Trotz seiner Reservistenrolle bei Englands Meister FC Arsenal will Jens Lehmann den

Bankdrücker Lehmann denkt nicht an Wechsel

15. Dezember 2004, 14:07 Uhr

Trotz seiner Reservistenrolle bei Englands Meister FC Arsenal will Jens Lehmann den "Gunners" nicht vorzeitig den Rücken kehren. "Ich lebe und bin gern in London", sagte der zur Nummer zwei degradierte Nationaltorhüter.

Ein Vereinswechsel ist für Jens Lehmann trotz seiner unbefriedigenden Situation als Nummer zwei beim englischen Meister Arsenal London offenbar momentan kein Thema. "Ich sage nur soviel: Ich lebe und bin gern in London. Eigentlich mache ich mir dazu noch keine Gedanken. Ich wusste von Anfang an, dass man bei einem großen Klub auch mal auf die Bank muss. Aber überrascht war ich schon", sagte der 35-Jährige, der zuletzt als Reservist viermal in Folge bei Arsenal nur auf der Ersatzbank saß, der Bild-Zeitung.

Funkstille zwischen Lehmann und Wenger

Mit seinem Trainer Arsene Wenger habe er vor dem Spiel am vergangenen Sonntag gegen den FC Chelsea (2:2) "gar nicht" gesprochen, so Lehmann, der offenbar damit rechnet, auch am kommenden Sonntag gegen Portsmouth bei den "Gunners" nur zweite Wahl zu sein: "Ich gehe davon aus, im Moment nicht zu spielen. Mit dieser Entscheidung muss ich leben."

Der Druck auf Lehmann im Hinblick auf die Nationalmannschaft und die WM 2006 nimmt allerdings zu. "Sollte bei Jens Lehmann die Situation so bestehen bleiben, wird es schwer für ihn, die Nummer eins zu werden", sagte Bundestorwarttrainer Andreas Köpke am Rande der Asien-Reise der Bild, kündigte aber ein Gespräch mit Wenger an: "Wir werden uns erkundigen, was los ist."

Indes hat Köpke die Bedenken an Oliver Kahn und Lehmann, die unter anderem Franz Beckenbauer äußerte, zurückgewiesen. Beide seien mit 35 Jahren nicht zu alt: "Ich habe selbst mit 36 noch gespielt und kein Nachlassen festgestellt. Der einzige Unterschied ist nur, dass dir von außen immer das Alter vorgehalten wird."

"Genau der richtige Zeitpunkt für ein Tief"

Bayern Münchens Torwarttrainer Sepp Maier findet es immerhin ungewöhnlich, dass Kahn im Jahr 2004 "so oft, na ja sagen wir öfter mal, solche Fehler macht". Kahn stecke halt momentan in einem Tief - "und das ist gut so. Mit Blick auf die WM 2006 ist es genau der richtige Zeitpunkt für ein Tief. Schlimmer wär´s, wenn er Anfang 2006 schlecht drauf ist", meinte Meier in einem AZ-Interview.

Der Vorgänger von Köpke forderte Kahn auf, "aus den letzten Wochen und Monaten seine Lehren zu ziehen. Er sollte nicht immer auf Teufel-komm-raus spielen, wenn er nicht hundertprozentig fit ist. Aber wir alle wissen ja, wie ehrgeizig er ist", sagte Maier.

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