Gerhard Mayer-Vorfelder hat seine Erwartungen vor dem Länderspiel gegen Belgien deutlich zum Ausdruck gebracht.

Mayer-Vorfelder nimmt DFB-Team in die Pflicht

dit
31. März 2004, 10:19 Uhr

Gerhard Mayer-Vorfelder hat seine Erwartungen vor dem Länderspiel gegen Belgien deutlich zum Ausdruck gebracht. "Für die Spieler ist das Länderspiel eine Chance zu zeigen, was sie drauf haben. Ich erwarte einen Sieg."

Gehrhard Mayer-Vorfelder hat vor dem Länderspiel gegen Belgien seine Erwartungen noch einmal verdeutlicht. So lässt der DFB-Präsident keinen Zweifel daran, dass die deutsche Elf trotz Sturmflaute und geringen Einsatzzeiten heute Abend (20.30 Uhr) im Kölner Rhein Energie Stadion das Heft in die Hand nehmen soll. "Das wird im Moment alles etwas hochstilisiert. Nur Jens Nowotny hat doch im Verein zuletzt überhaupt nicht gespielt. Für die Spieler ist das Länderspiel eine Chance zu zeigen, was sie drauf haben. Ich erwarte schon einen Sieg", sagte Mayer-Vorfelder am Dienstag und ergänzte: "Man muss doch damit rechnen, dass dies auch der Stamm für die EM sein könnte."

Auch DFB-Teamchef Rudi Völler versucht vor dem zweiten Härtetest des Jahres, den Druck auf seine Stars möglichst hoch zu halten. "Die Spieler sollen richtig Gas geben und zeigen, dass sie mit nach Portugal fahren wollen", schränkte aber die Erwartungen vor der Partie in dem mit 52.000 Zuschauern ausverkauften neuen Kölner Stadion gleichzeitig ein: "Die Bedingungen sind natürlich nicht optimal bei nur einer gemeinsamen Trainingseinheit."

Michael Ballack: "Wir müssen nachlegen."

Zudem musste der Teamchef nach dem Ausfall von Angreifer Miroslav Klose auch noch die Absage von Frank Baumann hinnehmen. Der Kapitän von Bundesliga-Spitzenreiter Werder Bremen kann wegen einer schweren Knöchelprellung nicht auflaufen. Wenigstens konnte Völler bei Carsten Ramelow (Achillessehnenprobleme) Entwarnung geben. Für den Leverkusener wird in der Anfangsformation wohl aber kein Platz sein, da Völler gerade im Mittelfeld die geringsten Sorgen hat. So sollen Dietmar Hamann, Torsten Frings, Bernd Schneider und Michael Ballack wie bei der WM 2002 in Südkorea und Japan eine erfolgreiche Formation bilden. Wobei vor allem Bayern-Star Ballack, der sich zuletzt in München häufig heftiger Kritik ausgesetzt sah, im Blickpunkt stehen wird. Doch der 28-Jährige, dem der Teamchef auch im Vorfeld der Belgien-Partie den Rücken gestärkt hat, bleibt gelassen. "Ich kenne solche Situationen und kann mit dem Druck umgehen", sagte der Münchner und forderte nach dem 2:1 in Kroatien einen weiteren Sieg: "Wir müssen jetzt auch im Heimspiel gegen Belgien nachlegen. Ein Sieg ist wichtig für das Selbstvertrauen. Außerdem können wir dafür sorgen, dass nicht wieder Kritik aufkommt. Das ist für die Stimmung mit Blick auf die EM sehr wichtig."

Paul Freier soll für Torgefahr sorgen

Die Frage ist allerdings, wer die Tore schießen soll. Klose fehlt - und Kevin Kuranyi, Fredi Bobic und Oliver Neuville haben seit längerem Ladehemmung oder spielen in ihren Vereinen derzeit gar nicht. Weshalb Völler, der als Ex-Stürmer die missliche Lage seiner Angreifer nicht überbewerten will, aus der Not heraus wohl dem Bochumer Mittelfeldspieler Paul Freier neben Kuranyi eine Bewährungschance geben wird.

Aufgrund mangelnder Alternativen beim Vize-Weltmeister, der am Mittwoch erstmals mit den neuen weißen Heimtrikots auflaufen wird, hält der Teamchef auch an Abwehrchef Jens Nowotny von Bayer Leverkusen fest, der neben Christian Wörns die Innenverteidigung bilden wird. Nowotny war in Leverkusen zuletzt nur Zuschauer und kam nur bei den Bayer-Amateuren in der Oberliga zum Einsatz. Ein Risiko sei dies aber nicht, meinte Völler: "Jens ist fit."

Wenigstens hat Nowotny in Wörns einen verlässlichen Partner, der am Mittwoch in Abwesenheit von Torwart Oliver Kahn auch die Kapitänsbinde übernehmen wird. Für Völler ein gutes Omen: "Das mit Christian als Kapitän hat immer sehr gut geklappt. Da sind wir sogar noch ungeschlagen, glaube ich." Im Tor wird Jens Lehmann von Arsenal London sein 17. Länderspiel bestreiten.

Autor: dit

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