RWO: Neucoach Abel über Ideen, Hertha & die Rettung

cb
07. Mai 2006, 12:10 Uhr

"Vier Spieltage vor Schluss wurde der laut Club "letzte Strohhalm" ergriffen. Das Trainergespann Harry Pleß und Michael Lusch wurde von seinen Aufgaben entbunden.

"Vier Spieltage vor Schluss wurde der laut Club "letzte Strohhalm" ergriffen. Das Trainergespann Harry Pleß und Michael Lusch wurde von seinen Aufgaben entbunden. Nun soll Günter Abel, bisher mit einem tollen Job bei der Oberhausener Zweitvertretung, die Elf vor der Oberliga retten. Erste Maßnahme: Florent-Cyrille Bella, Florim Nesimi, Nassirou Ouro-Akpo, Jan Mutschler, Dennis Kutrieb, Mehmet-Ali Sirin und der erkrankte Jörg Scherbe blieben vor dem heutigen Match bei Hertha BSC II in Oberhausen. Am Donnerstag leitete der kurzzeitige Doppel-Coach seine erste Einheit, RS unterhielt sich mit Abel.

Günter Abel, wie geht man an solch eine heikle Aufgabe ran?

Genau so wie auch an die andere. Ich versuche, eine positive Stimmung zu wecken, nach vorne zu schauen. Ich werde jetzt nicht hingehen und die letzten 32 Spiele aufarbeiten. Ich werde einfach die Ideen, die ich habe, hier einbringen und dann bin ich sicher, sind wir stark genug, um die nötigen Punkte einzufahren.

Was sind das für Ideen?

Es ist kein großes Geheimnis, man muss dahin kommen, dass die Elf eine echte Einheit ist, alle müssen in eine Richtung ziehen. Auf dem Platz will ich merken, da steht auch eine echte Einheit. Zudem müssen wir kompakter zusammen spielen, am Abwehrverhalten muss die ganze Mannschaft beteiligt sein. Wenn das klappt, sind wir schon auf einem guten Weg.

Was ist mit der Offensive?

Wenn wir den Ball haben, sollten wir versuchen, auch geschlossen nach vorne zu kommen.

Gab es schon eine Ansprache an die Truppe?

Nur eine kurze. Mit viel reden kriegt man keine Zähler. Wir schauen nach vorne, versuchen, positives Denken in die Jungs reinzubekommen. Ich habe bisher alles nur am Rande mitbekommen, daher konnte ich gar nicht in alles reinriechen. Daher ist es meine erste Aufgabe, die Lebensgeister wieder zu wecken, die waren nach dem 0:4 gegen Leverkusen nicht wirklich da.

Wie war der Ablauf bis zum heutigen Match in Berlin?

Wir haben jeden Tag eine Einheit absolviert, am Freitag bei uns im Stadion. Nach dem Samstags-Training ging es ab nach Berlin.

Haben Sie sich einige Leistungsträger separat zur Seite genommen?

Auch das werde ich tun, aber ich versuche, mit allen zu sprechen. Ganz ehrlich muss man sagen, so richtig haben sich die Führungs-Jungs noch nicht herauskristallisiert.

Was ist mit Marcel Stiepermann, Angreifer der Zweitvertretung?

Er ist dabei. Ich bin davon überzeugt, hat ein Mann einen Lauf, kann er überall treffen. Er hat diesen Lauf, ich hoffe, er kann das auch in Berlin zeigen.

Ist er ein Startthema?

Nein, das wohl nicht, aber er ist sicher eine Option für den weiteren Spielverlauf.

Wie sehen Sie Hertha BSC II?

Die Amateurteams beweisen immer wieder, sie sind schwer zu bespielen. Die sind alle jung und können Fußball spielen. Wir müssen sie bekämpfen und beschäftigen, dann haben sie Probleme.

Was überwiegt vor den kommenden vier Begegnungen - Skepsis oder Freude?

Skepsis habe ich gar keine. Man kann nur glauben, man schafft eine Aufgabe oder eben nicht. Ich bin sicher, wir schaffen den Klassenerhalt. Ansonsten hätte ich in Ruhe bei meiner Verbandsliga-Mannschaft bleiben können und dort den Nichtabstieg gefeiert.

Autor: cb

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