Ein Shootingstar und viele Flops: Der FC Schalke hatte in der abgelaufenen Saison in Sachen Personalien und deren Stärken und Schwächen  einiges zu bieten.

S04: Auf- und Absteiger

Draxler war die Entdeckung der Saison

01. Juni 2011, 16:04 Uhr

Ein Shootingstar und viele Flops: Der FC Schalke hatte in der abgelaufenen Saison in Sachen Personalien und deren Stärken und Schwächen einiges zu bieten.

Von Julian Draxler bis "Zippo" Deac: Dies sind Schalkes Auf- und Absteiger der vergangenen Saison:

Aufsteiger

Julian Draxler ist der absolute Shooting-Star der Schalker Mannschaft. Der 17-Jährige wurde von Ex-Trainer Felix Magath im Winter von der A-Jugend zu den Profis hoch gezogen. Allerdings sorgten die Umstände der Talentförderung für reichlich Kritik in ganz Deutschland, denn Magath wollte, dass der Gymnasiast die Schule abbricht, um sich ganz auf seine Fußballerkarriere konzentrieren zu können. Inzwischen ist in der Hinsicht mit dem Wechsel auf die Gesamtschule Berger Feld ein Kompromiss gefunden und Draxler kann seine schulische wie sportliche Entwicklung unter einen Hut bringen. Seinen größten Tag in der noch jungen Profi-Laufbahn hatte er im DFB-Pokal-Viertelfinale, als er den FC Schalke in der Verlängerung gegen den 1. FC Nürnberg in die Runde der letzten Vier schoss.

Kein echter Aufsteiger wie Draxler, aber dank weitestgehend zufriedenstellender Vorstellungen immerhin schon ein Publikumsliebling ist Atsuto Uchida. Der Japaner hatte anfangs mit Anpassungsproblemen zu kämpfen und konnte sich zunächst nicht wirklich auf die Spielweise in der Bundesliga einstellen. „Uschi“ ist vor allem in der Offensive ein Gewinn für die königsblaue Elf und kommt bei den Fans wegen seiner vorbildlichen kämpferischen Einstellung bestens an.

Zu einem wertvollen Mitglied der Mannschaft hat sich auch Kyriakos Papadopoulos entwickelt. Der bullige Grieche geht gerne dahin, wo es richtig weh tut und schont weder sich noch den Gegenspieler. Dass der jugendliche Kraftprotz in seiner ersten Saison auf Schalke gleich 18 Einsätze absolvieren und damit annähernd ein Stammspieler sein würde, hätten vor Beginn der Saison sicher die wenigsten Experten vorausgesagt.

Absteiger

Einige frühe „Absteiger“ wurden während der Saison bereits großzügig aussortiert. Während die zwischenzeitlich in die Reserve abgeschobenen Alexander Baumjohann und Hans Sarpei in der Rückrunde wieder oben mitspielen durften, hatte ein alt gedienter Bundesligakicker wie Jermaine Jones keine Perspektive mehr in Gelsenkirchen gesehen und ließ sich an die Blackburn Rovers nach England ausleihen.

Lukas Schmitz hingegen gehörte in der vergangenen Saison zusammen mit Christoph Moritz und Joel Matip zu den Aufsteigern des Jahres. Doch nach etlichen schwachen Leistungen auf der von ihm nicht unbedingt geliebten Position des linken Verteidigers fand er sich in der Rückrunde alsbald auf der Ersatzbank wieder. Der neue, alte Trainer Ralf Rangnick scheint gar nicht auf den früheren Bochumer zu stehen, daher stehen bei Schmitz die Zeichen auf Abgang.

Keine klassischen „Absteiger“, gleichwohl in der Kategorie „ohne Zukunft auf Schalke“ gut aufgehoben sind hier einige Ladenhüter der Magath-Ära: Ciprian Deac (inzwischen an Rapid Bukarest ausgeliehen), Nicolas Plestan, Anthony Annan, Junmin Hao, Ali Karimi, Angelos Charisteas, Danilo Avelar (von Karpaty Lviv ausgeliehen) und Vasileios Pliatsikas (vor der Ausleihe zum MSV Duisburg). Sie wurden ohne echten Verwendungszweck geholt und nach kurzem Gebrauch wieder ins Regal gestellt. An diese Spieler wird sich kein S04-Fan mehr in einem Jahr erinnern.

Zukunft

Vom Ziel der Deutschen Meisterschaft sind die Verantwortlichen inzwischen abgerückt, das ist vernünftig. Ob die von Rangnick und Vorstand Sport Horst Heldt notwendigerweise erneut umgebaute Truppe schon dazu in der Lage ist, oben mitzuspielen, kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand seriös einschätzen. Auf junge und hungrige Typen Lewis Holtby, darf sich der Verein allerdings freuen. Vielleicht braucht es länger als ein Jahr, bis Schalke schon wieder ein Kandidat für die Champions League ist. Der Weg dorthin lohnt sich, sofern man im Verein nicht wieder die alten Fehler macht.

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