Thomas Hitzlsperger ist auf der Karriereleiter eine weitere Sprosse nach oben geklettert. Der 22-jährige England-Legionär steht im Aufgebot von Bundestrainer Jürgen Klinsmann für das Iran-Länderspiel am 9. Oktober.

Für Hitzlsperger "geht ein Traum in Erfüllung"

ar
01. Oktober 2004, 13:15 Uhr

Thomas Hitzlsperger ist auf der Karriereleiter eine weitere Sprosse nach oben geklettert. Der 22-jährige England-Legionär steht im Aufgebot von Bundestrainer Jürgen Klinsmann für das Iran-Länderspiel am 9. Oktober.

"Hellauf begeistert" war Thomas Hitzlsperger, als ihn am Dienstag von Bundestrainer Jürgen Klinsmann telefonisch die Mitteilung erreichte, er sei für das Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft am 9. Oktober im Iran (18 MESZ, live im ZDF) nominiert.

"Für mich geht ein Traum in Erfüllung", so der 22-Jährige. Ganz unerwartet kam die Berufung jedoch nicht für den Mann, den die Fans seines in Birmingham beheimateten Premier-League-Klubs Aston Villa aufgrund seiner Schussgewalt "The Hammer" (Der Hammer) nennen. Hitzlsperger durchlief von der "U15" bis zur "U21" sämtliche Junioren-Teams des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und stand schon seit einigen Wochen in Klinsmanns Notizbuch.

"Geheimtipp" von Vogts?

Den Eintrag verschaffte ihm offenbar der ehmalige Bundestrainer und derzeitige schottische Nationalcaoch. "Berti Vogts beobachtet häufig die Spiele der Premier League. Er hat Klinsmann wohl einen Tipp gegeben", berichtet Hitzlsperger. Der Spross einer neunköpfigen Landwirtsfamilie aus dem bayerischen Forstinning erfüllt genau das Anforderungsprofil des neuen Bundestrainers: Als "Linksfuß" besetzt er im Mittelfeld genau die Position, auf der es beim DFB krankt.

Zudem passt Hitzlspergers von schnellem Direktpass-Spiel geprägter Tempofußball zur Philosophie Klinsmanns. "Er ist es gewohnt, unter Druck hohes Tempo zu gehen und darüber hinaus sehr zweikampfstark", lobt Klinsmann. Auch seine vermeintliche Schwäche, die mangelnde Schnelligkeit, hat er inzwischen ausgebügelt.

Seine Karriere begann der England-Legionär in der F-Jugend von Bayern München. "Mit 18 hatte ich dann ein Probetraining bei Aston Villa", sagt Hitzlsperger. Das lief so gut, dass ihm der siebenmalige englische Meister gleich ein konkretes Angebot machte: "Ich dachte, es sei leichter, bei einem kleineren Verein Profi zu werden, als beim FC Bayern, und habe unterschrieben."

Hitzlsperger kam jedoch auf der Insel zunächst nicht zurecht und wurde nach nur einem Kurzeinsatz in der Saison 2000/01 an den Drittligisten Chesterfield ausgeliehen. Der damalige Villa-Coach Graham Taylor holte ihn Anfang 2002 zurück in die erste Mannschaft, aus der er seither nicht mehr wegzudenken ist - "weil ich gelernt habe, dazwischen zu hauen", meint der nur außerhalb des Platzes nette und freundliche Hitzlsperger. Auf 78 Erstligaspiele (sechs Tore) hat es der ehrgeizige Youngster nun schon gebracht.

Villa mit "Hitz" zufrieden

In Birmingham sind sie zufrieden mit ihm. "Villa würde meinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag gerne verlängern", sagt Hitzlsperger. "Ich bin in England sehr glücklich", ergänzt er. Einen Wechsel in die Bundesliga kann er sich dennoch vorstellen. Lose Kontakte gebe es bereits, "aber da müsste alles passen, schließlich will ich mich ja weiterentwickeln".

Die Bundesliga kann warten. Das Nahziel heißt Stammplatz in der DFB-Elf. Dass er sich auch bei Klinsmann durchsetzen wird, daran hat "Hitz" keinen Zweifel. "Ich kann zwar nicht erwarten, schon in Teheran eingesetzt zu werden. Aber früher oder später muss ich spielen."

Autor: ar

Kommentieren