Die Spekulationen um den Nachfolger von Rudi Völler halten an. Sollten Morten Olsen und Guus Hiddink für das Amt des Bundestrainers absagen, ist auch eine Doppellösung mit Völler und Lothar Matthäus im Gespräch.

Doppelspitze Matthäus/Völler im Gespräch

er
21. Juli 2004, 13:58 Uhr

Die Spekulationen um den Nachfolger von Rudi Völler halten an. Sollten Morten Olsen und Guus Hiddink für das Amt des Bundestrainers absagen, ist auch eine Doppellösung mit Völler und Lothar Matthäus im Gespräch.

Sollten die Wunschkandidaten Morten Olsen und Guus Hiddink, die nach wie vor als Favoriten auf die Nachfolge von Teamchef Rudi Völler gelten, absagen, scheint auch eine spektakuläre Doppellösung nicht ausgeschlossen. Denn neben Winfried Schäfer ist offenbar weiterhin Rekordnationalspieler Lothar Matthäus ein Thema. Der ungarische Nationaltrainer könnte dabei von Völler unterstützt werden, der in diesem Fall als Nationalmannschaftsmanager zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) zurückkehren würde.

Matthäus und Schäfer nicht unumstritten

Die deutschen Kandidaten Schäfer und Matthäus sollen in der Trainerfindungskommission ("TFK") jedoch umstritten sein. WM-OK-Chef Franz Beckenbauer und DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder sind in der Bewertung der beiden angeblich verschiedener Meinung. Der Kölner Express schrieb bereits von einem internen Machtkampf. Demnach soll Mayer-Vorfelder bei einer Sitzung gedroht haben, den Raum zu verlassen, falls Beckenbauer noch einmal den Namen Matthäus in die Runde werfen würde. Auch Schäfer, den der "Kaiser" zuletzt als Kandidaten ins Spiel brachte, stößt bei "MV" offenbar auf erheblichen Widerstand. Als Präsident des VfB Stuttgart hatte Mayer-Vorfelder Schäfer 1998 zu den Schwaben geholt. Nur ein halbes Jahr später hatte sich Schäfer mit der VfB-Führung und der Mannschaft überworfen.

Matthäus-Verpflichtung nicht ausgeschlossen

Eine Verpflichtung von Matthäus scheint trotz der Bedenken von "MV" jedoch nicht mehr ausgeschlossen, zumal sich die Verhandlungen mit Olsen und Hiddink als wenig erfolgreich abzeichnen. Beckenbauer hatte zwar erklärt, dass die Aufgabe und die alleinige Verantwortung für den 43-Jährigen noch zu früh käme. Daraus folgerte die Sport-Bild, dass Matthäus noch ein erfahrener Mann zur Seite gestellt würde. In Frage käme dafür Holger Osieck (55), der einst schon den Teamchef Beckenbauer als Assistent begleitet hatte.

Doppelspitze mit Matthäus und Völler?

Aber auch eine Doppellösung mit Matthäus und Völler, die 1990 zusammen Weltmeister wurden, scheint möglich. Der ehemalige Teamchef könnte Matthäus dank seiner knapp vierjährigen Erfahrung mit der Nationalmannschaft unterstützen. Völler hatte zuletzt immer wieder betont, dass er schneller in den Fußball zurückkehren werde als vermutet.

Diese Lösung könnte deshalb realistisch werden, da die Kommission weiterhin vergeblich auf eine Zusage von Olsen oder Hiddink wartet. Am Mittwoch hieß es vom dänischen Verband (DBU) gar, dass über eine Freigabe von Olsen überhaupt noch nicht verhandelt worden sei. Dies sei angesichts eines Vertrages bis 2006 auch kein Thema. Auch beim PSV Eindhoven wird weiterhin ausgeschlossen, dass Hiddink (Vertrag bis 2007) den Verein verlässt.

Liga-Präsident und TFK-Mitglied Werner Hackmann bestätigte am Mittwoch dem Sport-Informations-Dienst (sid) immerhin Beckenbauers Ankündigung, dass noch in dieser Woche eine Entscheidung fallen soll. "Das haben wir uns auf jeden Fall vorgenommen", sagte Hackmann, der sich ansonsten nicht zu den aktuellen Spekulationen äußern wollte - auch nicht zu angeblichen internen Unstimmigkeiten: "Davon ist mir nichts bekannt."

Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, Mitglied des Arbeitskreises Nationalmannschaft, wies noch einmal darauf hin, dass keine Eile geboten sei: "Für mich ist nur eines wichtig - nämlich dass die Verantwortlichen den Bundestrainer in aller Ruhe suchen und sich nicht unter Druck setzen lassen."

Autor: er

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