn er sicher noch nicht seinen Rhythmus gefunden hat."

Frage: "Welche Umstellungen planen sie für das Thailand-Spiel zum Abschluss der Asienreise?"

Klinsmann: "Die Mannschaft wird wie abgesprochen ein anderes Gesicht haben. Spieler wie Ballack, Schneider und Ernst, die zweimal durchgespielt haben, werden pausieren. Und auch Klose wird seine Pause bekommen. In der Innenverteidigung wird Mertesacker mit Friedrich zusammenspielen und Hildebrand für Kahn im Tor stehen."

Frage: "Wie beurteilen Sie die Meldungen, dass Arsene Wenger bei Arsenal London erklärt hat, Jens Lehmann könne den Verein verlassen?"

Klinsmann: "Wir haben die neusten Nachrichten aus England natürlich zur Kenntnis genommen, und werden nach Weihnachten das Gespräch mit Wenger suchen. Ich werde ihn nach unserer Rückkehr anrufen, denn wir wollen natürlich auch wissen, was da wirklich los ist."

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