RWE: Englische Woche, aber: "Jeder kann ruhig schlafen"

og
24. April 2006, 09:20 Uhr

"Gaucho" gesichert! Victor-Hugo Lorenzón bleibt - unabhängig von einer ohnehin existent gewesenen Verlängerungs-Option zugunsten des Clubs - ein weiteres Jahr an der Hafenstraße.

"Gaucho" gesichert! Victor-Hugo Lorenzón bleibt - unabhängig von einer ohnehin existent gewesenen Verlängerungs-Option zugunsten des Clubs - ein weiteres Jahr an der Hafenstraße. Und das unabhängig von der dann zur Debatte stehenden Liga. Der Argentinier kam vor der Spielzeit von Fortuna Düsseldorf und hat sich durch stellenweise sehr beeindruckende Matches auf der zentralen defensiven Mittelfeldposition bewährt, nach dem er zum Start der Runde in die "Startelf-Röhre" schaute. "Victor hat bisher eine hervorragende Saison abgeliefert", lobt Olaf Janßen, Essens Sportlicher Leiter, "er hat halt einen ganz speziellen Charakter."
Man würde gemeinhin wohl introvertiert sagen, allerdings weicht der sympathische Südamerikaner keinem Gespräch aus, bemüht sich beim medialen Kontakt ständig, sehr durchdachte Antworten auf Deutsch zu geben, bedankt sich immer für die Befragung. "Victor präsentiert sich etwas zurückgezogen, explodiert aber halt auf dem Platz", nickt Janßen ab, während Nico Schäfer, geschäftsführendes Vostandsmitglied, seine eigene schmunzelnde Beschreibung hat. "Er wirkt manchmal auf mich wie der Pate, so nenne ich ihn auch." Klar ist für Janßen: "Victor fühlt sich an der Hafenstraße sehr wohl, er hat sich ausdrücklich bedankt, dass wir verlängert haben. Das ist eine Verbindung, die passt." Die Prognose ist nicht gewagt, Lorenzón wird höherklassig keine Probleme haben. Noch ein Grund, aufzusteigen.
Insgesamt hat RWE vorgelegt, "kürzlich auch mit Florian Thorwart gesprochen", erklärt Janßen, "man muss schwer überlegen, wo wir überhaupt Baustellen haben. Jeder weiß, wie wir konzeptionieren, die Jungs haben Vertrauen. Es ist auch zu früh, zu fragen, mit wem nicht geplant wird." Fragen kann der Betrachter, allerdings wird man - nachvollziehbar - keine konkreten Reaktionen erhalten. Wer richtig beobachtet, wird sich die Antworten selbst geben können. RS analysierte am Donnerstag, 13.April. Janßen: "Wir werden sehen, wer sich qualifiziert hat."
Die Hausaufgaben hat der 241-fache Bundesligaspieler gemacht: "Wir liegen vor der Zeit", nickt der 39-Jährige, "wir haben Plan A und natürlich auch Plan B." Die zweite Variante dreht sich um die Regionalliga. "Damit möchte ich mich natürlich nicht intensiv beschäftigen. Wir haben die Grundstruktur im Kader." Der auf jeden Fall weiter von Coach Uwe Neuhaus, "Co" Peter Kunkel und Keeper-Trainer Carsten Busch angeleitet wird. "Wir vermelden alles, wenn die Tinte trocken ist", grinst Janßen vor sich hin. Je eher die rein sportliche Kuh vom Eis ist, desto fixer kann der vierfache Familien-Vater auch weiteres Personal klar machen. "Jeder darf ruhig schlafen, wir werden keinen Moment verschwenden. Wir wissen jedoch, die sportliche Aufgabe ist schwer genug."
Ohne jedoch die Hose voll zu haben: "Angst ist nicht da, wenn ich auf unser Restprogramm schaue." Janßen geht voran, genau wie Neuhaus. "Die Spielpause tat unserer Truppe ohne Zweifel gut, wir werden die anstehende englische Woche mit Energie angehen, haben aufgetankt und neuen Elan." Der ehemalige UEFA-Cup-Finalist mit dem 1.FC Köln (gegen Real Madrid) registriert alle Stimmungen und Schwingungen. "Ich bin gewissermaßen bei jeder Trainingseinheit dabei, das gilt auch für alle Besprechungen, so war es immer angedacht und so ziehen wir das auch durch."

Autor: og

Kommentieren