Zweitliga-Absteiger Rot-Weiß Ahlen hat in der aktuellen Regionalliga-Tabelle schon alle Sphären durchschwebt.

ROT-WEISS AHLEN: Tabellarischer Zick-Zack-Kurs

tt
27. Oktober 2006, 13:07 Uhr

Zweitliga-Absteiger Rot-Weiß Ahlen hat in der aktuellen Regionalliga-Tabelle schon alle Sphären durchschwebt.

Zweitliga-Absteiger Rot-Weiß Ahlen hat in der aktuellen Regionalliga-Tabelle schon alle Sphären durchschwebt. Zu Saison-Beginn grüßten Laumann & Co. nach einem knackigen 3:0 in Düsseldorf von ganz oben, zwischenzeitlich rasselte man durch eine Negativ-Serie auf die Abstiegs-Ränge, dann setzte es dicke Ausrufezeichen gegen Ex-Spitzenreiter Bremen II (2:0) und bei Hertha BSC II (3:0). Doch die letzten Auftritte waren wieder ernüchternd: 1:4 in Wilhelmshaven, nur 1:1 gegen Leverkusen II. Bernhard Dietz, Coach der Wersestädter: "Gegen namhafte Mannschaften tun wir uns leichter. Mein Team hat dem MSV Duisburg im DFB-Pokal beim 1:2 lange Paroli geboten, gegen die Top-Elf von Union Berlin gab es eine knappe 0:1-Niederlage. Bei uns ist das alles eine Frage der Konzentration." Der ehemalige Bochumer bringt dazu ein passendes Beispiel: "In Wilhelmshaven lagen wir nach zwei Minuten 1:0 in Front, aber trotzdem kam keine Sicherheit ins Spiel. Es gibt einfach ein gewisses Problem, wir müssen ergründen, warum einige Spieler nicht ihre Leistung abrufen und warum sie möglicherweise gehemmt auftreten."

Eigentlich kurios, schließlich herrscht im beschaulichen 55.000 Einwohner-Städtchen weder eine knurrige Medien-Landschaft noch passiert ein Gift und Galle spuckendes Publikum das Stadion-Tor. Was die Saison-Ziele anbelangt, hielten die Verantwortlichen den Ball betont flach. Dietz: "Ich bleibe dabei: Meine Truppe besitzt Potenzial, um zwischen Rang acht und 14 zu landen. Wir haben vor dem Start gesagt, dass es im ersten Jahr nach dem Abstieg und der Neustrukturierung um's Überleben geht."

Umso ärgerlicher, dass die Ahlener ausgerechnet gegen Konkurrenten, die um ihre Drittliga-Zugehörigkeit kämpfen, patzten. "Wir hätten es durch einen Sieg über Leverkusen weitaus einfacher haben können", blickt der Coach nur ungerne auf das Remis zurück, "du gehst 1:0 in Führung und brichst danach ein. So etwas darf eigentlich nicht passieren. Wir müssen sehen, dass wir es gebacken kriegen." Die Tabelle hat der Alt-Internationale im Blick: "Es ist wahnsinn: Mit zwei, drei Siegen bist du ganz oben, aber genauso schnell geht es in die andere Richtung."

Während namhafte Kicker, wie etwa Musemestre Bamba, vor Leistungs-Zick-Zack-Kursen nicht gefeit sind, konnte sich ein Youngster in den Vordergrung powern: Marco Kaminski, der eigenen Schule entsprungen, erarbeitete sich seinen Platz im Team. "Er setzt das Einfache um", freut sich der Trainer, "der Junge hört zu und liefert seine Leistung ab." Entweder in der Viererkette oder aber im Mittelfeld. "Da kann er Schuss- und Kopfball-Stärke einbringen", erklärt Dietz, der in diesem Fall Geduld hat: "So ein junger Spieler unterliegt gewissen Schwankungen. Das ist ganz normal."

Autor: tt

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