Der VfB Lübeck verpasste im einzigen Sonntagspiel
der Fußball-Regionalliga Nord am 4. Spieltag den Sprung an die
Tabellenspitze. Unschöne Szenen gab es in Osnabrück.

RL Nord: Randale durch Dresden-Chaoten

20. August 2006, 16:57 Uhr

Der VfB Lübeck verpasste im einzigen Sonntagspiel
der Fußball-Regionalliga Nord am 4. Spieltag den Sprung an die
Tabellenspitze. Unschöne Szenen gab es in Osnabrück.

Die Mannschaft von Trainer Bernd Hollerbach musste
sich bei der zweiten Mannschaft des Hamburger SV 0:1 (0:0)
geschlagen geben und belegt mit neun Zählern punktgleich hinter
Spitzenreiter VfL Osnabrück und Dynamo Dresden den dritten Rang.
Die erste Saison-Pleite und Ausschreitungen durch zahlreiche
Rowdies haben derweil die Euphorie in Dresden merklich gedämpft.

Nach zuvor drei Siegen in Serie musste sich die Mannschaft von
Trainer Peter Pacult im Spitzenspiel beim VfL Osnabrück vor 14.000
Zuschauern 1:3 geschlagen geben und die Tabellenspitze räumen. `Bei
uns hat es in der gesamten Mannschaft von der ersten bis zur
letzten Minute nicht gestimmt´, kritisierte Pacult.
Während beim VfL vor allem Daniel Cartus mit zwei sehenswerten
Freistoß-Treffern glänzte (57./90.), machte sich bei Dynamo das
Fehlen von Top-Torjäger Alexander Ludwig (Ischiasnerv eingeklemmt)
deutlich bemerkbar. Neben den Punkten verloren die Sachsen auch
noch Abwehrspieler Tomas Votava wegen einer `Notbremse´ mit der
Roten Karte (67.). Nach dem Schlusspfiff randalierten Dynamo-Fans
und warfen mit Gegenständen, so dass die Polizei einschreiten
musste. Schon während des Spiels waren mehrere Leuchtraketen
abgeschossen worden.

`Die Leidenschaft und der Siegeswille meiner Mannschaft war
entscheidend´, meinte Osnabrücks Trainer Claus-Dieter `Pele´
Wollitz nach dem dritten Sieg im dritten Saisonspiel.
Wermutstropfen für den VfL: Thomas Reichenberger, Torschütze zum 2:
0 (59.), kugelte sich den Arm aus und fällt wohl vorerst aus.
Großes Aufatmen herrscht bei zwei weiteren Aufstiegsaspiranten
nach hart erkämpften Heimsiege. Dank eines Doppelpacks von Michel
Mazingu-Dinzey (57./78.) setzte sich der FC St. Pauli gegen Werder
Bremen II 2:1 (0:0) durch und hält Anschluss nach oben. `Wir sind
sehr froh über die drei Punkte´, erklärte Trainer Andreas Bergmann.
Fortuna Düsseldorf besiegte Rot-Weiß Erfurt glücklich 3:2 und fuhr
damit die ersten Punkte überhaupt in dieser Saison ein.
Holstein Kiel kam beim 5:1 gegen Neuling Borussia Dortmund II
im zweiten Heimspiel zum zweiten Kantersieg und kletterte auf Platz
vier. `Der Sieg ist vielleicht etwas zu hoch ausgefallen. Alle Tore
waren aber sehr gut herausgespielt´, meinte Kiels Trainer Frank
Neubarth. Die BVB-Reserve wartet weiter auf den ersten Sieg, ist
nun Tabellenvorletzter.

Auch Zweitliga-Absteiger Rot-Weiß Ahlen gehört nach dem 2:1
gegen Aufsteiger 1. FC Magdeburg weiter zur Spitzengruppe, weil
Torjäger Joseph Laumann in letzter Minute seinen vierten
Saisontreffer erzielte. `Ich hatte schon dreimal überlegt, ihn
auszuwechseln´, gab Trainer Bernard Dietz ehrlich zu.
Unter den Augen von Borussia Mönchengladbachs Cheftrainer Jupp
Heynckes und Manager Peter Pander feierte die Reserve der Fohlen
beim 2:1 gegen den Wuppertaler SV Borussia den ersten Sieg in der
Regionalliga überhaupt. Die Mannschaft von Trainer Horst Wohlers
reichte damit die Rote Laterne des Tabellenletzten an den
spielfreien Mitaufsteiger SV Wilhelmshaven weiter.

`Jetzt wissen die Jungs, dass sie auch in der Regionalliga
gewinnen können. Das wird ihnen Auftrieb geben´, äußerte Wohlers.
Den ersten Sieg in dieser Saison landete auch Kickers Emden beim 1:
0 (0:0) gegen Hertha BSC Berlin II.
Weiter ohne Gegentor ist der vor Saisonbeginn in die
Regionalliga Nord zurückgekehrte Traditionsklub Union Berlin. Das
torlose Unentschieden bei Bayer Leverkusen II bedeutete jedoch den
ersten Punktverlust für die Eisernen, die weiterhin in der
Spitzengruppe der Liga mitmischen.

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