Einen Tag vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Schottland (Mittwoch, 20.45 Uhr) sorgt der deutsche Fußball auch weiterhin außerhalb des Platzes für Schlagzeilen.

Faßbender wartet auf Völler-Entschuldigung

09. September 2003, 12:04 Uhr

Einen Tag vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Schottland (Mittwoch, 20.45 Uhr) sorgt der deutsche Fußball auch weiterhin außerhalb des Platzes für Schlagzeilen.

Auch drei Tage nach dem 0:0-Unentschieden in Island bleibt der "Ausbruch" von Teamchef Rudi Völler nach dem Spiel das Thema Nr. 1 im deutschen Fußball: Den jüngsten Akt im bühnenreifen Streit zwischen ARD und DFB steuerte WDR-Sportchef Heribert Faßbender in einem Tagesthemen-Kommentar am Montagabend bei: "Auch zwei Tage danach steht eine Entschuldigung Völlers an Delling und Netzer aus. Rudi hat sich da in einer Ecke verdribbelt, aus der er schnell wieder herauskommen sollte. Am Mittwoch ist dazu Gelegenheit - für die Mannschaft auf dem Platz und für Rudi Völler hinterher."

Der Teamchef, der nach der peinlichen Nullnummer gegen Island die ARD-Berichterstatter Gerhard Delling, Waldemar Hartmann sowie Chef-Kritiker Günter Netzer beschimpft hatte, wird jedenfalls nach der Partie gegen die von Berti Vogts trainierten Briten wie gewohnt zur Verfügung stehen. "Es wird sich nichts ändern. Rudi Völler wird bei Waldi Hartmann sitzen. Das ist die Absprache bei Länderspielen", sagte der für das Fernsehen zuständige DFB-Mediendirektor Gerhard Meier-Röhn.

Auch im "Ersten", das sich zusammen mit dem ZDF bis 2009 die Rechte an den Heimspielen des Vize-Weltmeister gesichert hat, soll sich wenig ändern. Neben Interviewer Hartmann sind wieder Delling und Netzer am Start, die von ihren Grundsätzen "keinen Deut" abweichen wollen. Einziger Wechsel ist, dass Reinhold Beckmann für Sportschau-Chef Steffen Simon das Mikrofon während der 90 Minuten übernehmen wird.

Nach dem Trubel um den Völler-Ausraster und auf Grund der sportlichen Brisanz der Partie dürfte der ARD jedenfalls eine hervorragende Einschaltquote sicher sein. "Wenn wir die Schotten schlagen, wird das Gespräch mit Völler eher kurz. Tritt jedoch der schlimmste Fall ein und wir verlieren, werde ich ihm als erste Frage stellen: Das war wirklich Sch..., oder?" erklärte Hartmann in der Bild-Zeitung.

Völler hatte zuletzt seine "derbe" Wortwahl ("Scheiß", "Scheißdreck", "Käse") wenigstens für unangemessen gehalten. Im Kern wollte der 43-Jährige allerdings nicht von seinen Aussagen abrücken, wofür er unter anderem von den Bundesliga-Managern, aber auch von DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder Rückendeckung erhielt. Zudem hatte Völler seine Kritik auf die "Gurus und Ex-Gurus" Franz Beckenbauer, Paul Breitner und Udo Lattek ausgeweitet und erklärt, es sei Zufall gewesen, dass es zunächst Delling und Netzer getroffen habe.

Autor:

Kommentieren