DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder hat dem Sport-Informations-Dienst (sid) noch einmal die Gründe für die Absage Ottmar Hitzfelds erläutert und will nun gemeinsam mit dem Präsidium einen neuen Kandidaten auswählen.

"MV" bezieht Präsidium in die Trainerfrage mit ein

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01. Juli 2004, 16:13 Uhr

DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder hat dem Sport-Informations-Dienst (sid) noch einmal die Gründe für die Absage Ottmar Hitzfelds erläutert und will nun gemeinsam mit dem Präsidium einen neuen Kandidaten auswählen.

In einem Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) hat DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder noch einmal die Beweggründe Ottmar Hitzfelds für dessen Absage als Bundestrainer erläutert und das weitere Vorgehen der DFB-Spitze in der Suche nach einem Nachfolger für Teamchef Rudi Völler erklärt. Auf der DFB-Präsidiumssitzung am Montag soll über weitere Kandidaten diskutiert werden, wobei "MV" betonte, dass er die Präsidiumsmitglieder mit in die Verantwortung nehmen will.

Frage: "Wie kam es genau zur Absage von Ottmar Hitzfeld, der ihr Wunschkandidat auf den Posten des Bundestrainers der deutschen Fußball-Nationalmannschaft war?"

Gerhard Mayer-Vorfelder: "Ottmar Hitzfeld hat mir mitgeteilt, dass er unser Angebot nicht annehmen wird. Ihn ehre das Vertrauen, aber er sagte mir, er fühle sich nicht in der Verfassung, die nötig wäre, um die Nationalmannschaft nach vorne zu bringen. Am Montag gibt es eine Präsidiumssitzung. Da kann jeder Gedanken vortragen zu Namen und Kandidaten."

Frage: "Gehen Sie bitte etwas mehr ins Detail, was die Beweggründe von Hitzfeld anbelangt."

Mayer-Vorfelder: "Hitzfeld hat mir erklärt, dass er nach sechs Jahren Bayern München und dem Stress in den letzten Monaten eine Auszeit benötige. Dies habe er auch schon in Dortmund erlebt und das sei jetzt wieder der Fall. Wir waren uns in allen Punkten einig. Er habe sich die Entscheidung lange gründlich überlegt. Er sagte mir, sie sei ihm nicht leicht gefallen, denn es war immer sein Traum, Nationaltrainer zu werden. Aber nach einigen schlaflosen Nächten - so seine Worte - sei er zu der Entscheidung gekommen."

Frage: "Wie stehen Sie zu seiner Entscheidung?"

Mayer-Vorfelder: "Ich kann ich ihn verstehen, weil ich freundschaftlich mit ihm verbunden bin, aber ich bedaure die Entscheidung sehr."

Frage: "Wie geht es jetzt in der Suche nach einem Nachfolger für den zurückgetretenen Teamchef Rudi Völler und dem erhaltenen Korb durch Hitzfeld weiter?"

Mayer-Vorfelder: "Jetzt muss das Präsidium sagen, was der richtige Weg ist. Ich habe keinen Plan B in der Tasche. Das hätte ich nicht für den richtigen Weg gehalten."

Frage: "Welche Kandidaten kommen denn Ihrer Meinung nach in Frage?"

Mayer-Vorfelder: "Ich werde vor der Präsidiumssitzung keine Namen nennen. Ich werde die Grundfrage der Trainerprofile ansprechen und werde die Präsidiumsmitglieder in die Verantwortung nehmen."

Frage: "Kommt auch ein ausländischer Trainer für den Posten in Frage?"

Mayer-Vorfelder: "Sollten wird über einen ausländischen Trainer nachdenken, dann müsste er meiner Meinung nach Deutsch sprechen. Ich will aber der Präsidiumssitzung nicht vorgreifen. Ich erwarte Vorschläge und habe meine Vorstellungen."

Frage: "Am 18. August steht gegen Österreich das erste Länderspiel nach der Euro in Portugal statt. Sie stehen unter Zeitdruck, oder?"

Mayer-Vorfelder: "Ich lasse mich nicht unter Druck setzen. Allerdings sollte die Trainerfrage so schnell wie möglich geklärt werden.'"

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