Der FC St. Pauli hat den Rettungsanker geworfen.

St. Pauli feuert Trainer Bergmann: Emden-Coach Fascher im Gespräch

20. November 2006, 13:18 Uhr

Der FC St. Pauli hat den Rettungsanker geworfen.

Der FC St. Pauli hat den Rettungsanker geworfen. Am Montag gab der Hamburger Traditionsklub die Trennung von Trainer Andreas Bergmann bekannt, dessen Rauswurf von einigen Fans bereits am Freitagabend nach dem enttäuschenden 1:1 des Kiez-Klubs gegen Rot-Weiß Erfurt in der Regionalliga Nord gefordert worden war. Nach zuletzt vier Spielen ohne Sieg, dem Sturz auf Platz zwölf und zudem schon sechs Punkten Rückstand auf einen Aufstiegsrang zog der Vorstand die Konsequenzen. Eine offizielle Stellungnahme der Klub-Verantwortlichen gab es bis Montagmittag allerdings noch nicht. Wer die Nachfolge Bergmanns antritt, ist noch unklar. Zunächst sollen Co-Trainer Andre Trulsen und Sport-Chef Holger Stanislawski das schlingernde Schiff wieder auf Kurs bringen. Diese beiden, die als Profis in der ersten und zweiten Liga noch bessere Zeiten von St. Pauli miterlebten, werden aller Voraussicht nach auch am Samstag (14.00 Uhr) im Schlagerspiel bei Dynamo Dresden auf der Bank sitzen.

Nach einem Fehlstart mit nur drei Siegen aus den ersten neun Spielen stand Bergmann, der das Traineramt am 29. März 2004 von Franz Gerber übernommen und St. Pauli in der vergangenen Saison bis ins DFB-Pokal-Halbfinale (0:3 gegen Bayern München) geführt hatte, bereits erstmals in dieser Spielzeit auf der Kippe. Damals hatte die Klubführung dem Trainer aber noch das Vertrauen ausgesprochen. Und obwohl die Hamburger eine zwischenzeitliche Erfolgsserie von neun Spielen ohne Niederlage verzeichneten, kamen sie den Aufstiegsplätzen nicht entscheidend näher. Sechs Unentschieden waren unter dem Strich zu wenig. Das 1:1 gegen Erfurt brachte das Fass dann am Freitagabend vor allem bei vielen Anhängern zum Überlaufen. In Abwesenheit von Präsident Corny Littmann teilten die Vize-Präsidenten Marcus Schulz und Klaus Rummelhagen gemeinsam mit Holger Stanislawski dem beurlaubten Trainer die Entscheidung des Vereins am Montagmorgen mit.

Nachdem auch die Mannschaft informiert worden war, leitete Trulsen bereits kurz danach erstmals das Training. Stanislawski soll dann ab Dienstag ebenfalls mit auf dem Platz stehen. Als Nachfolger von Bergmann wurde zuletzt schon mehrfach Marc Fascher gehandelt, der mit dem Liga-Konkurrenten Kickers Emden für Furore sorgt. Fascher hat zuvor auch in Hamburg erfolgreich gearbeitet und ist mit Stanislawski befreundet.

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