DÜSSELDORF: Obacht und Blick nach unten vor Westderby

cb
04. November 2005, 11:12 Uhr

Zwölf bis 13 Wochen veranschlagte Fortuna-Coach Uwe Weidemann, um den Saisonstart mit vier Serien-Pleiten wieder gerade zu rücken. Und nach den letzten vier Partien sind seine Jungs auf dem richtigen Weg.

Zwölf bis 13 Wochen veranschlagte Fortuna-Coach Uwe Weidemann, um den Saisonstart mit vier Serien-Pleiten wieder gerade zu rücken. Und nach den letzten vier Partien sind seine Jungs auf dem richtigen Weg. Zehn Zähler wurden eingefahren, zudem konnte RWO im Pokal besiegt werden. Die Fans durften zuletzt wieder mit guten Gefühlen nach Hause gehen.
Und auch am Freitag wollen die Landeshauptstädter den Wochenendbeginn für die eigenen Anhänger zu einem Happening verwandeln. Ab 19.30 stellt sich dann Preußen Münster zum West-Derby vor. Fortuna-Coach Uwe Weidemann: "Die letzten Siege haben zu einem gestärkten Selbstvertrauen beigetragen, die Stimmung bei uns ist klasse. Besonders die Art und Weise unserer Erfolge hat mich sehr zufrieden gestimmt. Entscheidend war, dass wir vor dem Spiel in Lübeck taktisch einiges verändert haben, die Jungs setzen das super um."
Der Trainer betont: "Ich gebe auch Obacht, damit keiner nachlässt. Aber ich denke, das Team ordnet die letzten Begegnungen richtig ein. Der Erfolg gegen Oberhausen in der Liga war eminent wichtig. Den Dreier haben wir gebraucht, damit alle sehen konnten, es geht noch." Und das jetzt seit Wochen, die Serie soll vom SCP nicht unterbrochen werden. Der ehemalige Duisburger über die Elf von Colin Bell: "Ein unangenehmer Gegner. Münster steht sehr kompakt. Ich hoffe, wir versuchen nicht zu viel zu machen, denn wir dürfen nicht ins offene Messer laufen." Kapitän Dirk Böcker verdeutlicht die Schwierigkeit: "Es ist sehr schwer, gegen die Preußen zu treffen. Die versuchen ständig, die Räume ganz eng zu machen."
Und vorne setzen die Universitäts-Städter auf ihren Brecher Paul Weermann, der mit Sicherheit Bekanntschaft mit Fortunas Mr. Konstanz Oliver Barth machen wird. Weidemann: "Ich habe die Mannschaft in Emden gesehen, die haben nicht umsonst zuletzt fünf Matches nicht verloren."
Wie Münster mit Gockel muss auch der Gastgeber mit Gerrit Bürk einen gesperrten Akteur ersetzen. "Ich sehe die Strafe von drei Spielen als etwas zu hart an", zeigt sich der Coach nur sehr bedingt einverstanden mit dem Urteil nach der Roten Karte aus Berlin. Bis auf diese Personalie gibt es aber keinen Grund für den Linienverantwortlichen, etwas zu ändern: "Warum auch", betont Weidemann, "es passt momentan."
Und zwar so gut, dass im Zuge der Teamsteigerung auch Andreas Lambertz langsam wieder die Form der vergangenen Rückrunde findet. "Bei ihm lief es am Anfang nicht", erinnert sich der Ex-Schalker, "dann hat sich Lumpi etwas versteckt. Vielleicht war es gut für ihn, nach seiner Verletzung etwas weg vom Schuss zu sein. Jetzt haben wir eine Elf, wo die Eckpfeiler passen. Und um die herum konnte sich auch Andreas wieder in Form bringen." Der kurze Zusatz: "Jetzt muss er nur mal endlich treffen, die Chancen waren da."
Vielleicht schon gegen Münster, vor dem Anpfiff legt sich Weidemann fest: "Wir halten den Blick zunächst noch nach unten, denn der Abstand zu den Abstiegsrängen ist noch sehr dünn." Man merkt, die Fortuna bleibt auch trotz der letzten Erfolgs-Erlebnisse auf dem Boden, sicherlich genau die richtige Einstellung, um dem nervenaufreibenden Abstiegskampf schnell dauerhaft zu entfliehen.

Autor: cb

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