Leitwölfe Hamann und Frings brüllen laut

db
18. Februar 2004, 08:21 Uhr

Nach überstandener Verletzung stehen Torsten Frings (Borussia Dortmund) und Dietmar Hamann (Liverpool) gegen Kroatien wieder im DFB-Aufgebot. Für die Rückkehrer zählt heute ab 20.45 Uhr gegen Kroatien nur ein Erfolg.

Torsten Frings von Borussia Dortmund und England-Legionär Dietmar Hamann geben beim Länderspiel gegen Kroatien (heute, 20.45 Uhr/live im ZDF) ihr Comeback in der Nationalelf. Schon vor dem Spiel brüllen die zurückgekehrten Leistungsträger laut: "Unseren Vize-Weltmeistertitel haben einige im Ausland als Ausrutscher angesehen. Jetzt müssen wir diese Leute eines Besseren belehren. Wir stehen alle in der Verantwortung, die Reputation wieder herzustellen", sagte Dietmar Hamann kurz vor der Abreise der deutschen Nationalmannschaft nach Split und setzt sich und seine Teamkollegen mächtig unter Druck. Für Hamann zählt nur ein Sieg:"Es ist wichtig, dass wir bis zur EM gute Resultate erzielen. Denn dann können wir mit Selbstbewusstsein und mit breiter Brust nach Portugal fahren".

"Wir waren die letzten Loser"

Und auch für Torsten Frings ist klar: "Wir müssen schnell eine gute EM-Form finden. Vor der WM waren wir für alle die letzten Loser." Der Dortmunder, der vor seinem Kreuzbandriss zuletzt am 7. Juni vergangenen Jahres in Glasgow in der EM-Qualifikation gegen Schottland (1:1) den DFB-Dress getragen hat, ist sich aber sicher: "Diesmal wird man uns nicht unterschätzen."

Für Hamann, der gegen Kroatien sein 50. Länderspiel bestreitet, ist es ein Unding, dass im europäischen Ausland das Renommee des deutschen Fußballs nach der EM-Blamage 2000 sowie der 1:5-Niederlage in der WM-Qualifikation gegen England und den letzten Pleiten gegen die Niederlande und Frankreich geschwunden ist. "Es wurde doch schon geschrieben, die deutschen Panzer haben ihre Wucht verloren. Deshalb muss es unser Anspruch sein, wieder aufs Neue zu beweisen, dass wir zur absoluten Spitze gehören."

Ballack-Ausfall darf keine Ausrede sein

Da darf es auch keine Ausrede sein, dass Spielmacher Michael Ballack wegen einer schweren Erkältung vorzeitig die Heimreise antreten musste. "Es ist schade, dass Michael nicht dabei ist. Aber wir müssen auch ohne ihn in Kroatien eine gute Leistung bringen. Das erste Spiel des Jahres hat mit Sicherheit eine Signalwirkung. Wenn wir gewinnen, erzeugen wir gleich eine Aufbruchstimmung", meinte Hamann. Der 30-Jährige könnte ebenso wie Frings in die etwas offensivere Rolle von Ballack schlüpfen. "Ich spiele da, wo mich der Trainer hinstellt", meinte Frings lapidar. Für den 27-Jährigen kommt es mehr darauf an, dass vor der EM "jeder alles gibt und alles aus sich herausholt".

Auch Kapitän Oliver Kahn misst der Partie mit dem WM-Dritten von 1998 immense Bedeutung zu. "Das ist ein guter Test, um zu wissen wo wir stehen. Jetzt beginnt der Konkurrenzkampf um die EM-Tickets. Jetzt muss sich jeder beweisen."

Genau das erwartet auch Völler, der im Kampf um die EM-Fahrkarten sowohl von den Jungen als auch den Alten vollen Einsatz erwartet. "In diesen Spielen werde ich genau beobachten, auf wen ich mich verlassen kann", meinte der Teamchef, der nach eigenen Angaben zwei Drittel des 23-köpfigen EM-Kaders bereits im Hinterkopf hat. Danach sind noch sieben bis acht Fahrkarten zu vergeben. Unter anderen der junge Philipp Lahm will bei seinem Länderspieldebüt gegen Kroatien ein gutes Bewerbungsschreiben bei Völler einreichen.

Neben den Youngsters müssen sich in den sechs Testspielen aber auch einige Routiniers beweisen, die laut Völler "keinen Freifahrtschein" besitzen. Zudem könnten sich noch einige "durch gute Leistungen in der Bundesliga und in der Champions League in den Vordergrund spielen", sagte der Teamchef.

Völler will die Frankreich-Pleite vergessen machen

Für "Tante Käthe" geht es in Split ebenfalls darum, den katastrophalen Jahresabschluss beim 0:3 gegen Europameister Frankreich möglichst mit einem Sieg vergessen zu machen. "So wie nach dem 0:2 darf sich eine deutsche Mannschaft nie wieder aufgeben und vorführen lassen", machte der 43-Jährige seinen Profis noch einmal deutlich, was er von ihnen in diesem Jahr erwartet. Deshalb erhofft sich Völler am Mittwoch ein Erfolgserlebnis: "Natürlich wollen wir gewinnen, auch wenn Kroatien ein sehr starker Gegner ist, der auch bei der EM in seiner Gruppe mit der Schweiz, Frankreich und England eine gute Rolle spielen wird."

Autor: db

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