Hitzefeld: "Es ist sehr offen"

jt
26. Juni 2004, 20:45 Uhr

"Auf weniger als 50 Prozent" beziffert Ottmar Hitzfeld die Chancen, zukünftiger Bundestrainer der Deutschen Nationalmannschaft zu werden. Eine wichtige Voraussetzung für den Posten wäre die Zustimmung seiner Familie.

Ottmar Hitzfeld hat die Chancen, künftiger Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft zu werden, auf "weniger als 50 Prozent" beziffert. Der Ex-Coach von Rekordmeister Bayern München sagte in der Welt am Sonntag: "Es ist wirklich sehr, sehr offen." Auch wenn Hitzfeld weiß, dass es für Außentehende "unverständlich" sei, ausgerechnet vor einer Weltmeisterschaft im eigenen Land zurückzuschrecken: "Aber meine Familie ist mir sehr, sehr wichtig."

Hitzfeld Kandidat Nr.1

Der 55-Jährige gilt allerdings als Wunschkandidat des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für die Nachfolge von Teamchef Rudi Völler, der am vergangenen Donnerstag nach dem Vorrunden-Aus des Vize-Weltmeisters bei der EM in Portugal seinen Rücktritt erklärt hatte. DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder hat die Nachfolgesuche zur Chefsache erklärt. Erste Kontakte mit Hitzfeld hat es offenbar bereits gegeben.

Familie muss einverstanden sein

Allerdings muss Hitzfeld erst die Zustimmung seiner Ehefrau Beatrix einholen. "Ich muss das mit meiner Frau besprechen. Sie hat sich gefreut, dass ich das nächste Jahr etwas anderes mache", erklärte der neben Udo Lattek erfolgreichste deutsche Vereinstrainer, "ich wollte ein Jahr regenerieren, mich nicht dem Druck aussetzen. Ich wollte mich mehr um meine Familie kümmern."

Man sei als Bundestrainer einem ganz anderen Druck ausgesetzt, dieser sei noch viel größer als der, den man als Vereinstrainer von Bayern München aushalten muss, sagte Hitzfeld. Schießlich erwarte die deutsche Öffentlichkeit von ihm als Bundestrainer, dass er mit der Mannschaft bei der Heim-WM in zwei Jahren um den Titel mitspiele.

Michael Henke müsste mit an Board

Eine Voraussetzung für Hitzfeld, um in die Dienste des Verbandes zu treten, ist die Verpflichtung seines langjährigen Co-Trainers Michael Henke als Assistent. "Wenn ich das mache, dann nur mit Michael Henke. Zu ihm habe ich ein absolutes Vertrauensverhältnis. Er ist ein Freund von mir", sagte Hitzfeld im WamS-Gespräch. Seit 1991 arbeitet er mit Henke zusammen. Zudem müsse über Vertragslaufzeit und Konzepte diskutiert werden.

Autor: jt

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