Köpke würde sich in Torhüterfrage früh festlegen

as
15. November 2004, 14:35 Uhr

Der neue Bundestorwarttrainer Andreas Köpke steht zwar hinter dem Rotationsprinzip von Jürgen Klinsmann, empfiehlt dem Chefcoach aber "aus eigener Erfahrung", sich frühzeitig für einen Torhüter zu entscheiden.

Der neue Bundestorwarttrainer Andreas Köpke glaubt, dass es besser wäre, die Torhüter-Diskussion im Hinblick auf die WM 2006 bei der deutschen Nationalmannschaft mit einer frühzeitigen Entscheidung zu beenden. "Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es nicht gut ist, wenn man sich erst unmittelbar vor Turnierbeginn auf eine Nummer eins festlegt", erklärte der Europameister von 1996 vor dem Länderspiel der DFB-Auswahl am kommenden Mittwoch in Leipzig gegen Kamerun (20.40 Uhr/live in der ARD).

Rotation sinnvoll

Köpke, der die Nachfolge von Sepp Maier angetreten hat und als "BTT" erstmals in Leipzig für die Betreuung der Nationaltorhüter verantwortlich ist, wies aber darauf hin, dass Klinsmann in allen Fragen die letzte Entscheidung habe. Zudem unterstrich der 42-Jährige, dass der eingeschlagene Weg der Rotation vor allem bei den Torleuten sinnvoll sei und die beiden erfahrenen Keeper Oliver Kahn und Jens Lehmann sowie Timo Hildebrand mit dieser Situation keine Probleme hätten.

Dies war auch das Ergebnis eines knapp einstündigen Gespräches zwischen Köpke sowie den drei aktuellen DFB-Keepern am Sonntagabend im DFB-Quartier Westin-Hotel in Leipzig. Köpke betonte, dass dieses Treffen kein Krisengipfel, sondern lediglich ein Meinungsaustausch gewesen sei, "ein erster Schritt, um eine vernünftige Basis zu erreichen". Köpke hatte in Absprache mit Klinsmann und dessen Assistenten Joachim Löw das Gespräch mit den Schlussleuten alleine geführt.

Löw: "Thema ausgelutscht

Löw erklärte in diesem Zusammenhang, dass jetzt auch der Zeitpunkt erreicht sei, an dem "dieses Thema ausgelutscht ist". Gleichwohl bestätigte Löw, dass es am Donnerstag noch ein Gespräch der sportlichen DFB-Führung mit den Verantwortlichen von Bayern München über dieses Thema geben werde. "Wir werden aber nicht von unserer Linie abweichen", machte der Klinsmann-Assistent klar.

Vor allem Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge hatte die jüngste Diskussion um die Torhüter-Rotation ins Rollen gebracht. Der ehemalige Nationalspieler hatte behauptet, dass Klinsmann mit seiner Maßnahme die Torhüter Kahn und Lehmann zusätzlich unter Druck setze.

Autor: as

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