Kapitän Oliver Kahn sah nach dem schwachen Auftritt der deutschen Nationalmannschaft bei den Färörern keinen Anlass für übertriebene Kritik. Die Mannschaft habe alles versucht und man könne ihr keinen Vorwurf machen.

Kahn: "Was soll man da kritisieren?"

us
13. Juni 2003, 12:12 Uhr

Kapitän Oliver Kahn sah nach dem schwachen Auftritt der deutschen Nationalmannschaft bei den Färörern keinen Anlass für übertriebene Kritik. Die Mannschaft habe alles versucht und man könne ihr keinen Vorwurf machen.

In einem Gespräch nach dem enttäuschenden EM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft auf den Färörern ließ Kapitän Oliver Kahn mögliche Kritik gleich im Keim ersticken.

Frage: "Die Mannschaft ist nur haarscharf an einer Blamage vorbeigeschrammt. Wie bewerten Sie die Leistung?"

Oliver Kahn: "Man kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Das war das einseitigste Länderspiel, das ich jemals gesehen habe. Der Gegner hat für das Spiel nullkommanull getan. So etwas habe ich in meiner Karriere noch nicht erlebt. Man darf das Spiel nicht nur nach dem Ergebnis bewerten. Das hätte auch gut und gerne 5:0, 6:0 oder 7:0 ausgehen können. Ein 0:0 wäre grotesk gewesen."

Frage: "Spielerisch blieben aber wieder fast alle Wünsche offen."

Kahn: "Auf diese Diskussion lasse ich mich nicht ein. Die Jungs haben alles gegeben. Aber irgendein Bein, ein Fuß, die Latte, der Pfosten oder der Torwart, der einen Jahrhunderttag erwischt hatte, waren immer dazwischen. Hier muss man erst einmal spielen und gewinnen. Wir haben von 90 Minuten 95 auf ein Tor gespielt. Was soll man da kritisieren?"

Frage: "Ist die Mannschaft zu sehr von Michael Ballack abhängig?"

Kahn: "Jede Mannschaft braucht Spieler, die die individuelle Klasse von Michael haben. Er ist für die Mannschaft sehr wichtig. Aber man darf das auch nicht so hoch hängen und nicht alles an einem Spieler festmachen."

Frage: "Wie fällt Ihr Fazit nach der Vize-Weltmeisterschaft aus?"

Kahn: "Wir sind in der EM-Qualifikation Tabellenführer und haben eine sehr gute Ausgangsposition. Das sind die Fakten. Aber es war ein durchwachsenes Länderspieljahr. Wir hatten einige Spiele, die nicht gut waren und für die wir berechtigte Kritik eingesteckt haben."

Frage: "Was erwarten Sie in der kommenden Saison?"

Kahn: "Natürlich müssen wir uns steigern. Aber wir können darauf aufbauen, dass einige junge Spieler Erfahrungen sammeln konnten. Das war wichtig. Außerdem haben wir in Didi Hamann, Jens Nowotny und Sebastian Deisler erfahrene und gute Spieler in der Hinterhand. Wir können positiv in die Zukunft schauen. Mit Blickrichtung Euro brauchen wir uns keine Gedanken zu machen."

Autor: us

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