Die Reservistenrolle der Nationalspieler Sebastian Schweinsteiger und Robert Huth bei ihren Vereinen ist für Bundestrainer Jürgen Klinsmann kein Grund zur Sorge. Für

Klinsmann übt bei "Schweini" und Huth Geduld

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08. September 2004, 11:12 Uhr

Die Reservistenrolle der Nationalspieler Sebastian Schweinsteiger und Robert Huth bei ihren Vereinen ist für Bundestrainer Jürgen Klinsmann kein Grund zur Sorge. Für "Klinsi" zählt nur die Perspektive für die WM 2006.

Die Jung-Nationalspieler Sebastian Schweinsteiger und Robert Huth müssen sich in ihren Vereinen momentan mit der Reservisten-Rolle zufrieden geben, doch Jürgen Klinsmann bleibt gelassen. Für den Bundestrainer zählt einzig die Perspektive, die ein Spieler hinsichtlich der WM 2006 hat.

Und die sieht Klinsmann beim Abwehrspieler von Chelsea London und beim Mittelfeldspieler von Bayern München durchaus. "Ich kann nicht jedes Mal nach einem Spieltag alles umschmeißen. Ich muss langfristig mit Blick auf die WM denken", betonte Klinsmann auch vor dem Länderspiel am Mittwochabend gegen Brasilien, zu dem er die beiden Talente trotz ihrer schwierigen Situation im Klub erneut eingeladen hatte.

Auch Teammanager Oliver Bierhoff sieht dies als einzigen gangbaren Weg. "Wir können in Deutschland nicht aus einem so großen Topf schöpfen. Bei dieser begrenzten Anzahl an Spielern muss man auch einmal in Kauf nehmen, dass einer, gerade bei den Jungen, mal nicht spielt. Das ist kein Problem, wichtiger ist das Potenzial", erklärte Bierhoff und fügte an: "Und das haben beide. Das haben sie auch vor dem Brasilien-Spiel im Training wieder gezeigt."

Nationalmannschaft als Aufbauhilfe

So dient die Nationalmannschaft für Huth und Schweinsteiger derzeit als Aufbauhilfe, um im Verein so bald wie möglich wieder Fuß zu fassen. Zuletzt hatte auch Kevin Kuranyi mit drei Treffern in Österreich (3:1) neues Selbstvertrauen geschöpft und war danach auch im Klub durchgestartet.

Sollte dies mittel- oder langfristig nicht gelingen, rät Bierhoff den Talenten allerdings grundsätzlich zu einem Vereinswechsel. "Auf Dauer ist es natürlich für jeden Spieler sehr wichtig, dass er Spielpraxis bekommt." Auch deshalb schickte Klinsmann Schweinsteiger zum Länderspiel der U21 am Dienstagabend gegen Serbien und Montenegro. Heute kehrte der 20-Jährige zum A-Team zurück.

Schweinsteiger nur in der Regionalliga

Bei seinem Klub stand "Schweini" zuletzt nicht einmal mehr im Profikader und musste stattdessen in der Regionalliga bei den eigenen Amateuren spielen. Ein Ausleihgeschäft zu Bayer Leverkusen in der vergangenen Woche ist dennoch geplatzt. Deshalb muss und will der Nationalspieler, der bei der EM auf sich aufmerksam gemacht hatte, beim FC Bayern seine Chance suchen. "Ich muss mich dagegen wehren, dass ich nicht spiele", sagte der technisch beschlagene Mittelfeldspieler.

Eine Aussage, die auch auf Huth zutrifft. In der vergangenen Saison hatte sich der hoch aufgeschossene Berliner in England beim Spitzenklub Chelsea London in den Vordergrund und in die Stammelf gespielt. In dieser Spielzeit ist für den 20 Jahre alten Abwehrspieler, der in Österreich sein Debüt in der DFB-Auswahl gefeiert hatte, bisher kein Platz im Starensemble von Trainer Jose Mourinho. Nun will sogar Klinsmann ein Gespräch mit Mourinho suchen, um die Perspektiven von Huth beim FC Chelsea abzuklopfen.

Huth: "Werde meine Chance nutzen"

"Der neue Coach hat eben neue Vorstellungen. Das ist im Fußball eben so. Das sind alles Weltklasseleute. Aber wenn man mir die Chance gibt, werde ich sie nutzen. Ich bin optimistisch", meinte der gebürtige Berliner, der bisher wie Schweinsteiger nur in der vereinseigenen Reserve zum Zug kam.

Entsprechend groß ist bei beiden der Ehrgeiz, sich in ihren Klubs wieder zu etablieren und das Vertrauen, das ihnen Klinsmann mit der Nominierung entgegenbringt, zurückzuzahlen. Denn eins haben Schweinsteiger und Huth schon verwirklicht: das Ziel des Bundestrainers. Schweinsteiger dazu: "Mein Ziel ist nicht die Regionalliga. Mein Ziel ist die WM 2006."

Autor: as

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