Vor der Spielzeit war lange nicht klar, wer die Nummer eins bei den Kleeblättern werden sollte. Am Ende setzte sich Daniel Masuch, Neuzugang aus Osterfeld durch, eine Entscheidung, die niemand im Club bereut haben dürfte.

RWO: Keeper der Hinrunde Masuch zu Gast bei RS

cb
23. Dezember 2005, 07:48 Uhr

Vor der Spielzeit war lange nicht klar, wer die Nummer eins bei den Kleeblättern werden sollte. Am Ende setzte sich Daniel Masuch, Neuzugang aus Osterfeld durch, eine Entscheidung, die niemand im Club bereut haben dürfte.

Vor der Spielzeit war lange nicht klar, wer die Nummer eins bei den Kleeblättern werden sollte. Am Ende setzte sich Daniel Masuch, Neuzugang aus Osterfeld durch, eine Entscheidung, die niemand im Club bereut haben dürfte.
Der Schlussmann entwickelte sich zum stärksten Torwart der Liga, seine Paraden, vor allem seine Strafraumbeherrschung, imponierten nicht nur dem eigenen Lager. Kein Wunder, dass Masuch auch bei RS als Keeper der Hinserie den Weg in die beste Elf fand. Kurz vor Weihnachten nahm sich der 28-Jährige Zeit, um mit RS die bisherige Saison und die Zukunft zu durchleuchten.

Daniel Masuch, was sagen Sie zur ganzen Kleeblatt-Retter-Aktion?

Sensationell, schon über 1000 Rett-Packs wurden verkauft. Jetzt helfen sogar prominente wie Peter Neururer und Ingo Anderbrügge unserem Verein.

Die Euros fließen in neue Spieler. Was denken Sie, wie viele Verstärkungen braucht die Truppe?

Wenn man das Osnabrück-Match sieht, würde ich sagen gar keinen. Aber zwei wären im Endeffekt schon wichtig, gestandene Spieler stehen uns noch gut zu Gesicht.

Kommen wir zu Ihnen. Wenn Sie die erste Serie analysieren, wie sehen Sie die Situation der Mannschaft?

Ich habe am Anfang gesagt, es macht Spaß, etwas Neues aufzubauen. Aber so neu, daran hätte ich nicht gedacht. Eine neue Elf, neue Verantwortliche. Wobei ich sagen muss, es macht mit der jetzigen Führungsmannschaft sehr viel Spaß, die Transparenz ist größer als bei dem letzten Vorstand. Man kümmert sich sehr um uns, es geht persönlicher zu.

Wie ist es mit Ihrer Situation?

Am Anfang war ich alleine mit Marcel Johns. Dann habe ich Christoph Semmler an der Sporthochschule getroffen. Er sagte mir, sein Vertrag in Gladbach läuft aus und er hat eventuell einen Regionalligisten an der Hand. Er sagte aber nicht wen, denn er wusste, ich hatte bereits bei RWO unterschrieben. Dann habe ich im Internet gelesen, Christoph kommt auch, da macht man sich schon Gedanken, ob man sich durchsetzt.

Was dann passierte...

...und ich bin zufrieden mit dem bisherigen Verlauf. Ich habe mich auch sehr gefreut, bei RevierSport zum besten Keeper der Hinserie gewählt worden zu sein. Allerdings will ich ab sofort nicht mehr zurück schauen. Mein Ziel ist es ganz klar, die Hinrunde zu bestätigen und mich weiter zu verbessern.

Was auch die Aufgabe des Torwart-Trainers Manfred Behrendt sein wird. Ein Wort zu seiner Person.

Ich bin mehr als zufrieden mit unserer Zusammenarbeit. Am Anfang kam er noch unregelmäßig, momentan ist er fast immer für uns Keeper da. Für uns sind diese Einheiten sehr wichtig, viel Sicherheit wird dort vermittelt. An dieser Stelle wurde ich von ihm bereits gelobt, ich kann das nur zurück geben. Manfred kann ich nachts anrufen. Wenn ich das Gefühl habe, ich brauche eine Stunde zusätzlich, kommt er auch vor dem Training und arbeitet mit mir. Er ist auch mein häufigster Ansprechpartner, wenn es um Fußball geht.

Wie groß war der Sprung von der Oberliga in die dritte Klasse?

Nicht so groß wie erwartet. Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt. Auch die Partien vor großer Kulisse haben eher motivierend als hemmend gewirkt.

Aber in der Oberliga war das Leben doch ruhiger vor dem Gehäuse , oder?

Richtig. Ich hatte zum Beispiel mit Dominic Tempel und Thomas "Air" Schlieter zwei Jungs vor mir, die alles weggeräumt haben, da musste ich beim Rauslaufen kaum Risiko eingehen. Jetzt sagt mir Manfred immer, ich soll mir lieber einmal einen fangen, dafür habe ich aber auch fünf Stück vorher geklärt, die sonst zu Gegentoren hätten führen können. Die Mitspielerei ist ganz wichtig.

Hätten Sie trotz der Turbulenzen gedacht, am Ende mit 20 Zählern über dem Abstiegs-Strich zu stehen?

Ich habe in Düsseldorf gesagt, man kann nicht davon ausgehen, plötzlich eine Serie zu starten. Allerdings kam fast zu diesem Zeitpunkt mit dem ersten Sieg gegen Erfurt die Wende, wir haben als Gruppe Charakter gezeigt. Die ganzen Ereignisse im Umfeld haben uns sicherlich zusammen geschweißt. Zudem kommen auch viele Spieler von auswärts, die wollen nicht nach einem Jahr wieder die Zelte abbrechen.

Sie sind jetzt 28 Jahre. Wohin soll Ihre Fußball-Reise noch hin gehen?

Da mache ich mir kaum Gedanken. Mein Vertrag läuft am Ende der Spielzeit aus, ich denke, RWO wird mich bald mal ansprechen. Bevor es aber soweit ist, muss ich erst meine Leistung wieder abrufen. Als erstes zählt jetzt, den Karren in der Rückrunde aus dem Dreck zu ziehen dann sehen wir weiter.

Wie sehen Sie denn die Perspektive bei RWO über die Saison hinaus?

Uns wird vermittelt, hier entsteht wieder etwas, auch was höhere Regionen angeht. Bevor es aber soweit ist, müssen wir den ersten Schritt machen und den Klassenerhalt sichern. Ich versuche bei mir anzufangen, um meinen Teil beizutragen.

Kann man Osterfeld und RWO vom Teamcharakter eigentlich vergleichen?

Ja, aber mit einem Unterschied. Der Druck in der dritten Liga ist größer. Aber es stimmt, unser Zusammenhalt ist richtig klasse.

Was war der schwierigste Moment der Hinrunde?

Der Start, als wir gut spielten, aber keine Punkte einfahren konnten. Man denkt oft, wo könnte man stehen, wenn der Start anders verlaufen wäre.

Und was war der schönste Augenblick?

Der Sieg gegen Erfurt, wo ich in der letzten Minute noch einen halten konnte. Dann die Dreier in Münster und Leverkusen, wo es jeweils Herzschlagfinals gab.

Kribbelt es eigentlich schon wieder?

Ich hätte am liebsten durchgespielt, körperlich war bei mir keine Pause nötig.

Zum Start geht es gleich zum nächsten Endspiel gegen Wattenscheid, wo es nach der 1:3-Heimpleite noch einiges gutzumachen gibt. Wie sehen Sie den 90 Minuten entgegen?

Da entscheidet sich gleich, wie es weiter geht. Allerdings will ich mich nicht zu weit aus dem Fenster beugen. Ich freue mich lieber nach einem Match doppelt, wenn es dann mit dem Sieg geklappt hat. Aber klar ist: Da geht es gleich richtig rund, für die Psyche eine ganz wichtige Partie, zumal wir dann gleich gegen Essen ran müssen.

Autor: cb

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