Heute um 19.00 Uhr beginnt in Kaiserslautern die Generalprobe der deutschen Nationalmannschaft für die Europameisterschaft in Portugal. Rudi Völlers Team trifft auf die von Lothar Matthäus trainierten Ungarn.

Rudis EM-Generalprobe gegen Lothars Ungarn

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06. Juni 2004, 09:10 Uhr

Heute um 19.00 Uhr beginnt in Kaiserslautern die Generalprobe der deutschen Nationalmannschaft für die Europameisterschaft in Portugal. Rudi Völlers Team trifft auf die von Lothar Matthäus trainierten Ungarn.

Heute um 19.00 Uhr beginnt im Kaiserslauterer Fritz-Walter-Stadion die Generalprobe der deutschen Nationalmannschaft für die Europameisterschaft in Portugal. Gegner der Elf von Rudi Völler wird die von Rekordnationalspieler Lothar Matthäus betreute Auswahl Ungarns sein.

Durch insgesamt 22 Absagen in den Reihen der Magyaren droht der ursprünglich geplante Härtetest jedoch zum Muster ohne Wert zu verkommen. Teamchef Rudi Völler verlangt jedoch heute beim Erinnerungskick "50 Jahre WM-Finale Bern", zudem sein 50. Spiel als Teamchef der DFB-Elf, höchste Konzentration von seinen Spielern.

Völler: "Es wird ein ernsthafter Test"

"Es wird ein ernsthafter Test. Wir wollen mit breiter Brust nach Portugal fahren. Wichtig ist, dass die Mannschaft brennt", stellte Völler elf Tage vor dem deutschen EM-Auftaktspiel gegen die Niederlande klar und betrachtete die Klagen der Ungarn, die sogar einen Akteur von der eigenen Hochzeit abberiefen, mit Skepsis: "Wenn man den Ersatzmann vom Ersatzmann mitzählt, kommt man vielleicht auf 21 Spieler. Aber so viele Stammspieler werden nicht fehlen."

"Man kann einen Ferrari nicht mit einem Kleinwagen vergleichen"

Lothar Matthäus, sein Gegenüber auf der ungarischen Bank, sieht das ein wenig anders und manövriert seine Mannschaft in die Rolle des krassen Außenseiters. "Ich werde mit einem Team spielen, das zusammen weniger Länderspiele hat als Oliver Kahn allein. Einen klareren Favoriten als Deutschland kann es nicht geben. Man kann einen Ferrari nicht mit einem Kleinwagen vergleichen", meinte der deutsche Rekordnationalspieler, der 1990 als Kapitän zusammen mit Völler den Weltmeistertitel in Italien gewonnen hatte. Für Matthäus selbst könnte es das letzte Spiel als Teamchef der Ungarn sein, denn den Weltfußballer der Jahre 1990 und 1991 zieht es wohl nach der Partie gegen Deutschland nach Istanbul, wo er bei Besiktas Istanbul den Trainerposten übernehmen soll.

"Zwei bis drei Positionen sind noch offen"

DFB-Teamchef Völler will die EM-Generalprobe auf dem Betzenberg auch zum Experimentieren nutzen und noch nicht jene Formation aufbieten, die am 15. Juni im ersten Gruppenspiel in Porto gegen Holland auflaufen soll. "Gegen Ungarn werden wir nicht die Mannschaft sehen, die gegen die Niederlande spielt", bestätigte Völler: "Zwei bis drei Positionen sind noch offen."

Im Vergleich zum 2:0-Erfolg über die Schweiz am Mittwoch soll es laut Völler Veränderungen auf "ein, zwei Positionen" geben. Wobei die Abwehr-Viererkette vor Torwart Oliver Kahn unangetastet bleiben soll. Als wahrscheinlich gilt daher, dass die DFB-Auswahl wieder mit dem Dortmunder Torsten Frings, der gegen die Eidgenossen zunächst auf der Bank Platz nehmen musste, im Mittelfeld beginnt und womöglich dem Hannoveraner Thomas Brdaric von Anfang an eine Chance im Sturm gegeben wird.

"Rudi" lässt rotieren

"Es wird Wechsel geben. Wie viele, ist aber schwer zu sagen. Ich will aber auf jeden Fall den ein oder anderen testen", kündigte der 44 Jahre alte Teamchef an. Die Nationalmannschafts-Neulinge Lukas Podolski vom 1. FC Köln ("eine Geheimwaffe"), der am Freitag seinen 19. Geburtstag feierte, und Bastian Schweinsteiger von Bayern München, die beide erst am Donnerstag nominiert wurden, dürfen sich daher berechtigte Hoffnungen auf ihre ersten Einsätze im Adler-Trikot machen.

"Optimismus und Aufbruchstimmung in der Bevölkerung"

Mit der Vorbereitung im idyllischen Winden im Elztal, wo der DFB-Tross schon 2002 vor der erfolgreichen WM-Endrunde in Asien seine Zelte aufgeschlagen hatte, zeigte sich Völler nach eigenen Worten "sehr zufrieden" und verwies auf die gelungenen Testspiele: "Das war wichtig. Denn so ist auch in der Bevölkerung zusätzlicher Optimismus und eine gewisse Aufbruchstimmung entstanden."

Die gibt es auch bei Schweinsteiger und Podolski, die sich nach kurzer Eingewöhnungsphase schnell im Mannschaftshotel Schwarzbauernhof eingelebt haben. "Die Spieler sind alle korrekt hier", meinte "Prinz Poldi", ehe er nach seiner ersten Pressekonferenz im Kreis der A-Mannschaft mit einer original Schwarzwälder Kirschtorte als Geburtstagsgeschenk wieder zu seinen neuen Teamkollegen entschwand.

Autor: er

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