Die deutschen Nationalstürmer haben in der Bundesliga Ladehemmungen. Zusammengerechnet seit 38 Stunden warten die Angreifer auf einen Treffer. Teamchef Rudi Völler baut vor der EM in Portugal auf das Prinzip Hoffnung.

Deutsche Nationalstürmer mit Ladehemmungen

tw
18. März 2004, 11:29 Uhr

Die deutschen Nationalstürmer haben in der Bundesliga Ladehemmungen. Zusammengerechnet seit 38 Stunden warten die Angreifer auf einen Treffer. Teamchef Rudi Völler baut vor der EM in Portugal auf das Prinzip Hoffnung.

Drei Monate vor Beginn der Europameisterschaft herrscht im deutschen Sturm eine wahre Flaute. Nach einer Berechnung des Fachmagazins kicker warten die DFB-Angreifer Miroslav Klose, Fredi Bobic, Kevin Kuranyi, Benjamin Lauth und Oliver Neuville seit nunmehr über 38 Stunden (2284 Minuten) auf einen Torerfolg in der Bundesliga. "Spitzenreiter" ist dabei der Lauterer Klose, der seit dem 23. November 2003 (4:2 gegen Hertha BSC Berlin) und damit seit 821 Minuten nicht mehr getroffen hat.

Völler baut auf das Prinzip Hoffnung

Der brisanten Situation im deutschen Angriff begegnet DFB-Teamchef Rudi Völler vor der EM-Endrunde in Portugal (12. Juni bis 4. Juli) allerdings noch mit dem Prinzip Hoffnung. "Es ist nur eine Frage der Zeit, wann sie wieder treffen", sagte Völler dem kicker. Immerhin räumte er ein: "Es besteht Aufholbedarf, weil unsere Stürmer nicht in der Form sind, wie ich es gerne hätte."

Schon in der EM-Qualifikation oder in den Länderspielen gegen die großen Fußball-Nationen wie Frankreich (0:3) hatte Völler "bei allem Verständnis" mit der Chancenauswertung seiner Angreifer gehadert. Man habe aus vielen Möglichkeiten "zu wenig Ernte eingefahren".

Keine Alternativen für Teamchef Völler

Alternativen zu Klose und Co. gibt es in der Bundesliga allerdings kaum, weshalb der Teamchef wie schon zuletzt im Februar in Kroatien (2:1) auch beim kommenden Länderspiel am 31. März in Köln gegen Belgien (20.30 Uhr/live in der ARD) und wohl auch bei der Euro wieder auf dieses Quintett setzen wird bzw. muss. Einen Michael Owen (England), Ruud van Nistelrooy (Niederlande), Christian Vieri (Italien), Raul (Spanien) oder Thierry Henry (Frankreich) hat Völler eben nicht.

Unter den "Top 18" der Bundesliga-Torjäger befinden sich in Martin Max von Hansa Rostock (15 Tore, Platz 3), der bereits 35 Jahre alt ist, Klose und Lauth von 1860 München (beide mit 9 Treffern auf Rang 10) nur drei Deutsche. Dagegen geben Ausländer wie Ailton (22) oder Roy Makaay (17) im Angriff vieler Bundesligisten den Ton an.

Fredi Bobic, der zuletzt in der DFB-Auswahl zum Stamm gehörte, droht bei Hertha BSC Berlin nach 432 Minuten ohne Tor am Samstag im Spiel gegen Bayern München erneut die Ersatzbank. Schon in der Winterpause war er aufs Abstellgleis geraten. Auch der Stuttgarter Kuranyi (544 Minuten ohne Bundesliga-Tor), der "Löwe" Lauth (194) und Neuville von Bayer Leverkusen (293) standen zuletzt häufig in der Kritik.

Autor: tw

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