Die Generalprobe für das EM-Qualifikationsspiel gegen Schottland am Samstag ist der deutschen Nationalmannschaft gelungen. In Wolfsburg besiegte die Mannschaft von Teamchef Rudi Völler die Auswahl Kanadas mit 4:1 (1:1).

DFB-Auswahl besteht den Test gegen Kanada

cle
02. Juni 2003, 11:54 Uhr

Die Generalprobe für das EM-Qualifikationsspiel gegen Schottland am Samstag ist der deutschen Nationalmannschaft gelungen. In Wolfsburg besiegte die Mannschaft von Teamchef Rudi Völler die Auswahl Kanadas mit 4:1 (1:1).

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat ihre Generalprobe für das "Spiel des Jahres" nach großen Anfangsschwierigkeiten noch erfolgreich über die Bühne gebracht. Im letzten Test vor dem schon vorentscheidenden EM-Qualifikationsspiel am Samstag gegen Schottland geland dem Vizeweltmeister beim ersten Länderspiel in Wolfsburg gegen Kanada ein letztlich verdientes 4:1 (1:1), wodurch sich die Mannschaft von DFB-Teamchef Rudi Völler zumindest im zweiten Durchgang Selbstvertrauen für das Match in Glasgower Hampden Park holte.

Das Grauen vor der Pause

Vor der Pause bot der WM-Zweite allerdings eine erbärmliche Leistung. Der Weltranglisten-Vierte fand gegen die 73 Plätze tiefer eingestuften Nordamerikaner zunächst überhaupt kein Konzept, wirkte sowohl in der Abwehr als auch im Mittelfeld total verunsichert. Lediglich Angreifer Bobic, der schon in der 18. Minute bei einem Latten-Kopfball Pech hatte, konnte einigermaßen überzeugen, war in den ersten 45 Minuten aber praktisch auf sich allein gestellt. Nur harmlose Weitschüsse von Lokalmatador Tobias Rau, der sich vor seinem Wechsel zu den Bayern von seinen VfL-Fans mit einer guten Leistung verabschieden wollte, sowie des Dortmunders Sebastian Kehl sorgten halbwegs für Gefahr.

In der 20. Minute sorgte McKenna mit einem Kopfballtreffer im Anschluss an einen Freistoß von Martin Nash für die Führung der Gäste. Der Bremer Frank Baumann sah in dieser Situation ebenso schlecht aus wie Ramelow, der durch ungeschicktes Zweikampfverhalten gegen den Hannoveraner Bundesligaprofi Julian de Guzman den folgenschweren Freistoß provoziert hatte. Ramelow leitete aber auch die Wende ein: Nachdem der Blondschopf auf Vorarbeit von Kehl und Bobic mit einer Direktabnahme mit seinem zweiten Länderspieltreffer in der 41. Minute das 1:1 erzielt hatte, wurde der haushohe Favorit auch wieder angefeuert.

Völler wechselte den Erfolg ein

Völler hatte zur Pause aus der schwachen Leistung seiner Mannschaft Konsequenzen gezogen und zu Beginn der zweiten Hälfte gleich vier neue Akteure gebracht. Für den Bremer Torwart Frank Rost rückte wie angekündigt der Leverkusener Jörg Butt zwischen die Pfosten. Der schwache Arne Friedrich wurde durch den Stuttgarter Andreas Hinkel ersetzt, Ramelow musste Freier weichen und für den enttäuschenden Benjamin Lauth kam der Leverkusener Oliver Neuville zum Einsatz.

Bereits sieben Minuten nach Wiederbeginn machten sich diese Personalentscheidungen bezahlt. Nach einem guten Anspiel von Hinkel gelang Freier im neunten Länderspiel sein erster Treffer zur 2:1-Führung für die Gastgeber.

Nach Deutschlands erstmaliger Führung schwanden bei den Gästen offensichtlich die Kräfte. Bereits in der 61. Minute konnte Fredi Bobic mit seinem fünften Länderspieltor auf 3:1 erhöhen, nachdem sich zuvor der eingewechselte Neuville gegen zwei Gegenspieler hervorragend durchgesetzt und dem künftigen Berliner den Ball mustergültig serviert hatte. Der Schlusspunkt blieb Rau in seinem letzten "Heimspiel" auf Wolfsburger Rasen vorbehalten.

Autor: cle

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