Vor dem Länderspiel Deutschland Brasilien verkörpert Sebastian Deisler die Rolle des Hoffnungsträgers. Seine Verletzungsanfälligkeit und die mentalen Probleme sind vergessen. Das Ziel des 24-Jährigen ist die WM 2006.

Sebastian Deisler hat wieder Spaß am Fußball

ds
05. September 2004, 15:05 Uhr

Vor dem Länderspiel Deutschland Brasilien verkörpert Sebastian Deisler die Rolle des Hoffnungsträgers. Seine Verletzungsanfälligkeit und die mentalen Probleme sind vergessen. Das Ziel des 24-Jährigen ist die WM 2006.

Der lange verletzte Sebastian Deisler hat vor dem Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft am Mittwoch gegen Rekordweltmeister Brasilien (20.45 Uhr/live im ZDF) die Rolle des Hoffnungsträgers übernommen. Das zweite Spiel der Ära Jürgen Klinsmann als DFB-Teamchef wird vom 24-Jährigen gleichsam als Rückkehr und Aufbruch zu neuen Ufern empfunden. "Es ist ein echter Neuanfang für mich. Der Körper funktioniert, und das fühlt sich gut an. Jedes Spiel, jedes Training ist ein Geschenk für mich", erklärte der Mittelfeldspieler von Bayern München am Sonntag.

Seine jahrelange Verletzungsanfälligkeit und die mentalen Probleme, die im Vorjahr zu einer psychiatrischen Behandlung führten, sind für den "neuen" Deisler bereits Vergangenheit. "Darüber ist viel geredet worden. Für mich ist das vorbei. Ich schaue voraus in Richtung WM 2006, und ich fühle, dass das Spielen von Tag zu Tag besser wird."

Auch der frische Wind, den Klinsmann bereits in die Arbeit der Nationalmannschaft eingebracht hat, fördert bei Deisler die Lust auf mehr. "Es war schon überraschend, dass Jürgen Klinsmann den Job übernommen hat. Aber ich kann sagen: Es passt. Oliver Bierhoff und er können sich in uns Spieler hineinversetzen."

Besondere Aufmerksamkeit für Deisler

Das Lob spielte Klinsmann im perfekten Doppelpass zurück, indem er für den Ausnahmespieler eine Extraportion Aufmerksamkeit versprach. "Wir haben uns mit Sebastians Situation beschäftigt und nehmen seinen Rhythmus auf." Nachdem er beim Österreich-Länderspiel (3:1) noch Rücksicht auf den Verein und die Befürchtungen von Bayern-Trainer Felix Magath genommen hatte, wollte er diesmal Sebastian unbedingt dabei haben: "Ich möchte ein Gefühl für ihn entwickeln und Gespräche mit ihm führen."

Und Deisler soll auch am "Berlin-Schwur" des Teams beteiligt sein. "Berlin wird in unserer Arbeit der nächsten Jahre immer ein Schlagwort sein. Das Endspiel 2006 findet in diesem Stadion statt. Da wollen wir hin", sagte Klinsmann. Das Annehmen der neuen Rolle, die ihm wie selbstverständlich im Training das gelbe "Regisseur"-Leibchen einbringt, ist wohl auch im Kopf des Sebastian Deisler vollzogen. "Ich fühle mich fit. Es gibt keine Probleme. Ich sehe Licht", erklärte er im Stile eines echten Hoffnungsträgers.

Autor: ds

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