Die Freude über den Derby-Punkt gegen Essen ist vorbei, die ganze Konzentration der Kleeblätter gilt nur noch dem Match gegen Köln II am Samstag (14 Uhr) im Kölner Südstadion.

RWO: Harry Pleß wie die Rennrodler / Qual der Wahl

cb
17. Februar 2006, 10:40 Uhr

Die Freude über den Derby-Punkt gegen Essen ist vorbei, die ganze Konzentration der Kleeblätter gilt nur noch dem Match gegen Köln II am Samstag (14 Uhr) im Kölner Südstadion.

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Die Freude über den Derby-Punkt gegen Essen ist vorbei, die ganze Konzentration der Kleeblätter gilt nur noch dem Match gegen Köln II am Samstag (14 Uhr) im Kölner Südstadion.
Die negative Nachricht für RWO. So schlecht wie in Düsseldorf, alles unter den Augen von Trainer Harry Pleß, wird der FC sich nicht noch einmal präsentieren. Nach der Partie kündigte Coach Christoph John bereits an: "Das war Alibi-Fußball, so etwas lasse ich mir nicht mehr bieten." Profiangebote hatte er abgelehnt, um seinen Talenten zu vertrauen. Da dieser Schritt nach hinten los ging, kann man davon ausgehen, dass einige FC-Profis, die nicht mit der ersten Mannschaft nach Gladbach reisen, im Kader der Regionalliga-Truppe stehen. Eindeutige Kandidaten: Patrick Weiser, Christian Rahn, Björn Schlicke, Andrew Sinkala. RS unterhielt sich einige Tage vor dem Match mit dem Linienverantwortlichen der Oberhausener.

Harry Pleß, wie ist die personelle Lage?

Jörg Scherbe ist umgeknickt, er will heute wieder mit der Mannschaft trainieren. Tobias Schäper ist auch wieder dabei, allerdings konnte er nach seinem Muskelfaserriss noch nicht alles mitmachen. Es gibt immer mal wieder leichte Probleme mit dem Narbengewebe.

Was bedeutet das für die Partie in Köln?

Der Konkurrenzkampf ist enorm. Ein Andreas Saur ist wieder spielberechtigt, er steht auf jeden Fall im Kader. Wenn Tobias fit ist, ist er auch unter den ersten 18 dabei. Er ist immerhin unser torgefährlichster Spieler, zudem als Linksfuß variabel einsetzbar und ganz wichtig für uns. Bei Scherbe ist es auch so, er kann im Kader stehen, aber für ihn und Schäper wird es ganz eng für die erste Elf. Das wäre auch unfair den Spielern gegenüber, die fit sind und sich aufdrängen.

Eine ganz neue Situation, diese Qual der Wahl, oder?

Richtig, in der Vorrunde haben die gespielt, die da waren. Jetzt muss ich sogar mehreren Akteuren sagen, sie sind nicht mal im Kader. Und die Jungs reagieren super, ein Florim Nesimi oder ein Jan Mutschler zeigen mir, sie wollen mehr, da kämpft jeder um seine Chance.

Was ist mit dem Rest?

Der wird bei der Zweitvertretung mittrainieren, da ich ab dem Abschluss-Training mit denen zusammen bin, die auch im Kader stehen. Auch für die Verbandsliga-Elf ist das sehr gut, dann kann Trainer Günter Abel mit denen arbeiten, die ihm auch am Wochenende zur Verfügung stehen: Denn wir wollen auch dort unbedingt den Klassenerhalt.

Wie bereiten Sie sich auf den Keller-Kampf beim direkten Konkurrenten vor?

Bereits am Freitag fahren wir nach Köln, wo es am Abend eine Abschluss-Besprechung gibt, dort schwören wir uns bereits ein. Wie vor der Begegnung in Münster überlassen wir nichts dem Zufall. Wir wollen den Sieg. Wir befinden uns zum ersten Mal in der Situation, gegen eine Truppe zu spielen, die fünf Zähler hinter uns liegt. Mit einem Dreier können wir uns richtig vom FC distanzieren.

Planen Sie Änderungen in der ersten Elf?

Es kann auch sein, dass wir mit der gleichen Startformation wie gegen Essen antreten. Abwarten, wie die Verletzungen sich entwickeln und wie die letzten Eindrücke sind. Klar ist nur: Ein Nassirou Ouro-Akpo ist noch nicht so weit für einen Einsatz von Beginn an. Ein Sebastian Radtke hat gegen Osnabrück zusammen mit Sead Mehic harmoniert, ein Mario Schwarz möchte auch wieder auflaufen. Es gibt einige Varianten, da alle 22 Mann mein Vertrauen genießen.

Wie sehen Sie die Kölner Mannschaft?

Ich gehe davon aus, dass einige von oben dabei sein werden. Zudem sind im Gegensatz zum Spiel in Düsseldorf Tobias Nickenig und Daniel Chitsulo wieder dabei. Ich habe die Elf in den letzten Jahren bestimmt zehn Mal gesehen, allerdings hat sie nun ein ganz anderes Gesicht als im Vorjahr.

Allerdings ist Ihnen wichtig, ...

...wir schauen nur auf uns, egal, wer bei Köln aufläuft. Wenn wir gewinnen, ist das super, wenn wir einen Punkt holen, hinken wir unseren Erwartungen einen Zähler hinterher. Man darf nur auf keinen Fall gegen die direkten Konkurrenten verlieren.

Wie ist Ihre Erinnerung an das Heimspiel?

Da haben die uns gut unter Druck gesetzt. Alles mit Leuten wie Roland Benschneider oder Patrick Helmes. Wir dürfen in Köln auf keinen Fall in das offene Messer laufen. Aber für uns ist es zusätzlich noch eine Motivation, wenn man gegen Leute wie einen Björn Schlicke aufläuft.

Wie ist Ihre persönliche Erinnerung an das Südstadion?

Nicht gut, dort müssen wir endlich den Bock umstoßen. Mit Lüneburg, Essen und Leipzig habe ich dort fast immer nur Remis gespielt, egal, ob gegen Köln II oder gegen Fortuna Köln.

Wenn die Einstellung stimmt, ist das machbar. Wie sehen Sie das?

Auch so. Ich habe bei der Auswertung der Partie gegen Essen gesagt, wenn wir das, was wir in der Abwehrarbeit leisten, vor das andere Tor projizieren können, dann werden wir noch viele Erfolge feiern. Auch dort muss man sich wie ein Lars Heller mit letzter Kraft in die Bälle schmeißen, um das Leder über die Linie zu bekommen.

Was noch?

Es wird alles für die Jungs gemacht. Daher sollen die Spieler die nächsten drei Monate alles dem Fußball unterordnen, damit wir im Sommer hier stehen und weiter Regionalliga-Fußball in der Stadt haben. Ich gehe jetzt schon jeden Abend ins Bett und habe das Südstadion im Kopf und die Kölner Elf, wer spielen könnte, was man noch besser machen könnte. Ich habe alles vor Augen wie ein Rennrodler vor dem Rennen. Wenn die Akteure das auch hinbekommen, werden wir den 14. Platz erreichen.

Autor: cb

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