Die Momentaufnahme in Oberhausen ist klar: In der Regionalliga-Tabelle hat man die Rote Laterne inne, der Vorstand ist zurückgetreten, der Verein schlendert momentan quasi führungslos durch die Drittligagassen.

RWO: Richtungsweisende ISPR-Gespräche wurden vertagt

cb
07. Oktober 2005, 11:04 Uhr

Die Momentaufnahme in Oberhausen ist klar: In der Regionalliga-Tabelle hat man die Rote Laterne inne, der Vorstand ist zurückgetreten, der Verein schlendert momentan quasi führungslos durch die Drittligagassen.

Die Momentaufnahme in Oberhausen ist klar: In der Regionalliga-Tabelle hat man die Rote Laterne inne, der Vorstand ist zurückgetreten, der Verein schlendert momentan quasi führungslos durch die Drittligagassen.
Am 12. Oktober soll das wankende Schiff auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wieder auf Kurs gebracht werden. Wenn denn Personen gefunden werden, die bereit sind, einen neuen Vorstand zu bilden. Bis es soweit ist, gibt es noch ein akutes Problem, die liebe Kohle.
Der Aufsichtsratsvorsitzende der Oberhausener, Klaus-Peter Lang, hat in den letzten Wochen viel gearbeitet. Dabei hat er ein Kompetenzteam geformt, das bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Aber nur, wenn die Situation im Club eindeutig geklärt und übersichtlich ist. Heute, sechs Tage vor der Versammlung, sind dies die Fakten:
Dem Kompetenzteam wurden von Wirtschaftsprüfern testierte Abschlüsse des Jahres 2004, sowie Auswertungsunterlagen per 30. Juni 2005 vorgelegt. Aktuell fehlen noch eingeplante Summen, die der DFB sowie Sponsoren aufgrund der undurchsichtigen Lage bei RWO einbehalten. Lang: "Der DFB hat wohl Angst um die Beträge. Aber ich werde in Kürze bei den Verantwortlichen anrufen. Ich denke, dann kommen wir klar. Das gilt auch für die Sponsoren-Gelder. Es nützt nichts, zu klagen: Wir setzen uns an einen Tisch und finden eine Lösung."
Das nächste Thema, welches angesprochen wurde: Insolvenz, die aber aufgrund des Schuldenstandes nicht nötig erscheint. Sie könnte aber aufgrund von Zahlungsunfähigkeit nochmals ein Thema werden. Hierbei geht es um eine Summe von 250.000 Euro, die der Sportrechteverwerter ISPR noch einfordert. Lang: "Ein Betrag, der den Etat der letzten und dieser Spielzeit belastet, da die Forderungen immer nachträglich gestellt werden." Am gestrigen Mittwoch hatte der Steuerberater einen "richtungsweisenden" Termin mit der ISPR, vor der Unterredung erklärte Lang: "Es kann keine Klärung geben, da nichts schriftlich fixiert werden kann, weil niemand von uns unterschrifts-berechtigt ist. Sollte die ISPR aber ihr Geld sofort haben wollen, läuft alles auf eine Insolvenz heraus, da dann kaum neue Gelder aufgebracht werden können."
Bedeutet: Bei der Mitgliederversammlung am 12. Oktober wird es keinen neuen Vorstand geben, da eventuelle Lösungen auf jeden Fall noch nicht schwarz auf weiß fixiert sind. Daher wird Lang, abgesprochen mit dem Kompetenzteam, sich am 13. Oktober aller Voraussicht nach beim Amtsgericht Oberhausen als Notvorstand bestellen lassen. "So wird es wohl ausgehen", bestätigt der momentane Aufsichtsrats-Vorsitzende, "dann bin ich unterschriftsberechtigt und kann alle notwendigen Vereinbarungen rechtsverbindlich regeln."
Neben den ausstehenden DFB- und Sponsoren-Euros betrifft das vor allem die Angelegenheit mit der ISPR. Nach dem Treffen erklärte Lang: "Wir haben uns auf nächste Woche vertagt, bis dahin habe ich den Vertretern von der ISPR unsere Kalkulationen für dieses Jahr zur Verfügung gestellt. Klar ist: Die Vorstellungen beider Seiten liegen noch weit auseinander. Ein Problem ist, die ISPR hat die Forderungen an ein Unternehmen aus der Schweiz verkauft, das per Telefonkonferenz bei dem Treffen anwesend war. Ich hoffe, wir können uns beim nächsten Meeting annähern."

Autor: cb

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