Quo vadis RWE? Das fragt sicherlich der verkappte Lateiner in jedem Fan vor dem brisanten Duell gegen den VfL Osnabrück, das am Samstag ab 14 Uhr im Georg Melches Stadion über die Bühne geht.

RWE Neuhaus-Kredit: Wenn es schwer wird, zeigt sich der Starke

og
30. September 2005, 16:37 Uhr

Quo vadis RWE? Das fragt sicherlich der verkappte Lateiner in jedem Fan vor dem brisanten Duell gegen den VfL Osnabrück, das am Samstag ab 14 Uhr im Georg Melches Stadion über die Bühne geht.

Quo vadis RWE? Das fragt sicherlich der verkappte Lateiner in jedem Fan vor dem brisanten Duell gegen den VfL Osnabrück, das am Samstag ab 14 Uhr im Georg Melches Stadion über die Bühne geht. Wohin führt der Weg des Traditionsclubs. In der Tat dürfte der Druck, dem man öffentlich noch eine Absage erteilt, unter dem Dach an der Hafenstraße kräftig brodeln. Der englische Sprachraum kennt den Ausdruck: "When the going gets tough, the tough get going" - frei übersetzt: Wenn es schwer wird, zeigt sich der Starke. Wie stark ist RWE?
Essen will - muss - wieder hoch. Osnabrück plant den identischen Schritt in Richtung zweite Bundesliga. Bislang gingen die Spitzenduelle gegen Teams wie Lübeck, Hertha II und frisch in Kiel in die Hose. Unakzeptabel: Drei Schlappen noch in der Anlaufphase der Klasse. Noch hat Coach Uwe Neuhaus seine noble Tour nicht in der Spur. Dem Fußball-Lehrer allerdings auf eine Gesamtbilanz - inklusive 2.Liga - festzunageln (sechs Schlappen in 15 Spielen), ist unfair. Für die hingeschlampte Truppe der letzten Saison, der neben dem mächtig defizitären sportlichen Leistungsvermögen jetzt auch das gegenseitige Frauenausspannen angekreidet wird, ist er nicht verantwortlich.
Das ändert nichts an der Tatsache, dass die Chefetage sich nicht wieder in die Situation bringen lassen wird, nicht eingegriffen zu haben. Auch eine bittere Erfahrung der letzten Spielzeit. Schon jetzt werden nett verpackte, aber trotzdem scharfe Töne gegenüber dem Kader formuliert. So von Präsident Rolf Hempelmann in Richtung des bislang verhinderten Torjägers Alex Löbe oder nach dem Kiel-Match von Nico Schäfer, geschäftsführendes Vorstandsmitglied, an die Adresse von Holger Wehlage. Kein Wunder, die nervösen Bosse werden nur den Stimulus weiter geben, der ihnen wohl von Sponsorenseite um die Ohren gehauen wird. Wer hat schon Bock auf - teure - Drittklassigkeit.
Am Samstag muss ein Signal ertönen, sonst dümpelt man der Spitze unangenehm hinterher. Vergangenheits-Coach Harry Pleß ist damals am 25.August 2003 geschmissen worden, nach vier Auftakt-Matches und einer Niederlage. Die Frage ist erlaubt, wieviel Kredit hat ein Neuhaus bei den Verantwortlichen? Das ist ein Szenario für den Fall, dass sich die aus hochwertigen Einzelakteuren zusammengesetzte Truppe auch am Samstag gegen die Lila-Weißen nicht als Aufstiegskampf-würdiges Kollektiv erweist. Genau dafür muss Neuhaus sorgen, der in seiner Vita - UEFA-Cup-Vize und Deutscher Champion als "Co" bei Borussia Dortmund - genug Erfahrung angesammelt hat, um die richtigen Schlüsse zu ziehen. Sich, wie an der Förde, nach einem Match über die defensive Ausrichtung des Konkurrenten zu mokieren, hilft dabei nicht. Man darf erwarten, dass genau dafür die richtigen Gegenmittel gefunden werden - vom Team und vom Trainer. "Tough" genug?

Autor: og

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