Völler: "Kanada war der richtige Aufbaugegner"

tok
02. Juni 2003, 13:23 Uhr

Nach dem 4:1-Sieg der DFB-Elf gegen Testspiel-Gegner Kanada gab Teamchef Rudi Völler in einem Interview Auskunft über seine Einschätzung der Partie im Hinblick auf das EM-Quali-Spiel gegen Schottland.

Die deutsche Nationalmannschaft konnte sich in ihrem Freundschaftsspiel gegen Kanada auf das wichtige EM-Qualifikationsspiel gegen Schottland am kommenden Freitag vorbereiten. Nach dem 4:1-Erfolg stellte sich Teamchef Rudi Völler den Fragen der Presse.

Frage: "Wie bewerten Sie den letzten Test vor dem wichtigen EM-Qualifikationsspiel in Schottland am Samstag?"

Rudi Völler: "Es ist genauso gekommen, wie wir es uns im Vorfeld erhofft haben. Das war ein wichtiges Spiel, das wir gebraucht haben, um im Rhythmus zu bleiben, vor allem für die Spieler, die zuletzt weniger Spielpraxis hatten. Kanada war insgesamt genau der richtige Aufbaugegner für Schottland. So ein Spiel ist besser als jedes Training."

Frage: "Aber Ihre Mannschaft hat sich gegen die Kanadier doch lange Zeit sehr schwer getan..."

Völler: "In der ersten Halbzeit hat Kanada es uns sehr schwer gemacht. Da haben sie kompakt gestanden, taktisch sehr gut gespielt. Durch den Rückstand waren wir zunächst geschockt. Vor allem beim Gegentor hat man gesehen, dass die kleinste Konzentrationsschwäche bestraft wird. Das war für uns ein Schuss vor den Bug. So etwas darf in Schottland nicht passieren. In der zweiten Hälfte haben wir dann auch taktisch etwas umgestellt und dann vor allem mehr Bewegung und auch tolle Spielzüge gezeigt, was sich am Ende ausgezahlt hat. Der unbedingte Wille, ein Tor zu machen, war endlich da. Insgesamt war die Reaktion der Mannschaft sehr gut. Am Ende war das Ergebnis auch auf Grund unserer vielen Torchancen verdient."

Frage: "Welche Erkenntnisse haben Sie denn hinsichtlich des Spiels am kommenden Samstag in Glasgow erhalten?"

Völler: "Bei allem Respekt vor Kanada, aber dieser Gegner war nicht so stark wie die schottische Mannschaft. Am Samstag werden wir ein ganz anderes Spiel erleben. Aber mich hat die Reaktion meiner Mannschaft gefreut und vor allem auch, dass so junge Spieler wie Paul Freier und Tobias Rau das Heft in die Hand genommen haben und mitentscheidend dafür waren, dass wir die zweite Halbzeit so gut gespielt haben. Wenn Ballack, Kahn, Jeremies und Klose noch zur Mannschaft stoßen, haben wir noch größere Möglichkeiten."

Frage: "Welche Schlüsse wird denn Ihrer Meinung nach Berti Vogts, der ja auf der Tribüne saß, gezogen haben?"

Völler: "Berti wird das Spiel genauso gesehen haben wie ich. Wir werden das nicht überbewerten, Berti wohl auch nicht. Wie er das Spiel auf der Insel verkauft, ist eine ganz andere Sache. Das würde ich an seiner Stelle vielleicht genauso machen."

Frage: "Wie bezeichnen Sie Ihr Verhältnis zu Berti Vogts?"

Völler: "Ich habe immer ein herzliches Verhältnis zu Berti Vogts gehabt, daran wird sich auch nichts ändern. Klar ist aber, dass wir am nächsten Samstag 90 Minuten lang Rivalen sind."

Autor: tok

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