Franz Beckenbauer hat die deutsche Nationalmannschaft nach dem 1:1 gegen Schottland scharf kritisiert und rät Teamchef Rudi Völler zum Einsatz von Oliver Neuville, der gegen die Färöer  für Miroslav Klose spielen soll.

Beckenbauer fordert die Umstellung der Aufstellung

lb
10. Juni 2003, 12:11 Uhr

Franz Beckenbauer hat die deutsche Nationalmannschaft nach dem 1:1 gegen Schottland scharf kritisiert und rät Teamchef Rudi Völler zum Einsatz von Oliver Neuville, der gegen die Färöer für Miroslav Klose spielen soll.

Um "Vorschläge" war der deutsche Fußball-Kaiser noch nie verlegen. Der Weltmeister-Teamchef von 1990 hat nun vor dem EM-Qualifikationsspiel des DFB-Teams am Mittwoch auf den Färöer am Mittwoch (20.45 Uhr/live in der ARD) Änderungen zum 1:1 gegen Schottland gefordert. Franz Beckenbauer hält die spielerischen Qualitäten der deutschen Nationalmannschaft für mangelhaft und prophezeit dem Team von Rudi Völler daher eine hart umkämpfte Partie bei den Fußball-Zwergen. "Für mich wird es sogar schwerer als in Schottland. Warum? Rennen und kämpfen können sie inzwischen überall - aber wir können nicht Fußball spielen, zumindest keinen hochklassigen", sagte Beckenbauer in der Bild-Zeitung.

Neuville für Ausfall Klose

"Wir sind spielerisch wieder dort, wo wir vor der WM standen. Japan/Korea war die glänzende Ausnahme, weil Rudi Völler es geschafft hatte, in einem Kraftakt die Mannschaft in eine perfekte Fitness zu bringen. Das war der Schlüssel des Erfolges", fügte der Weltmeister von 1974 hinzu und forderte gleichzeitig eine Umstellungen in der Aufstellung: "Gegen die kantigen Burschen finde ich es logisch, wenn der bewegliche und schnelle Oliver Neuville stürmt. Miroslav Klose hat in Schottland wenig gebracht, ist mir eigentlich nur bei seiner Auswechslung aufgefallen. Und auf den Färöer dürfen wir uns keinen Ausfall leisten."

Ballack soll "den Ball flach halten"

Zudem kritisierte Beckenbauer ("Auf der kleinen Insel müssen wir gewinnen, alles andere wäre eine Enttäuschung") die Äußerungen von Michael Ballack. "Auch Michael Ballack sollte in seiner Kritik gegenüber den eigenen Kollegen den Ball flach halten", erklärte der Aufsichtsratschef von Bayern München: "Entscheidend ist, dass die Mannschaft mit der richtigen Einstellung auf die Färöer geht. Ohne Überheblichkeit. Die Färöer-Auswahl aus Eisverkäufern, Elektrikern und Lehrern hat gerade mit Pech 1:2 auf Island verloren. Für sie wird der Besuch des Vize-Weltmeisters das Spiel ihres Lebens."

Autor: lb

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