Bei Bayer Leverkusen kamen sie nicht miteinander zurecht, nun sind vor allem Michael Ballack und Bernd Schneider heiß auf das Duell mit Ex-Coach Berti Vogts, Trainer der schottischen Nationalmannschaft.

Ballack und Co. wollen es Berti zeigen

ac
03. Juni 2003, 14:51 Uhr

Bei Bayer Leverkusen kamen sie nicht miteinander zurecht, nun sind vor allem Michael Ballack und Bernd Schneider heiß auf das Duell mit Ex-Coach Berti Vogts, Trainer der schottischen Nationalmannschaft.

Beim EM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Auswahl Schottlands geht es nicht nur um wichtige Punkte auf dem Weg nach Portugal - für einige Nationalspieler ist es auch eine Abrechnung mit Berti Vogts. Vor allem Spielmacher Michael Ballack ist vor dem EM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalelf am Samstag (16.00 Uhr MESZ/live in der ARD) in Glasgow gegen Schottland besonders heiß auf das Duell mit dem ehemaligen Bundestrainer und Vereinscoach von Bayer Leverkusen.

"Das war eine schwierige Zeit in Leverkusen, der Umgang war nicht einfach. Die besondere Konstellation gegen Berti Vogts ist für einige Spieler Motivation genug. Einige wollen es dem Berti zeigen, da gehöre ich dazu", sagte Ballack am Dienstag in Wolfsburg, war dabei aber auch sichtlich bemüht, sein angespanntes Verhältnis zu Vogts nicht zu sehr hochzuspielen: "Das hat nichts mit Abrechnung zu tun. Es ist doch normal, dass man mit dem einen Trainer besser als mit dem anderen zurechtkommt."

Ballack unter Vogts nur Ersatz

Mit Vogts war Ballack aber gar nicht zurechtgekommen. Der 26 Jahre alte Mittelfeldstar von Bayern München war von "McBerti" in dessen Amtszeit bei Bayer von November 2000 bis Mai 2001 zum Ersatzspieler degradiert und öffentlich demontiert worden. Ballack müsse sich hinterfragen, ob er genügend Leistung bringe, hatte Vogts damals erklärt. Mittlerweile bedauert der schottische Teammanager laut Sport-Bild den "mangelnden Draht zu Ballack", der sich beim Vize-Weltmeister und beim deutschen Rekordmeister laut Völler zu einem "Weltstar" entwickelt.

Überhaupt setzt der Teamchef in den hoch motivierten Ballack, der erstmals in diesem Jahr in der Nationalmannschaft spielen wird, große Hoffnungen für das Prestigeduell am Samstag im Hampden Park. "Er ist der torgefährlichste Mittelfeldspieler, den es gibt. Ich bin froh, dass er topfit ist. Er ist zum Leader geworden", lobte Völler seinen Spielmacher am Dienstag zum wiederholten Male, wollte allerdings die Sprüche von Ballack in Richtung Vogts nicht überbewerten: "Ich denke nicht, dass das so entscheidend sein wird. Das Wichtigste ist, dass wir gegen den stärksten Gegner punkten. Alles andere ist nur Geplänkel, das man vor so einem Spiel nicht auf die Goldwaage legen sollte."

Schneider: "Unter Vogts erlebte ich eine schlimme Phase

Dabei ist es nicht nur Ballack, der mit Vogts eine Rechnung offen hat. "Unter Vogts erlebte ich eine schlimme Phase. Da hat Fußballspielen keinen Spaß mehr gemacht", sagte auch Leverkusens Bernd Schneider. Ballack sieht darin die besten Voraussetzungen, um den Ausrutscher in der EM-Qualifikation gegen Litauen (1:1) wettzumachen. "Da haben wir Punkte verschenkt. Deshalb wollen wir gewinnen, auch wenn es auswärts ist. Wir sind heiß auf dieses Spiel. Einem Sieg steht deshalb nichts im Weg", betonte "Deutschlands Fußballer des Jahres", der nach seinem Länderspiel-Einsatz im November 2002 gegen die Niederlande wegen diverser Verletzungen gefehlt hatte.

Autor: ac

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