Günter Netzer zeigt sich nach dem verbalen Ausraster von DFB-Teamchef Rudi Völler immer noch betroffen:

Netzer: "Habe in sechs Jahren niemals beleidigt"

09. September 2003, 15:17 Uhr

Günter Netzer zeigt sich nach dem verbalen Ausraster von DFB-Teamchef Rudi Völler immer noch betroffen: "Ich habe es nicht nötig mit überzogenen Kritiken Karriere zu machen", so der ARD-Experte und Ex-Nationalspieler.

ARD-Länderspiel-Analysator Günter Netzer steht voll und ganz hinter seiner Kritik zum 0:0 der deutschen Nationalmannschaft gegen Island. Der Ex-Nationalspieler zeigte sich nach dem Wutausbruch von DFB-Teamchef Rudi Völler immer noch betroffen. "Ich habe bisher in sechs Jahren Arbeit für die ARD nicht polemisiert, ich habe in sechs Jahren niemals beleidigt. Weder den Trainer noch die Spieler. Daran wird sich künftig nichts ändern, sonst käme ich mir ja wie ein Betrüger vor", schrieb der Sport-Bild-Kolumnist in der Mittwoch-Ausgabe des Blattes.

"Tue das nicht aus populistischen Gründen"

Der Weltmeister von 1974 und Europameister von 1972 wird in seiner Kolumne sehr persönlich und zeigt sich enttäuscht: "Ich tue das ja nicht aus populistischen Gründen. Ich habe es nicht nötig, mit überzogenen Kritiken Karriere zu machen. Deshalb kann man mir niemals unterstellen, dass ich mit meiner Kritik Eigeninteressen verfolge."

Ex-Nationalspieler Netzer appelliert in Sport-Bild auch an die Verantwortung von Völler: "Es gehört zu einem Weltklassespieler, dass er mit den Medien umzugehen weiß. Es steht außer Frage, dass ein Teamchef dieselben Aufgaben und Verpflichtungen hat. Das ist unstrittig."

Der frühere Spielmacher Netzer meinte weiter: "Wir müssen alle sehr dankbar sein, dass Rudi Völler 2000 in einer ganz schwierigen Situation die Leitung der Nationalmannschaft übernommen hat. Und ich wünsche uns, dass Völler noch sehr, sehr lange Teamchef bleibt. Er ist die beste Lösung und wird sie auch bleiben."

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