Gerhard Schröder stand vor Jahren am Kanzleramt und schrie:

BOR. DORTMUND II: Sieben gegen den Frust

tt
18. August 2006, 10:58 Uhr

Gerhard Schröder stand vor Jahren am Kanzleramt und schrie: "Ich will da rein."

Gerhard Schröder stand vor Jahren am Kanzleramt und schrie: "Ich will da rein." Der Mann schaffte es, regierte acht Jahre als Bundeskanzler. Theo Schneider, Trainer der BVB-Zweitvertretung, hat auch ein ganz besonderes Anliegen. Allerdings in umgekehrter Richtung: "Wir müssen da raus!" Damit meint der ehemalige Nürnberger den Keller-Sumpf, in dem seine Talent-Truppe nach drei Spieltagen, die nur einen mageren Punkt auf das Tablett rieseln ließen, steckt.
Schneider: "Beim 1:2 gegen Hamburg hatte mein Team einen völligen Blackout, sechs, sieben Spieler waren in der ersten Halbzeit nicht zu sehen, das war unerklärlich. So eine Partie hätte ich gerne Mal in der Vorbereitung gehabt, aber da lief für uns alles optimal. Deswegen kam diese Leistung umso überraschender."

Was den schwarz-gelben Linien-Chef etwas versöhnlich stimmte, war der Auftritt im Pokal-Wettberwerb am Dienstag Abend. Westfalia Herne, immerhin Oberligist aus dem oberen Drittel, wurde 7:1 aus dem Schloss Strünkede gescheucht. "Herne war vor der Pause mit vier Stück noch gut bedient", befand der Coach, "die Westfalia hatte das vermutlich beste Team auf dem Platz, bei uns war alles umgekrempelt." Offenbar erkannten die Youngster, die bisher noch in der zweiten Start-Reihe stehen, die Gunst der Stunde. Vor allem Fisnik Zejnullahu drehte kräftig auf, traf vier Mal. "Fisnik hat sich dadurch ins Gespräch gebracht. So langsam verkraftet er die Umstellung und die harte Vorbereitung. Für das Kiel-Spiel ist der Junge auf jeden Fall im Kader", blickt Theo Schneider auf Samstag.

Da die "Störche" zu den selbsternannten Aufstiegs-Favoriten zählen, dürfte der Auftritt für Dortmund delikat werden. "Kiel hat Magdeburg in Unterzahl 5:0 geschlagen", blickt "TS" in die Statistik, "aber wir haben dort nichts zu verlieren. Die Leistung bei FC St. Pauli war vielversprechend, auch wenn beim 1:2 nichts für uns heraussprang. Wir haben oft genug gegen die oberen Mannschaften bewiesen, dass wir mithalten können." Grundsätzlich erkennt der Coach die Brisanz der Gesamt-Situation, malt aber den Teufel nicht an die Wand: "Wir sehen die Lage kritisch, ich lehne es aber ab, alles zu verdammen. Der Druck nimmt zu, damit müssen wir klar kommen."

Autor: tt

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