Das große Fragezeichen klafft über der Lohrheide. Nur drei Spieler aus der aktuellen Truppe (Ohnesorge, Caspers, Matlik), die den Klassenerhalt nach dem desaströsen 1:5 gegen Rot-Weiß Erfurt nicht mehr aus eigener Kraft packen kann, besitzen überhaupt einen Vertrag für die kommende Saison.

SG WATTENSCHEID: Etliche Kader-Fragezeichen

tt
26. Mai 2006, 10:09 Uhr

Das große Fragezeichen klafft über der Lohrheide. Nur drei Spieler aus der aktuellen Truppe (Ohnesorge, Caspers, Matlik), die den Klassenerhalt nach dem desaströsen 1:5 gegen Rot-Weiß Erfurt nicht mehr aus eigener Kraft packen kann, besitzen überhaupt einen Vertrag für die kommende Saison.

Das große Fragezeichen klafft über der Lohrheide. Nur drei Spieler aus der aktuellen Truppe (Ohnesorge, Caspers, Matlik), die den Klassenerhalt nach dem desaströsen 1:5 gegen Rot-Weiß Erfurt nicht mehr aus eigener Kraft packen kann, besitzen überhaupt einen Vertrag für die kommende Saison.
Die wird, sofern sich nicht noch ein Wunder ergibt, in der Oberliga Westfalen ablaufen. Also genau da, wohin der Traditions-Verein eigentlich nie mehr hin wollte. "Wir wollen auf jeden Fall am letzten Spieltag die bestmögliche Platzierung erreichen", umreißt Präsident Prof. Dr. Rüdiger Knaup das letzte Ziel der aktuellen Serie. Am Samstag soll in Emden zumindest der fünftletzte Platz gegenüber Preußen Münster (in Leverkusen) verteidigt werden. "Wir wollen für den Fall gerüstet sein, falls ein Regionalligist keine Lizenz bekommt", erklärt der erste Vorsitzende, der am Montag in der DFB-Zentrale in Frankfurt vorstellig wurde. Thema: Die verhängten hohen Auflagen zur Lizenz-Erteilung. "Ich bin trotz unserer deutlichen Niederlage gegen Erfurt dorthin gefahren und habe positive Signale aus Frankfurt bekommen", skizziert der Jurist. Wirtschaftlich "grünes Licht", sportlich dagegen "rote Blinkzeichen" - es wäre ein besonders bitteres Aus für Lars Toborg & Co.
Georg Kreß, Coach der 09er, will den K.O.-Schlag noch nicht wahrhaben und versucht, intern die Konzentration hochzuhalten. "Wir befinden uns noch einige Tage voll in der Arbeit und haben die Pflicht, alles zu versuchen", ballt der Fußball-Lehrer die Faust. Kreß gesteht ein: "Ich hatte vor ein paar Monaten schon die Befürchtung, dass drei West-Traditions-Vereine absteigen. Genau so wird es am Ende wahrscheinlich auch kommen." Oberhausen weg, Münster weg, Wattenscheid weg. Amateure aus Hamburg, Bremen, Leverkusen drin.
Die Frage ist: Wie geht es bei 09 weiter? Für den heutigen Donnerstag ist ein Sondierungs-Gespräch zwischen Prof. Dr. Knaup und Linien-Chef Kreß anberaumt, eine erste Kader-Analyse soll intern erfolgen. "Wir warten den letzten Spieltag noch ab", sagt der Club-Boss, "dann regeln wir die Dinge. Anfang der Woche setzen wir uns zusammen, der Termin steht." Bis dahin müssen sich die Akteure, die sich nach einem zweifellos turbulenten Lohrheide-Jahr einen Verbleib vorstellen könnten, gedulden.
Eckpfeiler wie Lars Toborg oder Pellegrino Matarazzo werden nicht zu halten sei, Kai Koitka hat dem Vernehmen nach einen unterschriftsreifen Vertrag bei einem Revier-Club vorliegen, Kapitän Mike Terranova wird sowohl bei Nachbar Rot-Weiß Oberhausen als auch beim ETB Schwarz-Weiß Essen als Führungs-Figur gehandelt. Ersatz-Keeper Tim Nixdorff wechselt zum 1. FC Union Solingen.
Auch die Personalie Georg Kreß wird heiß diskutiert - und zwar bei Preußen Münster. Dort soll der Familien-Vater offenbar in Personal-Union mit dem jetzigen Coach Hans-Werner Moors als eine Art Tandem auf der Wunsch-Liste stehen. "Das wundert mich, dass ich bei Preußen als neuer Trainer spekuliert werde", zuckt Kreß mit den Schultern, "ich kann das nicht beurteilen, sondern konzentriere mich mit meiner Truppe auf das letzte Saisonspiel." Prof. Dr. Knaup bleibt angesichts der Gerüchte gelassen: "Herr Kreß hat bei uns noch einen Ein-Jahres-Vertrag. Es gibt keinen Grund, über so etwas überhaupt nachzudenken."

Autor: tt

Kommentieren