Die Hinrunde in der Regionalliga ist beendet, Zeit, um die einzelnen RWO-Kicker unter die Lupe zu nehmen.

RWO: Einzelkritik zur Hinrunde der Saison 2005/2006

cb
30. Dezember 2005, 15:06 Uhr

Die Hinrunde in der Regionalliga ist beendet, Zeit, um die einzelnen RWO-Kicker unter die Lupe zu nehmen.

Die Hinrunde in der Regionalliga ist beendet, Zeit, um die einzelnen RWO-Kicker unter die Lupe zu nehmen.

Daniel Masuch (20 benotete Einsätze - Durchschnitts-Note 2,5): Der Keeper war in allen Partien an Bord und bestach mit einer ungemein konstanten Hinrunde. Besonders beeindruckend: In der Luft gab es in 20 Matches maximal drei kleine Wackler, kein Gegentreffer ging auf sein Konto. Im Gegenteil: Ohne ihn hätte es mehr Einschläge gegeben. Gehört in dieser Verfassung zu den drei Topschlussmännern der Liga.

Benjamin Reichert (14 – 2,93): Er war der beste Oberhausener Feldspieler der Hinserie. Und es fiel auf, ist Reichert über einen längeren Zeitraum fit, hat er das Zeug für höhere Aufgaben. Vor der Abwehr nahm er fast jeden Spielmacher aus der Partie. Namenhafte Beispiele sind Lübecks Christian Möckel, Kiels Andre Breitenreiter oder Osnabrücks Markus Feldhoff.

Tobias Schäper (20 – 3,28): Ebenfalls eine der positiven Erscheinungen. Ob im linken Mittelfeld, oder als Links-Verteidiger, Schäper machte seinen Job. Zuletzt nicht mehr so auffällig, besonders in der Vorwärtsbewegung fehlte die Genauigkeit. Defensiv war er der Einzige, der die Seite dicht machen konnte.

Lars Heller (19 – 3,29): Der Kapitän konnte die meiste Zeit überzeugen. Zu Beginn auf der linken Seite mit einigen Problemen. Seit er in der Innenverteidigung aufläuft, kaum zu ersetzen. Geht vorneweg und gibt der Viererkette den nötigen Halt. Ein ganz wichtiger Mann für die Rückrunde.

Ronny Ernst (17 – 3,32): Der ehemalige Essener arbeitete sich in die Spielzeit. Am Anfang sah man einige sehr durchwachsene Auftritte. Steigerte sich, als er als Manndecker agieren musste. Dort mit klasse Partien, zuletzt auch auf der rechten Seite auf dem aufsteigenden Ast. Harmonierte speziell mit Jörg Scherbe hervorragend.

Andreas Saur (14 – 3,57): Ebenfalls eine klare Verstärkung. Agiert zumeist sehr kompromisslos, ohne die großen Szenen zu haben. In den letzten Spielen auch in der Offensive bei Standards mit dem nötigen Durchsetzungsvermögen. Eine dumme Rote Karte, nach der Sperre mit der erwarteten Konstanz.

Danijel Gataric (14 – 3,57): Mit Höhen und Tiefen. Positiv sind seine zwei Treffer und sein Mut, ständig das direkte Duell zu suchen. Taktisch allerdings noch mit großen Defiziten. Übersieht häufig den besser postierten Mann. Im letzten Match als rechter Verteidiger aufgeboten, dort mit einer überraschend starken Vorstellung. Das Talent ist noch lange nicht am Limit angekommen.

Sead Mehic 17 – 3,59): Er war der gefährlichste und beste Offensiv-Akteur der Hinrunde. Wenn er seine Form hatte, wurde es im Angriff gefährlich. Bereitete sehr viele gute Aktionen vor. In den letzten Wochen der Hinrunde schlitterte er in ein Formtief. Zuvor verhinderten nur seine vergebenen Großchancen eine bessere Bewertung. Für die Mission Klassenerhalt ein ganz wichtiger Baustein.

Jörg Scherbe (12 – 3,79): Hatte in den ersten Partien große Probleme, konnte die Erwartungen dort nicht erfüllen. Fiel dann lange mit einem Muskelbündel-Riss aus. Nach der Verletzung mit einer klar zu erkennenden Steigerung. Ihm hat der Wechsel ins rechte Mittelfeld gut getan, harmoniert dort mit Ernst, ein Wechselspiel, das auch in der Rückrunde viel versprechend sein könnte.

Dennis Kutrieb (14 – 3,93): War nach einigen Wochen bereits abgeschrieben, als das Wort Vertragsauflösung die Runde machte. Er brauchte sehr lange, um sich an die dritte Liga zu gewöhnen. In den letzten drei Matches mit einem deutlichen Formanstieg. Die Krönung waren die 90 Minuten gegen Osnabrück, als ihm ein Treffer gelang, zwei weitere vorbereitet wurden. Scheint drittklassig angekommen zu sein, muss das in der Rückserie bestätigen.

Marcel Landers (10 – 4,05): Ihn hatte keiner auf der Rechnung. Wurde nach der Personalmisere ins kalte Wasser geworfen. Begann mit einem tollen Auftritt im Pokal gegen Eintracht Frankfurt, konnte diese Verfassung aber in der Liga nicht bestätigen. Immer voll bei der Sache, aber noch mit unübersehbaren Defiziten. Er wird es in der Rückrunde schwer haben, einen Platz im Kader zu ergattern.

Mehmet-Ali Sirin (16 – 4,06): Noch ohne Treffer, das sagt schon viel aus über einen gelernten Stürmer. Auch, wenn er die meiste Zeit im linken Mittelfeld eingesetzt wurde, keine Entschuldigung. 16 Einsätze, kein Tor und keine Vorlage. Die Bilanz ist ernüchternd. Ihm ist kein Vorwurf beim Einsatz zu machen, allerdings stehen Aufwand und Ertrag in keinem passenden Verhältnis. Da muss nach dem Winter mehr kommen, sonst wird es nicht viele Einsatzminuten zu verzeichnen geben.

Mario Schwarz (18 – 4,08): Brauchte wie seine Offensiv-Kollegen sehr lange, um sich in der neuen Liga freizuschwimmen. Sein Einsatz lag stets bei 100 Prozent, machte dabei viele unnötige Meter. In den letzten Wochen mit besseren Begegnungen, verlor seinen Stammplatz dennoch und wird in der Vorbereitung auf die letzten Spiele sehr kämpfen müssen, um seinen Platz wieder zu bekommen.

Auf weniger als die Hälfte der benoteten Einsätze kamen

Nassirou Ouro-Akpo (4 – 3,5): Kam im Laufe der Saison, hatte bis dahin ein halbes Jahr nur bei einem Bezirksligisten mittrainiert. Er möchte sich über RWO für die WM empfehlen, bisher stand er ein Mal für Togo auf dem Feld. Seine besten Argumente sind Tore, wie beim 3:0 gegen Osnabrück, als ihm in 14 Minuten zwei Treffer gelangen.

Timo Uster (2 – 3,5): Sollte der Abwehrchef werden, wurde der Dauerpatient im Krankenlager. Zwei Einsätze, mehr war es noch nicht. Grund: Beschwerden an der Patellasehne. In der Rückrunde will der Verteidiger wieder angreifen.

Dominic Tempel (3 – 3,66): Der nächste Pechvogel. Kam mit Masuch aus Osterfeld und begann mit sehr ordentlichen Auftritten. Fiel aber zuletzt über Monate mit einem Knorpelschaden im Knie aus, will wie Uster im Januar wieder bei der Mannschaft sein, um zu helfen, die Klasse zu halten.

Dalibor Gataric (7 – 3,71): Noch nicht ganz so weit wie sein Zwillingsbruder. Am Ball mit großen Fähigkeiten, taktisch mit ebenso großen Mängeln. Kam zuletzt in der zweiten Mannschaft zum Zug, wird auch in der Rückrunde eher in der Verbandsliga-Elf auf sich aufmerksam machen können.

Sebastian Radtke (4 – 3,75): Der dritte, der mehr im Lazarett zu finden war als auf dem Platz. Ein Armbruch und ein Bänderriss setzten ihn lange außer Gefecht. Vorher mit erkennbaren Problemen, sich durchzusetzen. In den letzten Wochen mit deutlichen Fortschritten und den wesentlich besseren Vorstellungen in Münster und gegen Osnabrück, die Hoffnung auf mehr machen.

Lukas Kwiatkowski (3 – 3,83): Kam drei Mal zum Einsatz, machte seine Sache dabei auf der linken Seite ordentlich. Kann die Verteidiger-Position allerdings nur defensiv ausleben und wird in der Rückserie vermutlich hauptsächlich in der Verbandsliga zu finden sein.

Florent-Cyrille Bella (5 – 4,1): Von ihm haben sich alle mehr versprochen. Kam während der Saison und war nicht fit nach einer langen Pause. Nur ein Treffer in Essen steht auf dem Konto, dafür ständige Probleme mit der Muskulatur. Soll im Januar wieder hergestellt sein, dann muss gesund und fit viel mehr kommen.

Jan Mutschler (5 – 4,2): Für den Fanliebling scheint die Regionalliga fast eine Nummer zu groß zu sein. Kam selten zum Zuge, wenn dann fiel auf, dass er taktisch viele Fehler machte, Zweikämpfe wurden zumeist verloren. Erzielte dafür den wichtigen Siegtreffer in Leverkusen und bereitete einen Treffer in Osnabrück vor. Auf ihn kommt eine schwere Rückserie zu.

Autor: cb

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