WAT-Kapitän Terranova: "Gegen Essen nicht in Ehrfurcht erstarren"

14. Oktober 2005, 10:51 Uhr

Momentan befindet sich die SG Wattenscheid unter Mike Terranovas Führung in einer schwierigen Situation, der Erfolgsfaden ist gerissen. "In den letzten Wochen gab es viel Lob für uns, aber das kann ich langsam nicht mehr hören. Mir ist es lieber, wenn wir schlecht spielen und dafür Mal wieder ein Spiel gewinnen", sagt der SG-Führungsspieler. Im Gespräch mit RevierSport erklärt Mike Terranova, warum die SG Wattenscheid am Sonntag gegen Essen trotz allem eine Chance hat.

Mike Terranova, drei Niederlagen in der Meisterschaft, dazu noch in der Verlängerung gegen den Oberliga-Verein Westfalia Herne rausgeflogen: Was läuft denn momentan ab an der Lohrheide?
Natürlich sind wir alle enttäuscht, gerade nach dem Ausscheiden gegen einen klassentieferen Kontrahenten. Das Pokal-Aus war richtig bitter. Aber Herne hat zu Recht gewonnen, die Mannschaft war wirklich nicht schlecht, zeigte eine große Laufbereitschaft und ließ keinen Klassen-Unterschied erkennen. Das muss man anerkennen.
Machen Sie sich Sorgen?
Unsere letzten Liga-Begegnungen waren jeweils knappe Pleiten mit einem Tor Unterschied. Wir haben für einen Aufsteiger schon recht ordentlich gepunktet, befinden uns momentan sicher in einem kleinen Tief. Aber das ist nicht so ungewöhnlich, diese Phase macht jede Mannschaft Mal durch. Die Amateure des VfL Bochum sind im Endspurt der letzten Saison eingebrochen. Das finde ich weitaus schlimmer, weil du dann nichts mehr korrigieren kannst. Wir müssen jetzt zurück in die Erfolgsspur.
Kein leichtes Unterfangen gegen Rot-Weiss Essen!
RWE kommt eigentlich gerade Recht, so einen starken Gegner finde ich in unserer Situation wirklich nicht schlecht. Wir müssen vor dem Nachbarn auch nicht in Ehrfurcht erstarren oder gar zittern, die Essener gewinnen zwar ihre Partien, aber so richtig souverän sind sie eigentlich noch nicht aufgetreten. Ich bin weiterhin überzeugt davon, dass wir mithalten können. Im Fußball entscheidet zudem oft die Tagesform...
...oder wie am Sonntag die Abendform. Was halten Sie von der späten Anstoßzeit 18 Uhr?
Ehrlich gesagt finde ich Flutlicht-Spiele nicht verkehrt und sogar richtig angenehm. In Jena haben wir abends gespielt und beim 0:1 eine gute Leistung abgeliefert, zuhause gegen Fortuna Düsseldorf waren wir abends 2:0 erfolgreich.
Was muss sich grundsätzlich ändern, damit der Abwärtstrend gestoppt werden kann?
Wir müssen endlich Mal wieder in Führung gehen, das gibt Sicherheit. Zuletzt sind wir stets dem Rückstand hinterher gelaufen, das Anrennen kostet natürlich unheimlich Kraft. Wenn wir ein Tor vorne liegen, ist das Spiel einfacher, wir können die Konterstärke ausspielen.
Trainer Georg Kreß bemängelte kürzlich, dass im Mittelfeld zu lange der Ball gehalten wird. Nachvollziehbar?
Du musst den richtigen Zeitpunkt erwischen, um abzuspielen. Manchmal ist es wichtig, den Ball zu halten, damit die Nebenleute nachrücken können. Aber der Trainer hat grundsätzlich schon Recht, wir werden daran arbeiten.
Sind Sie persönlich mit Ihrer bisherigen Leistung einverstanden?
Ich habe zwei Tore erzielt, dazu einige Vorlagen zu Treffern gegeben. Aber ich sage ganz klar: Von mir muss noch mehr kommen, ich muss meine Team-Kollegen noch besser in Szene setzen. In den letzten Spielen bin ich ein bisschen mit untergegangen. Dass die Jungs vorne mitunter zu wenig Bälle kriegen, kreide ich mir auch ein bisschen mit an. Interview: Thomas Tartemann

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