Vor dem heutigen Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Rumänien hat Oliver Kahn an die Ehre seiner Teamkollegen appelliert. Laut Kahn wird jeder Spieler trotz Bundesliga-Endspurt im Hinterkopf

Kahn appelliert an die Ehre der Teamkollegen

28. April 2004, 09:52 Uhr

Vor dem heutigen Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Rumänien hat Oliver Kahn an die Ehre seiner Teamkollegen appelliert. Laut Kahn wird jeder Spieler trotz Bundesliga-Endspurt im Hinterkopf "alles geben".

Mitten in der laufenden Bundesliga-Endphase macht sich der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft vor dem Länderspiel gegen Rumänien in Bukarest (Mittwoch, 19.00 Uhr MESZ/live ZDF) Sorgen um die Konzentration seiner DFB-Teamkollegen. Während die Partie für DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder lediglich eine "gute Testmöglichkeit" ist, appellierte Oliver Kahn einmal mehr an die Ehre seiner Teamkollegen. "Jeder, der aufläuft, wird für Deutschland alles geben. Und jeder von uns weiß, dass wir uns nicht alles kaputt machen lassen wollen durch eine lasche Einstellung gegen Rumänien", sagte der 34-Jährige - und unterstrich die Bedeutung der letzten Partie des Vize-Weltmeisters vor der Nominierung des EM-Kaders durch Völler. 48 Tage vor dem ersten EM-Gruppenspiel gegen die Niederlande will die DFB-Auswahl vor allem den Glauben an sich selbst stärken.

Dennoch räumte Kahn ein, dass nahezu alle Nationalspieler bei diesem seit langem umstritten April-Termin in der Zwickmühle stecken. "Jeder denkt derzeit an die Bundesliga. Ich überlege, wie wir noch Meister werden können. Das gilt für einige andere auch, und manche sind mit dem Thema Abstiegskampf beschäftigt. Das ist sicher ein Problem. Aber wir sind Profis und müssen unseren Job erledigen."

Kahn will vor der Euro "kein Spiel mehr verlieren"

Und deshalb gibt Kahn auch die Marschrichtung vor: "Wir haben uns vorgenommen, vor der Euro kein Spiel mehr zu verlieren und ein gewisses Selbstvertrauen zu holen. Deswegen ist dieses Spiel wichtig, auch im Hinblick auf die EM." Für den DFB-Kapitän ist mangelndes Selbstbewusstsein ohnehin nicht vorhanden: "Wenn wir einen guten Tag erwischen, gehören wir zu den Top 5 in der Welt." Und die Teamkollegen denken offensichtlich ähnlich, von Verängstigung ist derzeit trotz nicht zu übersehender Sturmprobleme keine Spur.

Betont bescheiden gibt sich dagegen Mayer-Vorfelder vor dem Auftritt in Osteuropa. "Wir haben einige Verletzte. Mal sehen, wie Rudi Völler das kompensieren kann", sagte der DFB-Boss, der zusammen mit der Mannschaft die Reise in die rumänische Hauptstadt antrat, angesichts der Ausfälle von Christian Wörns (Borussia Dortmund) und Christian Rahn (Hamburger SV) sowie der derzeitigen Waden-Probleme bei Spielmacher Michael Ballack.

Ballack wohl nicht dabei

Mittwochmorgen bestätigte DFB-Trainer Michael Skibbe die Befürchtungen seines Teamchefs Völler: "Es sieht nicht gut paus bei Michael Ballack." Der Münchner laboriert an einer Verletzung in der Wade. Wie zuletzt beim 3:0-Erfolg über Belgien in Köln wollte der Teamchef erneut auf die schon bei der WM 2002 erfolgreichen Mittelfeld-Leute vertrauen. "Es ist schön, dass die Langzeitverletzten Dietmar Hamann und Torsten Frings wieder dabei sind", bekannte Bernd Schneider, der zusammen mit Hamann, Frings und Ballack in Korea und Japan für Furore gesorgt hatte. Allerdings ist auch dem Leverkusener bewusst: "Gegen Belgien lief schon einiges ganz gut. Wir können uns aber noch steigern." Spielt Ballack nicht, wird sich Völler vermutlich für eine offensive Variante mit Paul Freier (VfL Bochum) entscheiden.

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