Oliver Kahn will sich im Streit um den Platz im Tor der deutschen Nationalmannschaft künftig nur noch über sportliche Dinge äußern.

Kahn will sich "nur auf Leistung" konzentrieren

ar
17. Oktober 2004, 12:33 Uhr

Oliver Kahn will sich im Streit um den Platz im Tor der deutschen Nationalmannschaft künftig nur noch über sportliche Dinge äußern. "Ich konzentriere mich nur auf meine Leistung", sagte der Kapitän von Bayern München.

Nach dem andauernden Streit um die Nummer eins im Tor der deutschen Nationalmannschaft will sich Oliver Kahn öffentlich nur noch über seine sportlichen Leistungen äußern. "Ich konzentriere mich nur auf meine Leistung. Letztes Jahr war für meine Ansprüche nicht optimal, aber ich habe längst da angeknüpft, wo ich schon gestanden bin. Darüber sollte man fairnesshalber auch mal wieder berichten", sagte der Kapitän von Bayern München, der beim 0:1 gegen Schalke 04 dem enormen Druck standgehalten hatte.

Kahn wollte auch nicht den Rauswurf seines Torwart-Trainers Sepp Maier aus der DFB-Auswahl kommentieren. Er betrachte die Dinge sehr objektiv, meinte der 35-Jährige nur: "Ich spiele eine sehr gute Saison und habe auch gegen Schalke meine Leistung gebracht. Das ist das Wichtigste, auch für die entscheidenden Leute."

Klinsmann verteidigt harten Kurs

Derweil verteidigte Bundestrainer Jürgen Klinsmann zum wiederholten Male seinen harten Kurs und kündigte sogar weitere Veränderungen an. "Wir haben viele Dinge gestartet, von denen wir überzeugt sind, dass sie uns weiterhelfen. Man kann alles in Zweifel stellen, letztendlich halten aber auch wir den Kopf hin, wenn es nicht gut geht. Dann schießen sie uns auf den Mond", sagte Klinsmann im ZDF-Sportstudio.

Man wolle der Mannschaft die Basis geben, um bei der WM 2006 Erfolg zu haben. Dafür werde man auch in Zukunft noch viele Dinge ändern, "mit dem Risiko, dass sie nicht jedem passen", führte der Bundestrainer weiter aus. Man wolle dafür sorgen, "dass sich alle Spieler bestmöglich und fair behandelt fühlen". Diese Neutralität wäre bei Maier nicht mehr gegeben gewesen. Deshalb habe man die Trennung vollzogen, "mit Stil und Niveau", so Klinsmann.

Bayern sichert Klinsmann "volle Unterstützung" zu

Die "volle Unterstützung" erhält Klinsmann bei seinen Plänen auch künftig von Bayern München, wie Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge betonte. Im Gegensatz zu Bayern-Manager Uli Hoeneß befürchtet der AG-Chef durch die Verpflichtung von Andreas Köpke als Bundes-Torwarttrainer für Maier auch keine Vetternwirtschaft.

"Ich habe Jürgen Klinsmann als sehr seriösen und korrekten Menschen kennengelernt. Er ist viel zu clever, dass er sich durch diese Dinge beeinflussen lässt", sagte Rummenigge der Welt am Sonntag. Es gebe deshalb auch keinen Grund, "dass wir etwas in Frage stellen". Die Aufgabe von Klinsmann sei es, so Rummenigge, "die Nationalmannschaft auf einen erfolgreichen Weg zu führen, und diesen Auftrag hat er in der ersten Phase gut erfüllt. Er macht alles richtig."

Im Torwartstreit zwischen Kahn und Jens Lehmann ergriff Rummenigge klar Partei für den Münchner: "Ich gehe davon aus, dass er sich auch diesmal durchsetzen wird. Er hat die Klasse, den Ehrgeiz. Da kann sich der Herr Lehmann noch so auf den Kopf stellen."

Autor: ar

Kommentieren