Von der Arbeit mit den neuen Kollegen ist Bundestrainer Jürgen Klinsmann begeistert.

Klinsmann macht Arbeit mit neuen Kollegen Spaß

tw
18. August 2004, 11:44 Uhr

Von der Arbeit mit den neuen Kollegen ist Bundestrainer Jürgen Klinsmann begeistert. "Die Zusammenarbeit macht unglaublich viel Spaß", sagte der Schwabe am Rande des Testländerspiels gegen Österreich.

Nach den ersten Wochen klappt die Zusammenarbeit des neuen DFB-Trios immer besser. Klinsmanns Assitenten Joachim Löw und Oliver Bierhoff verfolgen das selbe Ziel wie ihr Chef: Der WM-Titel 2006 für die deutsche Nationalmannschaft. Das Duo soll dem neuen Bundestrainer Jürgen Klinsmann den Rücken freihalten.

"Die Zusammenarbeit macht unglaublich viel Spaß. Mit Jogi stelle ich die Trainingspläne auf, wir sprechen über die Abläufe in den nächsten zwei Jahren. Mit Oliver besprechen wir alles, was für das Umfeld der Nationalmannschaft wichtig ist", beschreibt Klinsmann seine ersten Eindrücke über die Zusammenarbeit mit den zwei wichtigsten Personen an seiner Seite beim vom ihm ins Leben gerufenen "Projekt WM 2006".

Spieler sollen nicht überfordert werden

"Wir müssen in den nächsten 22 Monaten ein Puzzle zusammensetzen, Baustein für Baustein. Das ist wie bei einem Maler, der zu seinem Bild immer etwas mehr Farbe hinzufügt", erklärt Löw im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) die mit seinem "Chef" abgesprochene Arbeitsweise. Dass man innerhalb kurzer Zeit nicht allzuviel bewegen kann, ist dem 44-Jährigen bewusst. "Wir dürfen die Spieler nicht überfordern, ihnen nicht zu viel aufbürden", betont Löw, der auf dem Trainingsplatz für die Umsetzungen der Übungen verantwortlich ist.

In den ersten drei Trainingseinheiten vor dem Debütanten-Ball der neuen Nationalmannschafts-Führung in Wien gegen Österreich legten Klinsmann und Löw vor allem Wert auf drei Dinge: Verbesserung des Passspiels, das schneller werden soll, Forcierung des Spiels ohne Ball und eine Erhöhung des Spielrhythmus. Löw dazu: "Das sind wesentliche Dinge, die wir so schnell wie möglich den Spielern einimpfen wollen. Deshalb werden wir bei der Nationalmannschaft auch mehr trainieren als bislang üblich. Zweimal am Tag ist kein Problem, gerade in der Anfangsphase einer Saison. Am Ende einer Spielzeit, wenn die Profis 40 Spiele in den Knochen haben, kann man immer noch alternativ arbeiten."

Grundlagentraining steht wieder auf dem Plan

Arbeiten ist genau der richtige Ausdruck. Denn im Gegensatz zu Rudi Völler und dessen Assistenten Michael Skibbe, die das Grundlagentraining den Klubtrainern überließen, muss sich der ein oder andere Nationalspieler unter der neuen Führung wie in der Fußball-Schule vorkommen. Ob Sebastian Schweinsteiger oder Torsten Frings, wenn etwas nicht auf Anhieb klappt, pfeift Löw die Stars zurück: "Von vorne, bis es funktioniert". Für den ehemaligen Stuttgarter Coach sind diese Dinge normal: "Ein Trainer soll loben, aber auch korrigieren. Aber es dauert natürlich einige Zeit, bis die Spieler mir der neuen Philosophie zurechtkommen."

Den ein oder anderen ungläubigen Blick hat Löw dabei schon ausgemacht, er ist aber davon überzeugt, auf Dauer das Niveau der Mannschaft zu verbessern: "Die Spieler können alles, wenn man es ihnen richtig zeigt. Als Trainer muss man die Dinge theoretisch und praktisch auf dem Platz vorleben, bis sie sich bei den Spielern automatisieren." Für den Flachs bleibt da wenig Raum: "Generell ist Spaß bei der Arbeit wichtig. Wenn die Übungen laufen, gibt es aber keinen Spaß, da ist volle Konzentration und kein Lachen angesagt. In den Pausen ist dann ein dummer Spruch erlaubt."

Bierhoff leistet professionelle Arbeit

Absolut professionell verhält sich auch Bierhoff, der im Vorfeld des Länderspiels bereits mit vielen Bundesliga-Managern gesprochen hat. Am Spielfeldrand plaudert der ehemalige DFB-Kapitän mit den Journalisten, im Hotel führt er Gespräche mit Sponsoren oder hat vor dem DFB-Quartier ein offenes Ohr für die Wünsche der Fans. "Für mich muss sich das alles erst einspielen. Aber ich bin überzeugt davon, dass wir gemeinsam Erfolg haben werden", sagt der 36-Jährige, der weitere schmerzliche Personalentscheidungen im Umfeld des Nationalelf nicht ausschließt.

Nachdem Bundestorwarttrainer Sepp Maier wegen seiner öffentlichen Parteinahme für seinen Schützling Oliver Kahn von Klinsmann und Bierhoff zunächst nur abgemahnt wurde, könnte es Erich Rutemöller treffen, der offiziell als zweiter Assistent geführt wird. Der Chefausbilder der deutschen Trainer, unter dem Duo Völler/Skibbe allein verantwortlich für das Aufwärmtraining und stets im Dialog mit seinen Chefs, wurde von Klinsmann/Löw zum Hütchenaufsteller, Leibchenverteiler und Balleinsammler degradiert.

Autor: tw

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